Während der EHC Chur den EHC Wetzikon vor 857 Zuschauern im Hallenstadion Obere Au in einem äusserst spannenden, allerdings von vielen Fehlern geprägten Spiel mit 3:2-Toren bezwingen und in der Best-of-Five-Serie mit 2:1 Siegen vorlegen konnte, musste sich der EHC Arosa auswärts vor 257 Zuschauern im Sportzentrum Hirslen gegen den EHC Bülach mit 2:4-Toren geschlagen geben und ist dadurch von den Zürcher Unterländern gesweept, das heisst in kürzester Zeit aus den Playoff-Viertelfinals gefegt worden.

Der EHC Wetzikon entpuppte sich einmal mehr als sehr cleverer und unangenehmer Gegner, der gnadenlos alle Mittel einsetzte, um zum Erfolg zu gelangen. Dazu gehörten grobe Regelverstösse, überharter Körpereinsatz, Provozieren, Simulieren und Diskussionen mit dem inkonsequenten und alles andere als überzeugenden Schiedsrichter. Dabei hätten es die Zürcher Oberländer aufgrund ihrer spielerischen Fähigkeiten eigentlich gar nicht nötig, sich solcher Mätzchen zu bedienen. Mit dem EHC Chur setzte sich dann zuguterletzt aber doch die Mannschaft durch, die über 60 Minuten mehr für das Spiel gemacht und deshalb den Sieg letztlich zweifellos auch verdient hat. 

Nachdem die Einheimischen bereits auf den am Donnerstag in Wetzikon verletzt ausgeschiedenen Yannick Bucher verzichten mussten, verloren sie im ersten Drittel auch noch Patric Schwab, der in dieser Saison wohl kaum mehr aufs Eis zurückkehren wird. Der grossgewachsene Verteidiger des EHC Chur stürzte bei einem Vorstoss an die gegnerische Grundlinie nach einem Zusammenstoss mit einem Wetziker Spieler derart unglücklich, dass er anschliessend das Eis mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung unter Mithilfe seiner Spielerkollegen humpelnd verlassen musste und den Rest des Spiels mit Krücken von der Bande aus verfolgte. GRHeute wünscht gute Besserung!

Wie gewonnen, so zerronnen

Das Spiel begann sehr animiert, mit viel Tempo und mit Chancen auf beiden Seiten. Dann konnten die Zuschauer innert 128 Sekunden zweimal dieselbe Kombination geniessen. Manuel Holenstein bediente mit einem Querpass Dario Gruber, der jeweils aus spitzen Winkel traf und die Platzherren mit 2:0-Toren in Führung brachte. Bei diesem Spielstand blieb es dann trotz einigen weiteren guten Möglichkeiten auf Churer Seite bis zum Drittelsende.

hockey

Wie schon am Dienstag schienen die Einheimischen anfangs des zweiten Spielabschnitts mit ihren Gedanken noch in der Kabine zu sein. Diese unerklärlichen Aussetzer, die bei den Churern bereits Tradition sind, ermöglichten es dem EHC Wetzikon, durch Timon Vesely innert 142 Sekunden den 2:2-Ausgleich zu erzielen. Nun folgte eine heisse Phase, in welcher die Gäste gut und gern hätten in Führung gehen können, zumal die Platzherren während einiger Minuten völlig überfordert waren und den Puck kaum mehr aus der eigenen Zone brachten. Als kurz vor Spielmitte Claudio Engler und wenig später auch Oliver Bucher für je zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurden, holte sich Manuel Holenstein den Puck aus der eigenen Verteidigungszone, tankte sich durch und liess Simon Scherrer im Tor der Zürcher Oberländer nicht den Hauch einer Chance. Mit dieser für den

EHC Chur sehr schmeichelhaften 3:2-Führung ging es dann auch in die zweite Drittelspause, weil beide Teams es in der Folge verpassten, das Score noch zu erhöhen.

Spannung pur bis zur Schlusssirene

In den letzten 20 Minuten konzentrierten sich die Hauptstädter vor allem auf die Verteidigung des knappen Vorsprungs, während ihre Angriffsbemühungen an einer Hand abzuzählen waren. In der 48. Minute scheiterte Lukas Sieber allein vor dem gegnerischen Torhüter, bevor die Wetziker den Konter mit einem Pfostenknaller abschlossen. Dank einer bis zuletzt tadellosen Defensive und der            

überragenden Leistung ihres Torhüters Leon-Vincent Sarkis überstanden die Churer schliesslich auch den letzten verzweifelten Ansturm der Gäste, die zudem noch ihren Keeper für die letzten 95 Sekunden durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten, erfolgreich und feierten einen wichtigen und vielleicht wegweisenden Sieg.

Mit einem Erfolg im vierten Spiel am nächsten Dienstag um 20:15 Uhr in Wetzikon könnte der EHC Chur den Sack endgültig zumachen und sich damit vorzeitig für die Playoff-Halbfinals qualifizieren, in denen er auf den EHC Bülach treffen würde. Voraussetzung dafür wird aber eine über die ganze Spieldauer disziplinierte und fehlerlose Leistung sein.

EHC Arosa hat hoch gesteckte Ziele nicht erreicht

Die Saison 2016/17 ist für den EHC Arosa frühzeitig zu Ende gegangen, denn er scheiterte in den Playoff-Viertelfinals sieglos am EHC Bülach. Somit haben die Aroser die von der Vereinsführung gesteckten Ziele, das heisst die Qualifikation für die Swiss Regio League und das Weiterkommen in den Playoffs, zweifellos nicht erreicht.

Auch in Bülach hatten die Kurörtler genügend Chancen, um das Spiel für sich zu entscheiden und die Best-of-Five-Serie unter Umständen doch noch zu wenden. Einmal mehr wurde ihnen aber die mangelnde Effizienz zum Verhängnis. Zwar konnten die Aroser im zweiten Drittel durch Treffer von Tobias Klopfer und Gianmarco Guidon einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachen und so nochmals Hoffnung schöpfen. Das war es dann aber auch schon an Erfolgserlebnissen für die Gäste, die 70 Sekunden vor Schluss ihren Torhüter vom Eis nahmen und kurze Zeit später prompt einen Empty Netter zum 2:4 zugunsten der Zürcher Unterländer kassierten.

Arosa

Man darf gespannt sein, wie die Analyse der Verantwortlichen zum enttäuschenden Abschneiden des EHC Arosa ausfallen wird. Vielleicht haben sie die Mannschaft, die oft zu wenig kaltblütig und abgeklärt wirkte, vor Saisonbeginn ganz einfach überschätzt. Ausserdem nützte es nichts, vielen Gegnern überlegen oder zumindest ebenbürtig gewesen zu sein, wenn am Schluss dann doch die Punkte fehlen. Im Endeffekt zählen einzig die Resultate, und die haben nun leider allzu oft gegen das junge und zweifellos talentierte Team entschieden. Es ist zu hoffen, dass aus den gemachten Fehlern auch wirklich die richtigen Lehren gezogen werden.

Wie geht es weiter mit dem EHC Arosa? Die kommenden Wochen und Monate werden auf diese und andere Fragen eine Antwort geben müssen. GRHeute wird dranbleiben und das Geschehen interessiert verfolgen.

 

(Bilder: GRHeute/Twitter EHC Arosa)