Das Hockey Pauer Ranking ist eine wöchentliche Hockey Kolumne mit den zehn interessantesten Meldungen, besten Spielern und lustigsten Aktionen der Woche. Ein Ranking, das man nicht immer all zu ernst nehmen sollte.

 

10. Politiker der Woche: Vladimir Putin

„They’re going home!“

Jetzt ist es offiziell: Russland will Revanche für die Schmach, die die Red Army in den 70er einstecken musste. Wer nicht weiss, worum es geht: Damals bestritt die Nationalmannschaft der Sowjetunion verschiedene Spiele in Nordamerika gegen NHL Teams und zerpflückte einen Gegner nach dem Anderen. Bis die Red Army auf die Philadelphia Flyers trafen. Die Flyers, damals berüchtigt unter dem Namen Broad Street Bullies, waren ein Synonym für extrem hartes Eishockey. Es dauerte weniger als ein Drittel, bis die russische Nati frustriert das Eis verliess, mit der Begründung, die Flyers spielen zu hart. Damals war das eine weltbewegende Begegnung, die mit einem 4:1 Sieg für die Flyers endete – die einzige Niederlage der Red Army wohlgemerkt.

 

40 Jahre danach kommt es zum Rematch, und kein anderer als Vladimir Putin hat a) die Affiche aufgesetzt und b) zieht in Erwägung, ebenfalls aufs Eis zu treten, um sich für die Schmach von damals zu revanchieren. Wahnsinnig. Unglaublich. Die Politik von heute ist unterhaltsamer denn je. Hier nochmals das Video von der legendären Partie von damals.

 

 

 

 

9. Verlierer der Woche

Das Schicksal von Lenzerheide-Valbella und Engiadina scheint besiegelt, und die beiden Bündner 2. Ligisten werden mit grosser Wahrscheinlichkeit die Relegation bestreiten müssen. Dieses Wochenende kämpften beide Teams um den letzten Playoff Platz, und beide scheiterten auf bittere Art und Weise. Sehr schade, vor allem bei Lenzerheide ist der Saisonverlauf äusserst deprimierend. Ein schlimmer Losing-Streak warf die Zentralbündner stetig weiter nach hinten, mittlerweile ist Lenzerheide-Valbella auf dem letzten Platz angelangt.

 

8. Statistik der Woche

Connor McDavid ist das nächste Generationen-Talent, darüber wurde schon genug geschrieben. 3rdlinegrind hat sich nun die Mühe gemacht, und die verschiedenen Ausnahmekünstler wie Ovechkin, Malkin oder Crosby mit dem Jungstar der Edmonton Oilers zu vergleichen. Sehr interessant.

McDavid Tracker

7. HCD Fact der Woche

Der HCD ist auf Kurs, die Playoffs sind eigentlich sicher. Auch dieses Wochenende waren die Davoser erfolgreich. Aber auch in anderen Jerseys dürfen sich die Landwassertaler auf Schulter klopfen: Nebst Gilles Senn, Claude Paschoud, Samuel Walser, und Mauro Jörg wurde nun auch Fabian Heldner für den Slovakia Cup aufgeboten. Nicht sehr relevant, aber trotzdem eine Erwähnung wert.

 

6. Sieger der Woche

Die beiden besten Bündner 2. Liga Clubs waren auch dieses Wochenende erfolgreich. Der HC Prättigau-Herrschaft bleibt das viertbeste Team im Kanton und hat den zweiten Rang in der Rangliste zementiert. Die Nordbündner haben zwar noch ein Spiel vor sich, aber treffen mit aller Wahrscheinlichkeit in der ersten Playoff-Runde auf Wallisellen. Und auch St. Moritz kann sich auf die Playoffs einstellen und trifft mit hoher Sicherheit auf den SC Rheintal. Eine Vorschau zu den 2. Liga Playoffs folgt.

 

5. Vorschau der Woche 1: Bülach vs. Arosa

Ähnlich bitter verlief die Saison für Arosa. Nachdem die Schanfigger letzte Saison so etwas wie der Shooting Star im Bündner Eishockey waren, wurden sie in der laufenden Saison auf den Boden der Realität zurückgeholt – anfang Saison noch an der Tabellenspitze, reihten sich mehr und mehr Niederlagen aneinander. Und nun, zum Ende der Regular Season der bittere Moment der Wahrheit: Arosa hat es verpasst, sich für die Regio League zu qualifizieren und wird nächste Saison nicht um den dritthöchsten Titel der Schweiz mitspielen dürfen. Ein harter Schlag für die Zentralbündner.

 

Nichts desto trotz hat der EHC Arosa die Chance, in den bevorstehenden Playoffs die Saison zu retten. Im Viertelfinale treffen die Aroser auf den favorisierten EHC Bülach. Die Aussichten für die Aroser sind aber alles andere als rosig: In drei Regular Season Spielen gegen Bülach resultierten drei Niederlagen, und auch wenn das Auswärtsspiel erst im Penalty-Schiessen verloren ging, sind die Chancen für die Schanfigger klein: Das Team um Herbert Schädler wirkt zurzeit trotz aufopferndem Kampf leicht demotiviert – eine Wende wäre überraschend, zumal der Gegner zurzeit das Momentum auf seiner Seite hat.

