Lina Moser ist Bloggerin aus Grüsch und porträtiert in unregelmässigen Abständen «Lüt vu Graubünda». Dabei berichtet sie über einen Aspekt aus dem Leben eines oder einer «normalen» BündnerIn. Der Blog ist lose angelehnt an die populäre Webseite «Humans of New York».

 

Claudia Kobel, 58, Igis

«Ich bin seit fünf Jahren bei den Calanda Quilters dabei. Wir machen Kunstwerke aus Patchwork. Patchworken ist der erste Schritt bei der Herstellung eines Quilts. Das eigentliche Quilten ist die Feinarbeit am Schluss; das Absteppen und allenfalls eine Stickerei auf die Stoffe machen. Ich habe mit einem Kurs angefangen; Nähen ist schon immer eines meiner liebsten Hobbies gewesen.

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Die Calanda Quilters treffen sich immer einmal im Monat am Mittwochnachmittag. Wir sind ganz unterschiediche Frauen, die Freude am Stoff und am kreativen Gestalten haben. Im Verein haben wir immer ein Jahresthema. Letztes Jahr ist es der Calanda gewesen und wir haben uns entschieden, dass jede ihn so machen darf, wie sie will. In anderen Jahren waren die Vorgaben viel eingeschränkter. Ich habe ihn in der Blockhaus-Technik genäht.

Jede Quilterin muss ihren Weg selbst finden. Ich zum Beispiel habe nicht so viel Geduld. Wenn ich was im Kopf habe, muss es schnell gehen. Manchmal benutze ich alte Hemden meines Mannes dazu. Es ist ganz klar: Eine Patchworkerin wirft nichts weg. Jeder Stofffetzen ist zu etwas zu gebrauchen. Im Verein machen wir auch oft Ausflüge, wir sind schon in einer Seidenweberei und der Wollspinnerei gewesen. Es wäre schön, wenn wir noch mehr junge Frauen dabei hätten. Letztes Jahr haben wir unsere Arbeit das erste Mal öffentlich ausgestellt. Ich habe für die Ausstellung im Kirchgemeindehaus Landquart verschiedene Wandbehänge genäht und auch ein paar Sachen verkauft.»

 

Interessierte Frauen können sich jederzeit melden. Weitere Informationen sowie der Kontakt zu den Calanda Quilters finden sich unter www.calandaquilters.ch.

 

(Bild: Lina Moser)

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