Kaum sind die ersten Kerzen an den Gedenkstätten in Paris erloschen, beginnt das grosse Säbelrasseln. Kaum haben wir uns aus der Schockstarre gelöst, kommt die erste Eilmeldung: Frankreich fliegt schwere Angriffe gegen den IS.

Als die Al-Kaida im September 2001 die Zwillingstürme in Schutt und Asche legte, dauerte es bis zum 7. Oktober, bis die USA mit der Operation «Endouring Freedom» Afghanistan zu bombardieren begann – vor den Augen der Weltöffentlichkeit.

Doch was hat die «lang anhaltende Freiheit» gebracht? Man kann es aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Einer davon ist: Nichts. Afghanistan ist nicht befreit, Selbstmordattentate wie das in Paris sind noch immer an der Tagesordnung. Den Preis hat die Zivilbevölkerung bezahlt – und die Soldaten, die Frau, Kind und Einfamilienhäuser zurück liessen und sich in einem Grabenkampf wieder fanden, der so gar nichts mit Freiheit zu tun hatte.

Wollen wir das noch mal? Wollen wir das nochmals einer Generation antun? Wollen wir wirklich, dass der IS so die selbsternannte Legitimation für noch mehr Angriffe bekommt? Sind befürchtete Guerillakämpfe von Bodentruppen die richtige Antwort?

Ganz sicher ist, dass etwas geschehen muss. Wir müssen etwas tun. Wir müssen verstehen, warum diese Flüchtlinge hier sind. Es ist nicht nur der Reichtum, es ist auch die Sicherheit. Stabile Verhältnisse. Doch dazu müssen diejenigen, die hierher kommen, auch Konzessionen eingehen.

Bei uns steht das Recht über allem. Frauen haben ebenfalls die gleichen Rechte. Wer bei uns in die Schule geht, geht auch in den Schwimmunterricht. Wir müssen die Flüchtlinge auf ihrem Weg in die Integration begleiten. Es kann nicht sein, dass wir ihnen Unterkünfte bereit stellen und sie sich dann sich selbst überlassen. Wir müssen sie beschäftigen. Langeweile ist produktiv für kleine Kinder, für Menschen, die traumatisiert sind und ein Leben hatten, bevor sie hierher kamen, ist es kontraproduktiv. Und es gibt ganz sicher genug  (Hilfs-)Jobs, für die sich niemand anders finden lässt.

Es gibt viel zu tun! Packen wir es an.

 

(Bild: JB Autissier/EQ Images)

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