Adrian PorträtAdrian Capatt ist im Bündner Unihockey eine Legende: 18 Jahre NLA, unzählige Natispiele und vier Meistertitel hat der Trinser in seinem Palmarès, mit dem Kleinfeld-Spitzenteam Blau-Gelb Cazis spielt Capatt auch heute noch in der 1. Liga. Adrian Capatt schreibt auf GR Heute eine regelmässige Unihockey-Kolumne.

In neun Tage beginnt bei den Männern wieder die neue Unihockey- Saison. Die beiden Bündner Teams Chur Unihockey und Alligator Malans stecken derzeit in den letzten Vorbereitungen und sehnen den Start herbei. Eigentlich wäre das bereits genügend Motivation, doch beim Startspiel treffen die beiden Teams bereits aufeinander und möchten mit einem Sieg die Vorherrschaft im Bündnerland einnehmen.

Die Vorzeichen auf die neue Saison könnten für die beiden Teams nicht unterschiedlicher sein. Von Alligator Malans erwartet man, dass sie die Leistung der vergangenen Saison weiter fortsetzen und versuchen, sogar einen darauf zu setzen und schlussendlich um einen Titel mitzuspielen. Man zählt sie wieder zu den Meisterkandidaten, trotz einschneidenden Veränderungen im Team. Der Rucksack, welchen die junge Mannschaft mit sich trägt, ist immens schwer. Die Abgänge von Martin Ostransky, Daniel Kläger, Vojtech Skalik und Remo Eberhard hinterlassen sportlich wie auch menschlich eine grosse Lücke im Team, die zuerst wieder durch die Neuzuzüge von Janne Hulmi, Lukáš Veltšmíd, Jo Dennis Bärtschi, Patrik Künzli und Simon Nett kompensiert werden müssen. Innerhalb des Teams wird den neuen Spielern die Zeit auch gewährt die es dazu braucht um sich gut in das Team zu integrieren. Gespannt darf man auf die Reaktionen von aussen sein. Bekanntlich ist die Geduld und das Verständnis nicht dasselbe. Die beiden neuen Ausländer sind in der Schweiz kaum bekannt und genau das könnte zu einem grossen Vorteil für die junge Mannschaft von Alligator werden. In ihren Stammvereinen in Finnland und der Tschechei haben die beiden sehr viel Verantwortung übernommen und haben zudem in den letzten Jahren regelmässig internationale Erfahrungen gesammelt.

Wenn es der Mannschaft wie letzte Saison gelingt, unbekümmert und mit einer gewissen Leichtigkeit an die Herausforderung heran zu gehen, dann werden sie nach der Qualifikationsphase auch wieder vorne in der Tabelle zu finden sein.

Im Vergleich zu Alligator wird von Chur Unihockey diese Saison keine Topplatzierung erwartet. Von aussen hat man das Gefühl, durch die vielen Abgänge sei das Team stark geschwächt worden. Tatsächlich, die Abgänge von Kari Koskelainen, Riku Kekkonen, Tomas Sladky, Sandro Cavelti, Nicola Bischofberger und Marco Louis wiegen schwer. Die Neuzuzüge von Tuomas Aho, Victor Ferraresi, und Sebastian Gavfelin können die entstandene Lücke nur teilweise füllen. Durch die Reaktivierung von Markus Studer, Joel Magnin und Gian-Luca Fischli und die Beförderung von Adrian Stock und Remo Blumenthal aus der eigenen U21 Mannschaft konnte zumindest die personelle Lücke aufgefüllt werden. Zudem wurde mit dem neuen Trainer Iivo Pantzar aus Finnland eine ganz neue Trainerphilosophie gewählt.

Chur UnihockeyGenau diese Mischung aus neuen Spielern, Rückkehrern und jungen Talenten könnte zum grossen Vorteil für Chur Unihockey werden. Man darf nicht vergessen, im bestehenden Kader sind nach wie vor Spieler wie Jan Binggeli, Renato Schneider, Lulzim Kamaj und Joel Hirschi die viel Charakter, Kreativität und Erfahrung in das Team reinbringen. Gelingt es dem Trainer diese Mannschaft als eine Einheit zu formen und gewährt er ihnen gleichzeitig die nötige Freiheit, so wird Chur Unihockey für eine Überraschung gut sein. Ein erstes Ausrufezeichen konnten sie bereits am Champy- Cup setzten.

Die Ausgangslage ist vor dieser Saison sehr spannend. Von Alligator Malans werden Erfolge gefordert, nachdem sie in der vergangenen Saison vor der gleichen Ausgangslage wie Chur Unihockey standen. Chur Unihockey wird für die kommende Saison kaum etwas Zählbares zugetraut und kann aus diesem Grund ruhig weiter arbeiten und in der entscheidenden Phase der Meisterschaft eiskalt zuschlagen.

 

 

(Fotos: Oben: EQ Images/Fabian Trees. Unten: Claudio Gees)