Was haben das WEF, die Behinderten-WM der Bobfahrer und der Hotelbrand von Arosa gemeinsam? Sie zeigen alle, dass Graubünden reif ist für eine Olympiakandidatur.

Am Jahresmeeting des World Economic Forum, das gestern in Davos begann, treffen sich Wirtschaftsführer, Politiker, Diplomaten und Medienleute – und das in einer Kleinstadt in den Alpen. Wer sich mit Sicherheit, Logistik und Events befasst, staunt wohl immer wieder, wie Davos und Graubünden das WEF Jahr für Jahr so reibungslos zustande bringen.

Das WEF ist mehr als nur Davos: Das WEF ist ein riesiges Teamwork, bei welchem Fachleute, Sicherheitskräfte und Unternehmen aus der ganzen Schweiz und auch aus dem Ausland zusammenspannen. Und es ist der lebende Beweis, dass das weltweit einzigartige Konzept «Dorf im Dorf» funktioniert, in welchem bei Olympischen Spielen Athleten, Offizielle, Sponsoren und Medien in Davos, St. Moritz und möglicherweise Bad Ragaz sicher und komfortabel untergebracht werden sollen.

In eigener Sache

Wir begrüssen heute Brigitte Küng erstmals in der Tourismus.Total-Runde von GRHeute. Frau Küng ist die Leiterin des KMU-Zentrum Graubünden, und sie nimmt den Posten von Claudia Züllig ein, die sich aus beruflichen Gründen leider zurückziehen muss. GRHeute sagt herzlichen Dank, Claudia, für die interessanten Beiträge!

 Eine Woche vor den Ski-Weltmeisterschaften wird auf dem St. Moritzer Olympia Bobrun die Weltmeisterschaft der behinderten Bobfahrer stattfinden. Im Monobob rasen die Rollstuhlsportler den St. Moritzer Natureiskanal hinunter. Der Event wird in den internationalen Medien wohl wenige Wellen schlagen. Er beweist aber, dass in Graubünden nicht nur Grossevents wie eine Ski-Weltmeisterschaft zählen, sondern dass wir auch Platz und ein Herz für kleinere Veranstaltungen haben. Die Paralympics in Graubünden werden neben den Olympischen Spielen eine vergleichsweise kleine Veranstaltung sein. Den Teilnehmern und Millionen von Menschen mit einer Behinderung werden sie umso mehr bedeuten. Auch das ein Grund, eine Kandidatur für Graubünden anzustreben.

Eine Woche vor den Ski-Weltmeisterschaften wird auf dem St. Moritzer Olympia Bobrun die Weltmeisterschaft der behinderten Bobfahrer stattfinden. Im Monobob rasen die Rollstuhlsportler den St. Moritzer Natureiskanal hinunter. Der Event wird in den internationalen Medien wohl wenige Wellen schlagen. Er beweist aber, dass in Graubünden nicht nur Grossevents wie eine Ski-Weltmeisterschaft zählen, sondern dass wir auch Platz und ein Herz für kleinere Veranstaltungen haben. Die Paralympics in Graubünden werden neben den Olympischen Spielen eine vergleichsweise kleine Veranstaltung sein. Den Teilnehmern und Millionen von Menschen mit einer Behinderung werden sie umso mehr bedeuten. Auch das ein Grund, eine Kandidatur für Graubünden anzustreben.

«Graubünden ist nicht reif für gemeinsame Spiele», sagte mir kürzlich ein Davoser Gast. «Der Neid zwischen den Talschaften ist einfach zu gross.» Am Beispiel des Hotelbrandes von Arosa möchte ich das zumindest entschärfen. Die Solidarität mit den Opfern des Brandes, den Hoteliers und den Gästen war enorm – auch von ausserhalb des Schanfiggs. Trotz Hochsaison fanden wir zum Beispiel eine Möglichkeit, eine spanische Reisegruppe kurzfristig in Davos unterzubringen. Sie hätte in dem abgebrannten Hotel in Arosa wohnen sollen. Auch die Kooperation zwischen Arosa, Davos und dem Engadin zur Tour de Suisse ist ein Beleg dafür, dass zumindest Anfänge einer Kooperation zwischen den Orten und Talschaften bestehen.

Und hier ist der für mich wichtigste Grund für eine Olympiakandidatur: Sie wird die Austragungs- und Unterbringungsorte im ganzen Kanton zwingen, zusammen Lösungen für ein Ganzes zu ermöglichen. Neue, gemeinsame Ansätze werden entstehen, um die Probleme von morgen anzupacken. Mit den Projektarbeiten werden sich persönliche Bekanntschaften entwickeln, die sich danach über Jahrzehnte bewähren werden. Graubünden wird wieder näher zusammenwachsen.

Ob wir 2018, in der zweiten Volksabstimmung, eine Durchführung der Spiele bejahen oder ablehnen, ist heute noch zweitrangig. Eine Kandidatur allein wird Graubünden stärken. Deshalb bin ich dafür.

KOMMENTAR

Die Fronten scheinen mir punkto Olympiadiskussion ein wenig verhärtet. Umso spannender, dass Reto Branschi einen weichen Aspekt aufgreift, der mitten in die Bündner Seele trifft: Zusammenhalt anstatt Grabenkämpfe tun in Graubünden Not. Kooperation ist eines Erfolgsgeheimnisse der Zukunft – und leider zu oft ein Lippenbekenntnis. Genauso übrigens wie das Schlagwort „Innovation“. Ein gemeinsames Grossprojekt, mit dem wir unser Know-how unter Beweis stellen und gemeinsam dazu lernen, kann innerhalb des Kantons Brücken schlagen, Innovationsimpulse auslösen und neue Visionen hervorbringen. Das können wir auch ohne Olympia schaffen, aber der Grossanlass ist eine Chance, uns schneller für die Zukunft fit zu machen.

Brigitte Küng, Leiterin KMU-Zentrum Graubünden

VIDEO-KOMMENTAR

 

 

Pascal Jenny, Kurdirektor Arosa und Präsident Tourismus-Partei.CH

 

Die Tourismus-total-Expertenrunde von GRHeute berichtet und kommentiert einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden. Unverblümt und direkt von der Front.