Eine wöchentliche Hockey Kolumne mit den zehn allerwichtigsten Meldungen der Woche. (Ein Ranking, das man nicht zu erst nehmen sollte.)

 

10. Swiss Ice Hockey Cup

Chur draussen, Davos draussen. Egal. Viel unterhaltsamer war das drum herum: Dass der Strom im Stadion ausging und eine Fledermaus rumflog. Dass 5’000 Fans durchdrehten, als Chur in der 54. Minute das 1:9 erzielte. Dass der HCD anscheinend Genoni zur Strafe für den neuen Vertrag nicht im Cup aufstellte. Oder sogar betrog und auf eine eigene Niederlage wettete.

Können wir die Nebenbühne Cup schliessen? Oder wäre jemand traurig, wenn der HCD das morgige CHL Rückspiel gegen IFK verliert und sich danach voll auf die Meisterschaft konzentriert?

A propos Meisterschaft: In zwei Tagen geht die NHL los, deshalb nochmals ein Blick über den Teich:

9. Wer hat den Sprung geschafft?

In: 8 Spieler stehen zur Zeit im Kader eines NHL Teams

Mark Streit (Philadelphia), Nino Niederreiter (Minnesota), Roman Josi (Nashville), Jonas Hiller (Calgary), Reto Berra (Colorado), Yannick Weber, Sven Bärtschi, Luca Sbisa (Alle Vancouver)

Out: 11 Spieler starten in der AHL, Europa oder den Junioren

Andrighetto (Montreal), Fiala (Nashville), Diaz (New York), Marti (Philadelphia), Vermin, Richard (beide Tampa Bay), Kukan (Columbus), Müller, Meier (beide San Jose), Bertschy (Minnesota), Siegenthaler (Washington)

8. Slapshot Malkin

Einer, der sich keine Sorgen machen muss, dass er den Sprung schafft, ist Evgeni Malkin. Malkin gehört nebst Landsmann Ovechkin zu den lustigeren Gefährten in der NHL. Letzte Woche gönnte er sich in einem Hockeycamp einen Spass:

Wer die Anspielung nicht versteht:

7. Die Hanson Brothers sind zurück!

Wer kennt sie nicht, die berühmten drei Brüder aus dem Kultfilm Slapshot. Kaum eine Hockey-Filmfigur erreichte je wieder annähernd ähnlichen Status wie die blutsuchenden, kindischen Drillinge. Was nicht alle wissen: Die Hanson Brüder sind richtige Eishockeyspieler. Die Hanson Figuren wurden nach der Geschichte der Carlson-Brüder geformt. Jack Carlson, Dave Carlson und Steve Carlson spielten alle in der NHL. Und sie waren damals bereit, im Film mitzuwirken. Der Regisseur hatte Grosses vor, und holte sich nicht nur die drei Carlson Brüder ans Set, sondern auch den NHL Verteidiger John Hanson, der bekannt war für seine Schlägereien. Er sollte die fiktive Rolle des „Killer Carlson“ spielen. Verständlich? Carlson Brüder spielten die Hanson Brothers, und John Hanson spielt Killer Carlson. Nachdem der echte Jack Carlson kurzfristig von den Edmonton Oilers aufgeboten wurde, konnte er nicht am Dreh teilnehmen. So sprang John Hanson ein und übernahm die Rolle des dritten Bruders. Wenn du also das nächste Mal Slapshot schaust, versuche herauszufinden, welcher Hanson nicht dazu gehört. Und sei beeindruckt, dass diese langhaarigen Brillenträger im richtigen Leben erfolgreiche Eishockeykarrieren hatten. Ok, zurück in die Schweiz:

