Erik Guay ist Super-G-Weltmeister! Der Kanadier verwies gestern in St. Moritz den norwegischen Saison-Dominator Kjetil Jansrud und seinen kanadischen Landsmann Manuel Osborne-Paradis auf die weiteren Podestplätze. Die Schweizer enttäuschten. Dafür hat sich Jasmine Flury mit einem fulminanten Abfahrtstraining eine hervorragende Ausgangslage im Kampf um einen Starterplatz im WM-Rennen erarbeitet.

Der grösste Schweizer Trumpf Beat Feuz scheiterte mit der Startnummer 5 trotz optisch ansprechender Fahrt früh und wurde im Klassement bis Rang 12 durchgereicht. Auch die beiden Bündner Carlo Janka und Mauro Caviezel konnten bei der Heim-WM nicht reüssieren. Janka fuhr als Achter gerade so in die Top 10, verlor aber schon bis zur Rennhälfte zu viel, um sich noch aufs Podest zu arbeiten. «Oben wieder zu viel verloren, und unten liefs auch nicht», bilanzierte Janka gegenüber SRF im Zielraum, «in der Mitte, wo man Zug auf Zug fahren kann, wars ganz gut. Wir haben viel probiert, aber verlieren einfach zu viel Zeit. Des Rätsels Lösung haben wir noch nicht gefunden.» Auch der vierte Schweizer, Patrick Küng, hatte kein Glück und war kein Faktor. Er wurde letztlich 22., zwei Ränge hinter Mauro Caviezel.

Die schöne Geschichte des Tages: Der neue Super-G-Weltmeister Erik Guay fiel vor zehn Tagen durch einen Horrorsturz in Garmisch-Partenkirchen auf. 

 

Jetzt steht er ganz oben und ist auch für die Abfahrt am Samstag einer der ganz grossen Favoriten.

Einen erfolgreichen Tag hatte gestern dafür die Davoserin Jasmine Flury. Einen Tag nach dem 17. Rang an ihrer WM-Premiere im Super-G der Frauen fuhr die 23-jährige Speed-Spezialistin auf den vierten Rang. Damit war sie zwar noch hinter Fabienne Suter (2.) und Lara Gut (3.) «nur» drittbeste Schweizerin, die Karten für einen Starter-Platz in der WM-Abfahrt vom Sonntag sehen aber gut aus. 

Flury fährt im Abfahrtstraining auf Rang 4

 

Zur Erinnerung: Einzig Lara Gut ist in der Abfahrt bei den Frauen gesetzt, drei Plätze gilt es noch zu besetzen. Fabienne Suter hat nach ihrem 2. Rang gestern die besten Chancen, Jasmine Flury – die auch die offiziellen WM-Selektionskriterien von Swiss Ski im Verlauf der Saison erfüllt hat – liegt dahinter gut im Rennen. Nach derzeitigem Stand müssten somit Corinne Suter (gestern 8.) und Michelle Gisin (gestern 11.) den letzten WM-Platz im Abfahrtsteam unter sich ausmachen. Entschieden ist allerdings noch lange nichts: Schon heute (10.30 Uhr) steht das zweite von drei Abfahrtstrainings auf dem Programm, gefolgt von jenem der Männer (12.30 Uhr).

Sichert sich Mauro Caviezel heute den Abfahrtsplatz?

 

Neben den gesetzten Patrick Küng, Beat Feuz und Carlo Janka fährt dabei der Bündner Mauro Caviezel sowie Nils Mani und Niels Hintermann um die letzten beiden offenen Plätze im Abfahrts-WM-Team. Mit dem 8. Rang im ersten Training hat sich der Beveriner eine Super-Ausgangslage erarbeitet und sich faktisch für einen der beiden Plätze qualifiziert, zumal Mani (27.) und Hintermann (35.) hinterher fuhren. Es ist nicht anzunehmen, dass Caviezels Top-10-Resultat in der Trainingsfahrt von heute von beiden getoppt wird, so dass die Bündner Speed-Achse Janka-Caviezel wohl auch beim grossen Abfahrts-Showdown am Samstag in action zu sehen sein wird.

 

(Bild: Zielstadion in St. Moritz/EQ Images/Andreas Pranter)