Adrian PorträtAdrian Capatt ist im Bündner Unihockey eine Legende: 18 Jahre NLA, unzählige Natispiele und vier Meistertitel führt der Trinser in seinem Palmarès, mit dem Kleinfeld-Spitzenteam Blau-Gelb Cazis spielt Capatt auch heute noch in der 1. Liga. Adrian Capatt schreibt auf GR Heute eine regelmässige Unihockey-Kolumne.

 

Die Nachricht, dass Esa Jussila die NLA-Mannschaft von Alligator Malans als Cheftrainer übernimmt, hat in der Unihockey-Szene für grosses Aufsehen gesorgt. Nicht zuletzt wegen seiner negativen Vorgeschichte, dannzumal noch als Spieler, mit dem gleichen Verein, seinem Abgang im April 2011. Wenige Tage nach dem verlorenen Meisterschaftsfinal war er damals zum Erzrivalen SV Wiler-Ersigen gewechselt. Dieser Wechsel hinterliess einige Spuren bei der damaligen Mannschaft und deren Verantwortlichen. Doch knapp vier Jahre später sollte diese Geschichte auch bei den treusten Alligator-Anhänger keine Emotionen mehr wecken.

Zurück zu den aktuellen Ereignissen.

Seit der katastrophalen 1:5-Niederlage beim Auswärtsspiel vom 21. November gegen Waldkirch-St. Gallen und der anschliessenden Entlassung von Daniel Hahne als Cheftrainer wirkt das junge Alligator-Team verunsichert. Die Leistungen in der Meisterschaft schwankten seither stark. Das Team fand sich in einer negativen Spirale wieder. Für die Interimstrainer Peter Lüthi und Patrick Britt wurde die Situation durch verletzungsbedingte Ausfälle von Führungsspielern noch viel schwieriger. Trotzdem schafften sie es gegen gute Gegner, wie den SV Wiler-Ersigen oder Tigers Langnau, zu überzeugen, nur um dann gegen vermeintlich schwächere Gegner, wie z.B. die Kloten-Bülach Jets, leider wertvolle Punkte liegen zu lassen. Mit dieser Situation konnte sich der Verein nicht zufrieden geben und musste etwas dagegen unternehmen.

Mit der Verpflichtung von Esa Jussila als neuem Cheftrainer erhofft sich Alligator Malans, dass die Negativspirale gestoppt werden und das Team rechtzeitig für den Beginn der Playoffs zurück auf die Siegesstrasse bringen kann. Mit seiner immensen Erfahrung als Spieler, mit zwei Weltmeistertiteln in seinem Rucksack, bringt er meiner Meinung nach genau die Voraussetzungen mit, die das junge Team jetzt braucht. Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der jetzigen NLA-Spieler in früheren Jahren Esa Jussila als Vorbild gesehen und dazumal versucht haben, ihm nachzueifern. Nun bekommen sie die Gelegenheit und können mit ihm zusammen arbeiten. Die Voraussetzungen dafür sind gut, das Team verfügt nach wie vor über sehr viel Talent und biss.

Als ehemaliger Alligator-Spieler wünsche ich mir, dass es Esa Jussila und seinen beiden Assistenten gelingt, der Mannschaft den nötigen Rückhalt zu geben und so das verloren gegangene Vertrauen wieder zurückzugeben. Für mich gehört diese junge, talentierte Mannschaft nach wie vor zu den Top-4-Teams in der Schweiz. Ein erstes positives Zeichen wurde bereits am vergangenen Wochenende mit dem Punktgewinn gegen den Tabellenführer Floorball Köniz gesetzt.

 

(Esa Jussila als Assistenztrainer der Schweizer Unihockey-Nati an der WM 2014 – EQ Images/Gudmund Svansson)