6. Das Schussverhältnis des HCD

Nachdem letzte Woche der Begriff Corsi und Statistiken für Puckbesitz das Thema waren, werden die vorhandenen HCD Zahlen mal genauer unter die Lupe genommen. Wer hat mehr Torschüsse, der HCD oder der Gegner?   (Mehr als 50% bedeutet, dass der HCD mehr Schüsse aufs Tor abgibt als der Gegner. Weniger als 50% bedeutet, dass der HCD weniger Schüsse aufs Tor abgibt als der Gegner. Unten das Resultat der jeweiligen Partie: W=Sieg, L=Niederlage)   HCD_STATS_201516-HCD-SF Die Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen, denn es werden nur Schüsse aufs Tor gemessen (keine SAT Ereignisse). Auch auf die Spielsituation wird in dieser Statistik keine Rücksicht genommen. Des Weiteren sind die Zahlen erst ab ca. 1’000 Spielminuten aussagekräftig.)   Der HCD verliert das Schussverhältnis bisher mehrheitlich. Das kann verschiedene Gründe haben: Der HCD führt zum Beispiel oft, und der Gegner muss dem Rückstand nachrennen. Dadurch ergibt sich (vor allem im Schlussdrittel) ein solches Verhältnis. Oder aber der HCD sucht sich nur die qualitativ guten Chancen aus und spielt kein ‚Scheibe-aufs-Tor-bringen’. Das würde zu einer tieferen Schuss-Anzahl führen.   Hoffentlich handelt es sich um Ersteres, denn Letzteres ist mittelfristig nicht wirklich zuverlässig. Meine Meinung: Davos ist inkonstant, spielt teilweise dominant, und dann wieder lethargisch. Diese Schwankungen sind momentan der Hauptgrund für diese unterdurchschnittlichen Zahlen.

5. Die Jagd auf den Titel beginnt!

Die 2. Liga ist gestartet, und Prättigau-Herrschaft setzt mit dem 8:3 eine erste Duftmarke. Ähnlich wie im Vorjahr scheinen die Nordbündner eine Klasse schneller zu spielen als die Gegner (in diesem Fall die Rapperwil-Jona Lakers). Vor allem das Powerplay ist eingespielt: Aus acht Überzahlsituationen resultierten vier Tore – eine 50% Ausbeute zum Saisonauftakt. Im Mittelpunkt standen die üblichen Verdächtigen: Der letztjährige 2. Liga Top-Skorer Kai Kessler (2 G, 2 A), der Routinier Aaron Tischhauser (1 G, 3 A), und der omnipräsente Remo Käppeli (3 A)…

4. …und wenn wir schon bei auffälligen Spielern sind:

Koch_Harrison Harrison Koch, Flügelstürmer beim EHC St. Moritz, hat beim ersten Saisonspiel ein Kunststück vollbracht: Zuerst sammelte Koch innerhalb von zehn Sekunden zwei Strafen. Und dann doppelte er nach. Während zehn Minuten sammelte der 23-Jährige zwei weitere kleine Strafen, und um seine persönliche Statistik etwas aufzubessern, schoss er in dieser Zeit auch gleich zwei Tore und liess St. Moritz so auf ein Comeback hoffen.   Auf knapp 12 Minuten Eiszeit resultierten für den Oberengadiner acht Strafminuten und zwei Tore. Hut ab. Gereicht hat’s am Ende trotzdem nicht.

3. Dafür feiert das Schanfigg.

Der EHC Arosa hat zwei Regular Season Spiele in Serie gewonnen. Das gab es zuletzt am… 1.12.2012. Das ist eindrücklich. Das sind das mehr als 1’000 Tage, seit der EHC Arosa das letzte Mal so früh so erfolgreich war. Diese positiven Zeichen zu Saisonbeginn sind Balsam für die Schanfigger und hoffentlich genug Motivation, Morgen Abend den dritten Sieg in Serie zu holen. Good times. Weiter so.

2.Welcome Devin Setoguchi!

Gestern Abend gab der HCD bekannt, dass Devin Setoguchi für die Landwassertaler stürmen wird. Der Kanadier ist als ehemaliger 30-Tore Skorer definitiv kein Unbekannter in der NHL. Das heisst was. In den letzten Jahren ist Setoguchi etwas in Ungnade gefallen, und wurde zum Nomaden: Seit 2013 spielte er für die Minnesota Wild, die Winnipeg Jets, die Calgary Flames und die Toronto Maple Leafs. Nirgends konnte er mehr an die Erfolge von 2009 anknüpfen, als er 65 Punkte für die San Jose Sharks erzielte. Der Erstrundenpick (8. Overall) von 2005 ist eine echte Bereicherung für den Sturm des HCD. Als Vergleich: Alexandre Daigle floppte damals stärker in der NHL, und überzeugte danach trotzdem, als er für Davos auflief. (Zumindest für zwei Saisons). Die Adam Halls, Pyatts, und Kobasews der Liga haben es eigentlich nie über den Status eines Viertlinien- oder Ersatzspieler geschafft. Setoguchi auf der anderen Seite war ein mehr oder weniger zuverlässiger Offensiv-Stürmer in der zweiten oder dritten Linie. Erst in den letzten zwei Saisons fiel der 28-Jährige so richtig tief, bekam Alkoholprobleme. Die Folge war, dass kein Team wirklich Interesse mehr an ihm hatte.  