 

Die bisherigen Spiele Arosa vs. Bülach 2016/17

19.10.2016   1:3 Niederlage (0:1, 0:2, 1:0)

3.12.2016      2:3 Shootout Niederlage (1:0, 0:1, 1:1, 1:0)

4.1.2017        2:3 Niederlage (1:1, 1:0, 0:2)

 

4. Gründe, wieso Arosa die Serie gewinnen wird

Arosa hat nichts mehr zu verlieren. Die Saison war geprägt von Rückschlägen. Zwar gab es keinen Einbruch wie vor ein paar Jahren, die Niederlagen reihten sich in letzter Zeit aber wie kleine Nadelstiche aneinander. Die Schanfigger scheinen mental am Boden – es gibt also keinen besseren Moment, um das Steuer rumzureissen und der Eishockey-Welt zu beweisen, dass der Erfolg der letzten Saison auch seine positiven Spuren hinterlassen hat. Und wer weiss, vielleicht haben die Aroser aus der Playoff-Niederlage gegen Chur im Vorjahr gelernt und überraschen die Bülacher.

Pauer Ranking Tipp: Arosa kann ein Spiel für sich entscheiden, verliert die Serie am Ende aber relativ klar mit 1:3.

 

3. Vorschau der Woche: Chur vs. Wetzikon

Anders der EHC Chur: Die Nummer Zwei im Kanton ist breit abgestützt, erfolgreich und hat das Momentum auf seiner Seite. Im Viertelfinale wartet der EHC Wetzikon, und die Zürcher Oberländer liegen dem EHC. Die Churer haben alle drei Partien gewonnen, teilweise klar, teilweise etwas knapper. In Bedrängnis kamen die Bündner aber nie wirklich und steigen als klare Favoriten in die erste Playoff-Runde.

 

Die bisherigen Spiele Chur vs. Wetzikon 2016/17

8.10.2016      4:1 Sieg (1:0, 1:1, 2:0)

23.11.2016   4:3 Sieg (0:1, 1:1, 3:1)

14.1.2017      6:4 Sieg (3:1, 1:2, 2:1)

Besonders interessant: Yannick Bucher hat in drei Spielen gegen Wetzikon diese Saison bereits vier Tore erzielt.

 

2. Gründe, wieso Chur die Serie gewinnen wird

Die Churer haben verschiedene Waffen im Arsenal, im Sturm, in der Verteidigung und im Tor. Sei es Manuel Holenstein, der Topskorer der 1. Liga, Yannick Bucher, die Nummer 5 in der Skorerliste oder der ehemalige NLA Stürmer Lukas Sieber – Chur kann buchen. Seien es die Routiniers Andreas John, Claudio Engler oder Patric Schwab – die Verteidigung der Hauptstädter hat Erfahrung und kann auch nach vorne Akzente setzen. Und natürlich auch im Tor ist Chur bestens besetzt: Leon Sarkis gehört zu den Top 3 Goalies der 1. Liga. Chur ist auf allen Positionen ready.

Pauer Ranking Tipp: Chur könnte durchaus ein Spiel verlieren. Die Neuzuzüge haben diese Saison das Kader aber noch playoff-tauglicher gemacht, und ein 3:0 Sweep ist wahrscheinlich.

 

1. Spieler der Woche: Nico Hischier

Ist es möglich, dass die Schweiz bald zum ersten Mal in der Geschichte einen First-Overall Draft Pick haben wird? Der Schweizer NHL Experte Thomas Roost hatte im Interview mit GRHeute bereits vor einem Jahr prognostiziert, dass Nico Hischier der beste Schweizer Draft Pick aller Zeiten werden könnte. Und seine Worte scheinen sich mehr und mehr zu bewahrheiten.

Nico Hischier ist nach seiner Zeit beim SCB auf diese Saison hin in die kanadische Junioren-Liga gewechselt, und da schlägt der 16-jährige Walliser ein wie eine Bombe. Vor Saisonbeginn schienen seine Chancen gut, in den Top-10 gedraftet zu werden. Nach ein paar Monaten begannen erste Reports, ihn teilweise höher als Nino Niederreiter einzustufen (2010 an fünfter Stelle gedraftet).

Und nun ist Hischier zum Star der CHL mutiert: Letztes Wochenende buchte Hischier fünf Punkte beim 7:2 Sieg der Mooseheads. Mit 76 Punkten aus 43 Spielen pulverisiert er Rekorde und hat den zweithöchsten Punkteschnitt pro Spiel. Hischier ist mittlerweile im Rennen, als erster Spieler überhaupt gedraftet zu werden. Das heisst, die Schweiz würde das grösste Talent weltweit des Jahrgangs 1999 herauszubringen.

Wahnsinn.

 

(Bild: GRHeute)