Die 22-jährige Thusnerin Sonja Gambon studiert in Luzern Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften. In dritten Teil der Blog-Serie «Bündner im Exil»  schreibt sie für GRHeute über eine grosse Bündner Party heute Abend.

 

Heute Donnerstagabend findet in Zürich das Bündnerfest statt. Nein, diese Aussage ist nicht falsch, und wer das denkt, der spricht wohl auch vom Bündnerland und verwendet öfters die Aussage „i kumma vu Khuur obanaba“ – sprich, ist kein Bündner.

Denn am Donnerstag findet wirklich das Bündnerfest in Zürich statt! Das müsste jetzt eigentlich nicht erklärt werden, aber ich tu’s dennoch. In meinem ersten Blog habe ich erwähnt, dass ein sehr grosser Teil der Jungen aus dem Kanton für das Studium nach Zürich geht. Da sich so viele wiederfinden in der grossen Stadt, und unser Heimatgefühl so stark ist, und wir uns mit Gleichgesinnten am wohlsten fühlen, gibt es an der Universität Zürich einen Bündnerclub. Ja, richtig, einen Bündnerclub. Was die machen? «Der Bündnerclub ist ein Verein von Bündnerinnen und Bündner der ETH und Universität Zürich und sorgt mit verschiedenen Vereinsanlässen für den Zusammenhalt und den Kontakt unter der Bündner Studentenschaft im Raum Zürich», schreiben sie auf ihrer Homepage. Sie helfen bei der Wohnungssuche, beim Einstieg ins Studium, bei allfälligen Fragen, organisieren Veranstaltungen wie eben – das Bündnerfest!

Für Soziologen und Ethnologen muss dieser Anlass spannend zu beobachten sein. Bündner Bands, heimische Shots mit Röteli, Calanda und an jeder Ecke ein altbekanntes Gesicht – aus allen Winkeln des Landes strömen die Bündner hierhin, treffen die alten Freunde, freuen sich seit Wochen darauf. Dieses Fest ist so beliebt, dass es nur einen einmaligen Vorverkauf gibt!

Natürlich gehen da nicht nur Bündner hin, denn das Bündnerfest ist so legendär, dass die Aussenkantönler (besonders die Zürcher, gebt es schon zu!) ganz schön neidisch sind und sich heimlich einschleusen. Diese lassen sich aber ganz schnell aufspüren, das erkennt man eifach. Im soziologischen Fachjargon nennt sich das Habitus, oder auch einfach: Charme 😉

Ich kann dieses Jahr leider nicht dabei sein. Ich bin traurig. Zu gerne hätte ich die halbe Kanti dort angetroffen, erfahren, was die anderen so treiben, ein einjährliches Update erhalten.

Aber dann eben nächstes Jahr wieder.

Übrigens: Auch in Bern gibt es einen Bündnerverein.

 

(Bild: Melanie Duchene/EQ Images)