Lina Moser ist Bloggerin aus Grüsch und porträtiert in unregelmässigen Abständen «Lüt vu Graubünda». Dabei berichtet sie über einen Aspekt aus dem Leben von «normalen» BündnerInnen. Der Blog ist lose angelehnt an die populäre Webseite «Humans of New York».

Sean Byron, 37, Falera

«Die Welt ist ein Spielplatz»

Die Musik ist mein Leben. Etwas vom Wichtigsten für mich ist, dass man hinterfragt, dass man nicht vorbehaltlos alles annimmt was bereits vorhanden ist, dass man selber denkt. Seit gut fünfzehn Jahren produziere ich nun schon Musik in verschiedenen Stielrichtungen. Ich halte gerne Momente fest in Form von Zeichnungen, Fotos oder Filmen. Aber speziell meine Begeisterung an der Musik ist ansteckend – sagt man. Und wenn ich so zurückdenke, stimmt das. Seit jeher habe ich Interessierte an die Musik herangeführt, ihnen Basics beigebracht, die sie dann im besten Fall in ihrer eigenen Form weitergeführt haben. Wo ein Funke ist, schütte ich sehr gerne Benzin rein, um das Feuer richtig zu entfachen. Werni von Werner’s Headshop, der mich schon seit Jahrzehnten begleitet und grosszügig unterstützt, meinte vor einem Jahr, dass es nicht sein könne, dass ich – wie man von Künstlern erwartet – quasi von der Hand in den Mund leben muss. Ich solle doch genau das machen, was ich schon seit Jahren mache, einfach mit einer eigenen Website und einer Preisliste drauf. So habe ich mein Unternehmen Byronic Media gegründet. Das Coaching im musischen Bereich beinhaltet unter anderem DJ-Workshops. Diese finden privat und in Kursräumen in Chur (Kabinett der Visionäre), Flims (Livingroom), Laax (Capricorn Backpackers) oder Ilanz (Cinema sil Plaz) statt. Ausserdem vertone ich Werbeaufträge.

Sean Byron (18)

Ich glaube, dass man ist, was man tut. Deshalb tue ich, was ich liebe und gebe das weiter. Ich habe schon in verschiedensten Gegenden gewohnt. Und wo ich hinkomme, erschaffe ich Etwas. Am liebsten durch die Bereicherung anderer Mitwirkender. Ganz nach dem Motto: «wenn nix läuft, mach, dass was läuft»! Also gründe ich wo ich auch hinkomme Vereine oder Gemeinschaften, durch die was läuft. Die Welt ist ein Spielplatz – mach einfach! Zu meiner grossen Freude wurden diese Vereine auch nach meinem Weggang in verschiedensten Formen weitergeführt. So ist die Vernetzung mit der Subkultur in allen erdenklichen Ecken der Welt die ich bewohnt habe ein Gewinn, da ich zu meiner grossen Freude immer wieder zum Mitwirken eingeladen werde. Ende dieses Monats bin ich zum Beispiel in Schaffhausen, wo ich auch einmal gewohnt habe eingeladen, um direkt am Rheinfall zu spielen. Wie geil ist das denn?!

Sean Byron (9)

http://www.byronicmedia.com/

http://www.wernersheadshop.ch

http://www.nightflyers.net

 

(Bilder: GRHeute)