Am 17. September geht’s los: Die beiden Bündner Herren-Mannschaften Alligator Malans und Chur Unihockey steigen in die neue NLA-Unihockey-Saison 2016/2017. Die Vorschau.

Alligator Malans hat mit dem Turniersieg am diesjährigen Champy Cup bereits sein Potenzial für die kommende Saison angedeutet. Im Vergleich dazu konnte Chur Unihockey mit dem 6. und letzten Platz ihren eigenen Ansprüchen noch nicht gerecht werden. Das Fanionteam aus Chur nutzte das Turnier, um zu testen und muss in der kommenden Saison insgesamt acht neue Spieler in das Team integrieren.

Die Erwartungen für die in zwei Wochen beginnende Spielzeit an die beiden Bündner Teams sind genau die gleichen wie die in der vergangenen Saison. Alligator Malans wird für die neue Saison neben Floorball Köniz, SV Wiler-Ersigen und GC Zürich als Meisterschaftskandidat gehandelt. Chur Unihockey wird wiederum nur eine Aussenseiterrolle zugetraut.Alligator Malans Teamfoto 2016

Also alles beim Alten könnte man meinen. Doch für das Team von Iivo Pantzar stehen die Vorzeichen auf eine erfolgreichere Saison sehr gut. Im Vergleich zur vergangenen Saison konnte der Trainer bereits kurz nach dem Aus im Playoff-Viertelfinale gegen den späteren Schweizermeister GC mit der Vorbereitung auf die kommende Saison starten. Am Anfang wurde hauptsächlich an der physischen Verfassung der Spieler gearbeitet. Damit wurde eine gute Basis für die weiteren Trainingsschwerpunkte gelegt. Die Mischung aus erfahrenen Spielern, jungen Talenten, neuen Spieler und Rückkehrern, die Kreativität, Charakter und Erfahrung in das Team bringen, könnte zu neuer Stärke von Chur Unihockey führen. Chur_Unihockey_Teamfoto_NLA-2016

Um den Puls innerhalb der beiden Bündner Teams zu spüren, wurden Iivo Pantzar, Cheftrainer von Chur Unihockey, und Peter Lüthi, Assistenztrainer von Alligator Malans, fünf Fragen gestellt.

Welche Kadermutationen gab es auf die neue Saison hin?

Iivio Pantzar: Wir sind mit den getätigten Transfers sehr zufrieden. Bereits im Frühling konnten wir die Verpflichtung von Sandro Aeschbacher, Marcel Stucki (beide UHC Grünenmatt) und Andrin Zellweger (WaSa) vermelden. Zum Fanionteam zurückgekehrt sind Paolo Riedi (Karlstad IBF, SWE) und Daniel Gerber (Tigers) zudem wurde das Team mit Mikko Sipilä (SSV Viikingit, FIN) verstärkt. Aus dem eigenen Nachwuchs wurden Luca Feiner, Sandro Breu und Mauro Decasper in die erste Mannschaft berufen.

Im Gegensatz dazu stehen die Abgänge von Christoph Camenisch, Joel Magnin, Sebastian Gafvelin und Victor Ferraresi.

Peter Lühi: Neben den Abgängen von David Holenstein (UHC Uster), Jan Vetsch (UHC Sarganserland, NLB), Mike Jäger (Iron Marmots Davos, NLB) und Janne Hulmi (zurück nach Finnland) konnten wir den Kern der Mannschaft halten und gezielt mit Verteidiger Christoph Camenisch (Chur Unihockey) und Stürmer Jarkko Nurmela (NST Lappeenranta) zwei hoffnungsvollen Spielern unser Team weiter verstärken.

Welche Ziele hat sich Ihre Mannschaft für die kommende Saison gesetzt?

Iivio Pantzar: Unsere Ziele, die wir verfolgen, liegen hauptsächlich im täglichen Training. Wir wollen trotz der hohen Belastung als Amateursportler in jedem Training unsere beste Leistung erbringen und schlussendlich als Team weiterkommen. Natürlich wollen wir in der Meisterschaft und im Cup einen weiteren Schritt nach vorne machen. Die Mannschaft glaubt daran, dass es auch möglich sein wird, wenn wir in jedem Training hart arbeiten und uns weiter entwickeln.

Peter Lühi: Wir haben uns konkret keine Saison-Ziele gesteckt. Aber klar mit dieser Mannschaft möchten wir natürlich sicherlich beide Finale erreichen und diese natürlich auch gewinnen!

