Gian-Luzi und Marco sitzen bei Frieda am Stammtisch. Gleich daneben beobachtet Wildmannli die Szene. So, irgendwie.

 

Gian-Luzi: Diese Scheiss-Kids. Sitzen in der RhB und starren alle aufs Handy.

Marco: Was ist dir denn über die Leber gelaufen?

Gian-Luzi: Ist doch wahr. Die wissen nicht mal, was für Wetter ist. Ich sag dir, echt, die haben keine Ahnung. Wenn man sie fragt: Wie ist das Wetter so? Dann öffnen sie die Meteo-App.

Marco: Naja, so schlimm ist’s auch nicht. Gewöhn dich lieber dran. Ist doch super, immer alles Wissen dabei zu haben, das man braucht. Übrigens, ich wollte dir noch was zeigen. Sieh mal, was mit der Compi gestern angetan hat…

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Marco: Brutal, nicht?

Gian-Luzi: Hörst du mir eigentlich zu? Ich sag dir, mir geht die ganze Bildschirm-Starrköpfigkeit langsam auf den Geist – und du zeigst mir an deinem iPhone, wie du mal im Jassen verloren hast? Das hast du mir sowieso schon mal gezeigt.

Marco: Sicher nicht. Ist von gestern. Du bist taub! Wart, ich zeig dir was, das dich aufheitert.

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Marco: Cool, nicht?

Gian-Luzi: Hmm, die Kuh ist ziemlich witzig. Aber hau jetzt bitte einfach ab mit dem Teil. Ich starre schon den ganzen Tag auf flackernde Elektroden, ich hab genug.

Marco: Moment, etwas Spannenderes, das packt auch dich. Schau mal, die rennen um ihr Leben.

 

Hard to imagine the penguins are running for their life

 

Gian-Luzi: Hör jetzt bitte einfach auf, ich will das jetzt nicht. Ich will hier bei Frieda in Ruhe mein verdientes Feierabend-Bier geniessen, begreifst du das nicht?

FRIEDA, kannst Du nicht ein Handyverbot hier drinnen aussprechen? Dann ging’s mir besser.

Frieda: Sorry, Luzi, da muss ich passen. Was soll ich denn machen, wenn mal nichts läuft? Weisst du, ich hab da so ein Kätzchen, das ich auf meinem Samsüngli gross ziehe. Das ist wirklich uu herzig. Ich meine jetzt nicht so doofes Zeugs, sondern wirklich megaherzig, und man kann sehr viel machen mit ihr. Wenn du das auch hättest, könnten wir uns zusammen im Park treffen. Die Kätzchen spielen dann miteinander und das ist auch billiger als eine richtige Katze.

Gian-Luzi: Zombies. Ich sag nur: Zombies. Was ist bloss los mit euch?

Marco: Also, nur um das klar zu stellen: Mit solchem Mist wie Frieda würde ich meine Zeit auch nicht verschwenden. Da bin ich voll und ganz auf deiner Linie, Luzi. Ausserdem wär mir ein Samsung-Gerät zu gefährlich. Die explodieren doch dauernd. Wart, hier hab ich’s.

Gian-Luzi: Was ist das denn? Spanisch, Portugiesisch?

Marco: Ein willkommener Nebeneffekt, Luzi. Je mehr man das Gerät benutzt, desto mehr lernt man. Die nächste Generation wird superschlau, mein Freund.

Gian-Luzi: Jetzt, wart mal… Ich nerv mich über die Pixel-Sklaven und du wirst natürlich gleich zu ihrem Anwalt. Du sagst das jetzt doch nur, um das Gegenteil von mir zu sagen.

Marco: Vorteil, Gegenteil, Hinterteil. Warte nur ab. Die Affen aus dem Zug, die nur auf’s Handy glotzen können, werden uns in Bälde an allen Fronten überrennen. Wir gehören schon bald zum alten Eisen, Luzi. Du musst schauen, dass du nicht stehen bleibst. Sonst bleibst du auf der Strecke.

Gian-Luzi: Ich will doch einfach nur meine Ruhe.

Marco: Dann musst du zuhause bleiben.

Gian-Luzi: Aber nur jetzt. Hier. Wenigstens bei Frieda, Marco. Biiiiiittte!

Marco/Frieda: Keine Chance!

 

Wildmannli greift nach seinem Teil und macht ein Bild vom armen Gian-Luzi und stellt es genau hierhin. Exklusiv auf GRHeute.

traurig

 

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