Ursina ist in der Bündner Musikszene das nächste grosse Ding. Die Künstlerin aus Disentis entwickelte sich in den letzten zwei Jahren vom Geheimtipp unter Musikkennern zur Folkhoffnung Graubündens. Bereits dieses Jahr war sie relativ oft auf Tour. Nun hat sie ihre erste Single zum neuen Album veröffentlicht, die auf den sozialen Netzwerken zurzeit für Furore sorgt. Zeit ihr ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

Die «You Have My Heart» – Tour ist seit Kurzem in vollem Gange. Obwohl die eigentliche Tour zum Debütalbum erst im Februar richtig los geht, ist ihr Terminkalender voll mit Konzertankündigungen. Dies sicher um die Werbetrommel für das neue Album zu rühren und die Songs einem noch grösserem Publikum bekannt zu machen.

Eines muss man den Romanisch sprechenden Künstlern in unserem Kanton einfach lassen: sie sind Reisende. Denn neben den Hitparadenstürmern von Me + Marie, sind auch Bibi Vaplan und natürlich die Liricas Analas ständig auf Tour. So sind es vor allem die Romanisch-Sprechenden, die Graubünden nach aussen repräsentieren und weit umher reisen, um ihre in den Bündner Bergen entstanden Lieder unter die Leute zu bringen.

Doch Ursina ist anders:

Sie steht für ungewohnte Klänge in der Schweizer Musikszene: Wurlitzer, Omnichord, romanischer und englischer Gesang. Ein Potpourri aus Singer-Songwriter, Pop und Folk inspiriert von einer musikalischen Lehrreise durch Skandinavien: So klang die am 26. April 2013 erscheinende EP «Time Is A Thief» der Disentiser Sängerin Ursina.

Nun sind bereits mehr als drei Jahre seit der Debüt-EP vergangen, also allerhöchste Zeit mal anzuklopfen und nachzufragen.

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Deine zwei EPs «Time Is A Thief» und «Hiding Behind A Mask» haben ziemlich hohe Wellen geschlagen. Wann erscheint der erste Longplayer?
Unser Debütalbum «You Have My Heart» erscheint am 27.01.2017 auf dem Basler Label Radicalis Music.
Haben dich der Erfolg und die vielen Konzerte nicht ein wenig überrascht?
Mit dem Release der ersten zwei EP’s (Time Is A Thief 2013 und Hiding Behind A Mask 2014) habe ich erstmals von mir hören lassen. Es waren die ersten zwei Schritte auf einem hoffentlich noch langen Weg. Die positiven Reaktionen gaben mir Mut, weiterzumachen und meinem Instinkt zu folgen.
Wie wichtig ist das Touren für dich?
An Konzerten bringt man die Musik zu den Leuten. Dort spürt man sehr direkt, wie die Musik bei den Zuhörern ankommt. Konzerte zu spielen liegt mir aus diesem Grund sehr am Herzen.
Du bist ziemlich viel auf Tour. Singst du die Romanischen Lieder eigentlich noch, wenn du an einem Ort spielst, an dem niemand Romanisch spricht?
Natürlich!! Warum sollte ich das nicht tun? Es ist ja nicht so, dass jeder perfekt Englisch kann und jedes Wort versteht. Eine Sprache lebt nicht nur vom Inhalt sondern auch vom Klang.
Warum hat es dir der Folk so angetan? Viele in deinem Alter verschreiben sich ja eher dem Rock oder gar dem Rap.
Nicht nur der Folk hat es mir angetan. Ich höre auch andere Musik, wie zum Beispiel Jazz, Elektropop oder Indie Rock. All das fliesst automatisch in meine Songs und meine Musik hinein. Was dabei herauskommt ist wahrscheinlich schon am ehesten im Folk anzusiedeln. Viel der heutigen Musik kann man nur schlecht in ein Genre zwingen, da die Musiker von allen Seiten stark beeinflusst werden.
Bist du zum Schreiben der neuen Songs in die Surselva zurückgekehrt?
Der Schreibprozess fand irgendwo zwischen Disentis, Zürich und Berlin statt. Ich habe mich von der Surselva aber auch von der Stadt inspirieren lassen.
Wann gibt es wieder einmal ein Heimspiel von dir in Graubünden?
Am 16. Februar 2017 in der Werkstatt Chur.
Hältst du mit Konsorten der Bündner Musikszene Kontakt oder ist dies ein wenig schwierig geworden, da ihr viel unterwegs seid?
Ich stehe mit vielen, vor allem mit den rätoromanischen Musikern, in engem Kontakt und geniesse diesen Austausch sehr. Wir mögen uns und sind wie eine grosse Familie.

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Mehr Informationen zu Ursina auf www.ursinamusic.com.

 

(Bilder: zVg.)

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