«Er sait-si sait» haben sich gestern die Live-Übertragung des Olympia-Duells Pult-Lebrument angesehen. Und sind auch auf den Duell-Geschmack gekommen.

Das Duell Jon Pult – Hanspeter Lebrument fühlte sich an wie ein Duell zwischen Vater und Sohn. Auf der einen Seite der zornige alte Mann, auf der anderen Seite der aufmüpfige Jungspund.

Die Argumente von SP-Grossrat Jon Pult und Somedia-Verleger Hanspeter Lebrument hatten sich seit der Ankündigung des Duells nicht verändert. Jon Pult ist gegen Olympia, weil ihn das Konzept und dessen positive Wirkung auf die Wirtschaft des Kantons Graubünden nicht überzeugt. Hanspeter Lebrument ist dafür, weil er von der Signalwirkung dieser Veranstaltung für die Wirtschaft des Kantons Graubünden überzeugt ist.

«Ich habe hier ein Haus gebaut. Ich habe hier Zukunft gebaut», sagte Hanspeter Lebrument einmal während des Duells, das in den heiligen Hallen der Somedia ausgetragen und technisch einwandfrei via Live-Stream auf Facebook übertragen wurde. Der Verleger mag eigentlich nicht mehr diskutieren; es ist bereits alles gesagt. «Wie oft muss ich das noch sagen?», fragt er mehrmals. «Warum legen Sie sich so ins Zeug? War dieses Projekt ihre Idee?», fragte hingegen Jon Pult.

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Provokant wie ein Sohn, der sich auf jeden Fall von seinem Elternhaus differenzieren will. Hanspeter Lebrument geriet mehr als einmal in Rage. Wie ein Vater, der seinen Sohn auf den richtigen Weg bringen will. Der Schlagabtausch war zeitweise so heftig, dass sich Moderator und Regionalredaktor Olivier Berger wie unnützes Dekorationsmaterial vorgekommen sein muss.

Jon Pult ist rhetorisch brillant; man hört ihm zu, auch wenn man gar nicht seiner Meinung ist, was man von Hanspeter Lebrument nicht unbedingt sagen kann. Den Befürwortern von Olympia 2026 fehlt ein Jon Pult – einer, der die Argumente vom Tisch fegt. Einer, der hinsteht und sagt: Wir schaffen das. Wir brauchen das. Eine solche Person fehlt immer noch. Auch mit Andreas Wieland. Auch Andreas Wieland ist rhetorisch geschickt. Aber er ist nicht Jon Pult. Kommt hinzu, dass sich Wieland nach der Abstimmung auf jeden Fall zurück zieht und sich wieder auf seine Tätigkeit als CEO der Hamilton konzentrieren will. Wer die rhetorische Lücke füllt, ist noch nicht geklärt.

Hanspeter Lebrument ist mit 75  Jahren mehr als doppelt so alt wie Jon Pult. Er wird, sollte Olympia 2026 nach Graubünden kommen, 85 Jahre alt sein und das Spektakel im Medienhaus über zahlreich vorhandene Bildschirme sehen. «Ich kann nicht mehr da raus», sagte er fast bedauernd.

Jon Pult wird, sollte Olympia 2026 nach Graubünden kommen, 42 Jahre alt sein. Vielleicht wird er mit seinen Kindern im Zielraum stehen und den hoffentlich zahlreichen Bündner Sportlerinnen und Sportlern zuwinken. Voller Stolz.

(Bild: Screenshot Facebook-Live-Stream «Südostschweiz»)

 

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