Setoguchi kommt nach Davos, um sich nochmals für die NHL aufzudrängen, nicht um seine Karriere ausklingen zu lassen. Der HCD wird vom Kanadier definitiv profitieren (siehe Schussstatistik oben), 30 Skorerpunkte liegen im Bereich des Möglichen. Auf jeden Fall hat der Club richtig spekuliert, die Saisons nur mit drei Ausländern zu starten. So kommt der HCD nun in den Genuss, den Kanadier mit japanischen Wurzeln auf dem Markt abzustauben. Nebst Paulsson hat Davos nun einen zweiten ausländischen Sniper. Hoffen wir, dass Setoguchi einen guten Start hat und dass er die Tijuana Bar, die Bolgenschanze und die anderen Beizen nicht zu gut kennenlernen wird.  

Die neue positive Einstellung von Setoguchi stimmt also, das bestätigt auch ehemaliger Teamkollege Joe Thornton und Maple Leafs Coach Babcock. Locker wirkt der neue HCD Stürmer auf jeden Fall. Einige NHL Spieler, darunter Kris Versteeg und Jason Demers, boten diesen Sommer an seiner Hochzeit eine Performance, die zum Lacher der Offseason wurde. Devin nahm’s mit Humor.

 

1. Der König ist tot. Lang lebe Senn.

Genoni ist weg. Das schmerzt, mehr als damals bei Weibel, und mehr als damals bei Hiller. Dass Genoni irgendwann gehen würde, wusste man. Damit kann man leben. Sei’s drum. Go Senn. Aber dass solche Deals immer noch zu solchen Unzeiten (während den ersten Runden der laufenden Saison) ausgemacht werden dürfen, ist einfach nur doof und wirft ein schlechtes Licht auf die Liga und die Clubs. Es muss doch möglich sein, Transferfenster festzusetzen. Arbeitsrecht hin oder her.

Wie es für den HCD nun weiter geht, wird sich zeigen. Die besten Kommentatoren und Experten der Schweiz haben ihre Meinungen zu unserer Unterhaltung publiziert, und es bleibt nichts anderes übrig, als zurückzulehnen und die besten Kommentare der Woche zu geniessen:

Zen Fritzhäuser: Goalietrainer

Vielleicht möchte er einfach mal einen kompetenten Torhütertrainer und ist das Rumgeschrei vom aktuellen leid…..

H.y: Wird nichts

Genoni hatte die geduld des Trainers in Davos letzte saison in der quali hat er paar grosse böcke in den spielen Ob er die geduld in bern auch bekommt?

Walter Portmann: Geld statt Charakter

Jetzt da er sieht, dass es mit dem HCD bergab geht, verreist er. Aber wie immer rennt er nur dem Geld hinterher. Für mich seit dem Abgang vom Z zu den Steinbücken eine persona non grata !!

hoi zeme: Arno muss weg!

Verärgerte Fans und Sponsoren. Der Vorstand muss sich langsam gedanken machen, denn arno macht was er will und dies regt spieler und anhänger gleichermassen auf. nicht nur diese niederlage oder das alle spieler weg wollen, sondern auch schelchte organisation intern und shlechtes bild nach aussen. für mich und viele andere ist klar del curto muss weg!

Richi Bucher: Verständlich

Verständlich, dass Leo zum SCB wechselt. Schliesslich möchte er mal Cup-Sieger werden. Nein im Ernst: Danke, Leo was du für den HCD geleistet hast.

Kf-g: Frage…

Will den kemand noch Genoni nach dem gestrigen Auftritt in Dübendorf?

Leonardo Genoni: Warum?

Schade das so ein Spieler zu so einem Verein wechseln muss.. Es gibt kein Grund wesshalb er vom HCD zum SCB wechseln sollte den die Berner sind nicht besser als die Bündner..

Radarraser: Schön wäre, wenn der SCB

5 Millionen Ablöse zahlen müsste. Die Chefetage von Bern meint schon seit Jahren, dass man mit Geld den Erfolg kaufen könnte. Schon vor vielen Jahren haben die Berner dem SCL Grubauer und Bruno Wittwer abgeluchst. Einfach eklig, dieser Menschenhandel, aber eben das Geld.

Roger zh: Chaos

Nach diesem cup Spiel gegen dübi, hätte ich auch beim scb unterschrieben.. Am besten von einem Chaos ins nächste Chaos.. 🙂

151004_s_genoni

(Bilder: Robert Hradil/EQ Images)

 

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