GRHeute hat am Donnerstagmittag auf dem Sportplatz Ringstrasse die Gelegenheit genutzt, mit Jouke Faber, dem neuen Cheftrainer der 1. Mannschaft von Chur 97, und Josef Müller, dem Vereinspräsidenten des Stadtclubs, ein paar Worte zu wechseln.

Drei Kandidaten standen laut Aussage von Josef Müller nach Aussortieren verschiedener weiterer Interessenten in der engeren Auswahl, Nachfolger des kürzlich zurückgetretenen Chur 97-Trainers Thomas Waser zu werden. Es waren dies Livio Bordoli, zuletzt Trainer bei der AC Bellinzona, dem FC Lugano und dem FC Aarau, Martin Stocklasa, 113-facher liechtensteinischer Nationalspieler, unter anderem Trainer von Dynamo Dresden und des SV Ried und in seiner letzten Funktion als Talent-Manager und Assistenztrainer des FC St. Gallen an der GV Mitte November freigestellt und seiner Aufgaben per sofort entledigt worden und schliesslich noch die interne Lösung Jouke Faber, der als Spieler und Trainer eine interessante Laufbahn hinter sich hat. 

Dabei hätten im Prinzip alle drei sehr erfahrenen Fussball-Fachleute dem Profil entsprochen, das die Vereinsverantwortlichen für den zukünftigen Chur 97-Trainer erstellt hatten. Nach Abwägen von Pro und Contra hat man sich schliesslich nicht nur für die naheliegendste, sondern derzeit zweifellos auch erfolgsversprechendste Lösung in der Person des 55-jährigen ehemaligen FC-Chur-Spielers und heutigen Technischen Leiters der Juniorenabteilung, Jouke Faber, entschieden.

Ein Trainer mit klaren Vorstellungen

Jouke Faber ist aber zweifellos keine Verlegenheitslösung, denn dafür ist der gebürtige Holländer, der vor seinem Engagement bei Chur 97 als Nachwuchschef bei Ittihad in Saudi-Arabien tätig war, ein zu ausgewiesener und allseits geschätzter Fussball-Profi, der auf verschiedenen Stufen und in verschiedenen Nationen gearbeitet hat und so auf einen riesigen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann.

In seiner ursprünglichen Aufgabe als Junioren-Koordinator strebte Jouke Faber bei Chur 97 eine einheitliche Philosophie im Nachwuchsbereich an und in dieser Hinsicht habe er gemäss eigenen Aussagen bereits einiges aufgegleist und optimiert. Deshalb sehe er persönlich die Berufung zum Cheftrainer des Stadtclubs auch als grosse Chance, die im ganzen Verein in die Wege geleiteten Neuerungen von oben herab zu überwachen und nötigenfalls zu verbessern.

Jouke Faber bezeichnet sich selbst als offenen, kommunikativen und humorvollen Menschen, der allerdings auch knallhart durchgreifen kann. Er bedauert den Abgang von Thomas Waser sehr und möchte eigentlich dessen erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Ein Dorn im Auge sind ihm trotz der sehr erfolgreich verlaufenen Vorrunde die vielen Gegentore des Fanionteams, die er in Zukunft mit dem sofortigen Umschalten von der Offensive in die Defensive und damit einhergehend einer möglichst aggressiven Balleroberung verhindern will.chur97

Was dem designierten Übungsleiter momentan noch fehlt, ist ein Assistenztrainer, wobei für diesen Posten einige Leute in Frage kämen. Mit dem ehemaligen Torhütertrainer Romano Cabalzar habe er ebenfalls bereits gesprochen. Dieser habe sich aber noch nicht entschieden, ob er weitermache oder nicht. Was das Kader anbelangt, hofft Jouke Faber, dass sich nicht allzu viel verändere.

Trainingsbeginn ist am 17. Januar, wobei vier Einheiten pro Woche geplant sind und wenn möglich auch durchgeführt werden sollen, um dann beim Start in die Rückrunde, der am 19. März auswärts gegen den FC Uster erfolgt, gerüstet zu sein. Am 21. Januar ist voraussichtlich in Domat/Ems ein erstes Trainingsspiel gegen den NLA-Club FC Vaduz angesetzt, gefolgt von weiteren Testspielen. Und es wird wohl nicht nur bei einer klaren Ansage von Jouke Faber bleiben.

 

(Bilder: GRHeute)

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