Wie zufrieden ist der Trainerstaff mit der Vorbereitung und dem Formstand der Mannschaft?

Iivio Pantzar: Unser Sommertraining war im Vergleich zum letzten Jahr sehr gut organisiert. Das eigentliche Training wurde ebenfalls überarbeitet und vielseitiger gestaltet. Die Spieler waren trotz der hohen physischen Belastung sehr zufrieden mit dem zum Teil neuen Trainingsinhalt. Offiziell haben wir am 1. August mit dem Unihockey-Training begonnen und nebenbei nach wie vor viel im physischen Bereich gearbeitet. Derzeit läuft alles wie geplant und wir wissen ebenfalls dass es noch viel zu tun gibt.

Peter Lühi: Wir sind soweit eigentlich zufrieden. Wir haben mit dem Trainingslager in Tampere und dem Champy Cup erste Schlüsse ziehen können über den Formstand einzelner Spieler und dem Team auf dem Feld allgemein, wobei die Resultate für uns zweitrangig waren. Aber wir wissen auch, dass dies nicht die alleinige Wahrheit ist und wir schlussendlich in der Meisterschaft bereit sein müssen. Ziel ist es, sich auf die Saisonhöhepunkte als Mannschaft hin zu steigern, diese sind bekanntlich erst im März und April 2017; ein langer Weg!

Welche Stärken zeichnen das Team aus?

Iivio Pantzar: In unserer Mannschaft gibt es keine grossen „Superstars“ wie es zum Beispiel andere Teams haben. Vielleicht ändert sich ja die Situation gegen Ende der Saison! Wir sind heute in der Lage, drei ausgeglichene gute Linien zusammen zu stellen und haben im Vergleich zu den vergangenen Jahren mehr Spieler die ein gutes NLA-Niveau erreichen können.

Peter Lühi: Die Verantwortung ist auf sehr viele Schultern verteilt. Der Kern der Mannschaft ist im besten Unihockeyalter und hungrig auf Erfolge!

Welche Teams werden die Top-Vier-Plätze belegen und aus welchem Grund?

Iivio Pantzar: Natürlich wollen wir nach den Playoffs einer der Top-Vier-Plätze belegen. Vor der Saison möchte ich aber vier andere Favoriten nennen.

Der Hauptfavorit wird nach wie vor der SV Wiler-Ersigen sein. Sie werden nach einer enttäuschenden letzte Saison hungriger sein, werden den Titel wieder zurückholen wollen. Zudem verfügt das Team über sehr viel Erfahrung, die es dazu braucht, um Meistertitel zu holen.

Floorball Köniz spielte in der vergangenen Saison, im Vergleich zu den anderen Teams, das beste NLA-Unihockey. Sie werden mit dem fast gleichen Team in die neue Saison starten und werden auch in diesem Jahr zu den Top-Vier-Mannschaften gehören. Köniz hat durchaus eine realistische Chance, den Meisterschaftstitel zu gewinnen.

Der amtierende Champion GC Zürich hat mit Kim Nilsson und Nico Scalvinoni zwei sehr wichtige Leistungsträger verloren. Trotzdem verfügt das Team über weitere gute Spieler und konnte ebenfalls gute Transfers tätigen. GC Zürich ist klar ein Kandidat für die Top 4.

Der UHC Alligator Malans zeigte in den vergangenen Play-offs, nach einer schwierigen Qualifikationphase, dass sie nach wie vor zu den besten Teams der NLA gehören. Zudem verfügen sie über eine komplette Linie mit Nationalmannschaftsspielern. Alligator Malans gehört in dieser Saison zu den Top-4-Teams.

Peter Lühi: Floorball Köniz verliert zwar drei Leistungsträger der letzten Saison, ist aber nach wie vor sehr stark. Sie verfügen über ein sehr ausgeglichenes und gutes Kader.

GC Zürich, der amtierende Meister, konnte die Abgänge mit neuen Hochkarätern kompensieren und ist sowieso eine Mannschaft, welche in der Qualifikation nichts anbrennen lässt.

Der SV Wiler Ersigen möchten nach dem letztjährigen frühen Viertelfinal-Out wieder an alte Stärken anknüpfen.

Alligator Malans möchte nach einer sehr turbulenten letzten Saison mit gezielt verstärkten Mannschaft zurück an der Spitze der NLA.

 

 

(Bilder: alligatormalans.ch/churunihockey.ch/Titelbild: EQ Images – Patrick Vetsch (l, Malans))