Chur soll endlich neue Sportanlagen erhalten. Stadtpräsident Urs Marti hat gestern im Rathaus den neuen Masterplan «Sport- und Eventanlagen Obere Au» vorgestellt.

Der Masterplan, der auf Basis einer Bedarfsanalyse bei den Sportvereinen entstanden ist, wird voraussichtlich am 23. Oktober dem Churer Gemeinderat vorgelegt. Dabei geht es um ein grundsätzliches Ja zum Konzept, «um den Garten abzustecken», wie Stadtpräsident Urs Marti gestern verriet.

Das Churer Stimmvolk, das vor zwei Jahren das 83 Millionen Franken schwere Gesak-Mammutprojekt versenkt hatte, wird zu den neuen Sportanlagen nicht in jedem Fall Stellung beziehen können. Grund: Einige Teilbereiche werden deutlich kleiner als das einstige Luxusprojekt, ausserdem wird es von Ausbau zu Ausbau neu dem Gemeinderat vorgelegt. Durch die kleineren finanziellen Dimensionen liegen einige Teilprojekte in der Kompetenz der Behörden und müssen nicht dem Volk vorgelegt werden.

Grundsätzlich kommen Ausgaben der Stadt Chur, die 3 Millionen Franken übersteigen, zwingend vor Stimmvolk. Dies betrifft bei den Sportstätten sicher die neue Trainingseishalle, das Fussballstadion, das Hochleistungszentrum und die Sanierung des Bades.*

Ein Generationenprojekt der anderen Art

Das neues Gesak wird somit auch im Bau zum Generationenprojekt. «Wir haben die Gesak-Abstimmung immer als Aufforderung, nochmals über die Bücher zu gehen, empfunden, und nicht als grundsätzliche Ablehnung», gab Urs Marti gestern gegenüber Radio Südostschweiz zu verstehen, «ab einem gewissen Alter kann man Sportanlagen auch nicht mehr sanieren, da muss man neu bauen.» Wer schon mal auf den Toiletten an der Churer Ringstrasse war, weiss, wovon Marti spricht…

In einer ersten Etappe werden – sollte der bürgerliche Gemeinderat dem Vorhaben zustimmen – die Fussballfelder an der Oberen Au (neu) gebaut, inklusive Infrastruktur. Die Detailplanungen will der Stadtrat erst nach einer Zusage des Stadtparlaments in Angriff nehmen. Dieser erste Ausbauschritt war abzusehen: Damit ist das Ende des altehrwürdigen Stadions Ringstrasse besiegelt, ein neues Schulhaus und Wohnbauten nehmen dessen Platz ein. In der Folge sollen, wie GRHeute berichtete, die Schulhäuser Daleu und Florentini geschlossen werden.

Keine Steuererhöhung nötig

Zu den Gesamtkosten des Projekts konnte Marti keine Aussage machen. Dafür gab er bekannt, dass im Gegensatz zum alten Gesak-Projekt keine Steuererhöhung nötig sei.

In weiteren Projektschritten sind Infrastrukturen für Eishockey, Schwimmen und Tennis vorgesehen. Ausserdem soll an der Oberen Au eine Eventhalle entstehen.

 

* Edit: Die ursprüngliche Äusserung, dass die Teilprojekte nicht dem Volk vorgelegt werden, stimmt so nicht. Wir im Artikel beschrieben, hängt dies jeweils vom Volumen des Teilprojekts ab. Wir entschuldigen uns für die ungenau Darstellung.

 

(Bild: GRHeute)