Die Audio Dogs spielen seit einiger Zeit in ganz Graubünden fulminante Konzerte. Nun haben sie sich erstmals an einen eigenen Tonträger ran gewagt. GRHeute hat die neue CD «full.moon.junkies» in den Player gelegt und genauer hingehört.

Rock «Made in Switzerland» – 5 Jungs, welche die Musik der 70er und 80er Jahre wieder aufleben lassen. Purer Gitarren-Rock!

Marco Mazzucchi (Vocals), Beat Kilgus (Bass), Marcel Maissen (Ryth. Guitar), Harry Schädler (Lead Guitar) und Raphael Guler (Drums) haben sich zusammen gefunden, um auf jeder Stage den Rock’n’Roll raus zulassen.

Nebst einigen eigenen Songs spielen die Audiodogs auch Covers von bekannten Rockgrössen wie Motörhead, Slash, Pearl Jam, Ozzy Osbourne und Thin Lizzy.

So steht es im Infotext auf ihrer Facebook Seite, doch halten die Jungs was sie versprechen und hissen die Fahne des Rock’n’Rolls auch auf ihrem Tonträger.

Die CD «full.moon.junkies» startet mit dem Song «Alive», welcher ursprünglich von den Grungeveteranen Pearl Jam stammt. Guter Evergreen, welcher bei mir viel nostalgische Gefühle weckt und mir nach all den Jahren immer noch sehr gefällt. Die Stimme von Marco Mazzucchi kommt recht nahe ans Original, was ein grosser Pluspunkt ist.

Dann folgt mit «Lapsed Soul» eine recht starke eigene Nummer, die Lust auf mehr macht und mächtig abrockt.

Danach folgt mit «We’re all gonna die» eine Nummer, die der Kultgitarrist Slash mal mit dem Urgestein Iggy Pop aufgenommen hat. Dieser Track wird jedoch nicht allzu vielen als Song bekannt sein und nun via Audio Dogs den Weg in die Ohrmuscheln der Bündner Musikgemeinde finden. Rockt ganz gut die Nummer.

Dann folgt mit «In the name of Pain» wieder eine eigene Nummer, welche das Ende einer Beziehung hoffnungsvoll zusammen fasst. Eine starke Rocknummer, die eine Beziehungskiste mal ein wenig anders angeht.

Die nächste Nummer ist im Orginal von Elton John, wurde aber bereits von Nickelback gecovert und feiert hier das dritte Cover von den Audio Dogs «Saturday Night’s alright». Gegen diese Nummer gibt’s nicht viel einzuwenden, denn sie ist ein absoluter Partytrack. Kenne ich aber schon von vielen Coverbands, darum für mich eher ein Zappingsong.

«Lady Blue» zeigt die Audio Dogs wieder in eigener rockiger Qualität. Sie könnten eigentlich ja recht gute Nummern schreiben, die locker neben den Covers bestehen können.

So kommen wir gleich zum nächsten Track «Dani California» von den Red Hot Chilli Peppers, der für mich das grösste No-Go auf der ganzen CD darstellt. Der Song ist einerseits fast ein wenig zu aktuell um ihn zu covern, andererseits hat es so ein wenig einen schalen Beigeschmack. Das ist so wie jede Engadiner Band «Keep on rockin‘ in the free world» im Programm hat. Dies sind einfach solche Songs, die man schon zu oft gehört hat und bei dem der aktuelle Vergleich zum Orginal gegeben ist. Die Audio Dogs können noch so gute Musiker sein, gegen die Chilli Peppers müssen sie sich doch hinten anstellen. Sehr unglückliche Wahl.

Trotz diesem «Dislike» für die Hymne, finden die Jungs mit dem eigenen, eben so betitelten Track wieder zurück auf den Weg und reissen mächtig ab. Musikalisch haben die Churer/Lenzerheidner Truppe schon mächtig was auf dem Kerbholz.
«Ace of Spades» ist eine lässige Zugabe und als Tribut für den im letzten Jahr verstorbenen Lemmy Kilmister absolut in Ordnung.

14053786_514112398799738_1408019680037753992_o

Schlussfazit:
Die Audio Dogs sind eine starke Truppe aus sehr talentierten Musikern, die das komplette Album «full.moon.junkies» live (!) eingespielt haben. Ich verstehe einzig nicht, warum es so viele Covers auf ein Debütalbum schaffen. Mit Covers habe ich als Musikfan einfach das Bedürfnis eher zum Original zu greifen. An Livekonzerten mal einen Cover unter zu bringen, ist für mich als Fan absolut okay. Doch bei einer CD bestehend aus neun Liedern, sage und schreibe fünf Covers aufzunehmen, empfinde ich als fragwürdig.

Die eigenen Nummern müssen sich absolut nicht verstecken und sind den Kauf der CD wirklich wert. So wünsche ich mir für die Zukunft der Band Audio Dogs, dass sie sich mehr auf die eigenen Nummern fokussieren und aus dem Schatten ihrer Rockhelden treten. Denn Coverbands gibt es auf dieser Welt schon genug.

Mehr Infos zu den Audio Dogs findet Ihr auf www.audiodogs.ch.

 

(Bilder: zVg.)