Der Schlagabtausch zwischen den Olympia-Befürwortern, diejenigen, welche gerne alles sauber erarbeiten wollten und den Olympia-Gegnern, welche nicht die Details für eine mögliche Kandidatur abklären wollten, ist auch nach der Abstimmung noch nicht ganz zur Ruhe gekommen. Ich möchte hier aber nicht mehr auf das Nein der Olympia Abstimmung eingehen, sondern den Blick nach vorne werfen. 

Wir kennen eine Vielzahl von Sportveranstaltungen. Diejenigen, welche eine grosse mediale Ausstrahlung haben, kennt man natürlich bestens. Seit März 2016 kennt man vielleicht auch die Sport-Organisation «Special Olympics»: Dies ist eine internationale Organisation, welche ihren Ursprung bei der Kennedy Familie hat und welche sich aktiv für die sportliche Förderung von Menschen mit einer geistigen Behinderung einsetzt. 

Im vergangenen Frühling durften wir die National Winter Games von Special Olympics bei uns in Chur begrüssen. Es nahmen rund 518 Athleten und 650 Volunteers aus der ganzen Schweiz teil, die während vier Tagen hoch motiviert bei den verschiedenen Sportarten dabei waren. Das Gewinnen war nicht das oberste Ziel, vielmehr schätzten es die Teilnehmer gemeinsam an ein Ziel zu glauben und einfach die Freude am Sport zu zeigen. Es war ein wunderschöner, ruhiger Anlass, bei welchem alle – sowohl Sportler wie auch Helfer und Funktionäre – auf eine dankbare Zeit zurückschauen. Es war ein Event, welcher hoch emotional war und es hat einem persönlich aufgezeigt, dass ein gesundes Leben nicht selbstverständlich ist und dass man sich auch an kleinen Dingen erfreuen soll. 

Graubünden könnte die Chance packen und im 2025 die World Games von Special Olympics durchführen. Wir hätten damit die Chance, dass wir den internationalen Athleten von Special Olympics unser Graubünden näherbringen könnten. Keine Angst! Wenn wir von diesen Spielen sprechen, dann heisst dies nicht, dass wir Infrastruktur bauen müssen, dann heisst dies nicht ,dass wir ein grosses Sicherheitskonzept erstellen müssen, dann heisst es nicht, dass wir ein zentrales Village haben müssen. Kurz gesagt; es gelten nicht die gigantischen Vorgaben des IOC, sondern es sind friedliche kleine Spiele. Es heisst einfach, dass wir während den Spielen im ganzen Kanton – und damit meine ich wirklich den ganzen Kanton -überschaubare Sportevents zur gleichen Zeit durchführen. Wir dürften alle daran teilhaben und wir dürften alle die schönen und dankbaren Momente mit den Athleten aus der ganzen Welt teilen.

Diese Idee ist nicht einfach eine Utopie – nein, denn ein kleines Grüppchen ist bereits daran, eine entsprechende Machbarkeitsstudie und ein Grobkonzept zu erstellen, um seriös zu klären, ob wir als Graubünden uns als Gast-Ort für diese hoch emotionalen Spiele für Menschen mit einer geistigen Behinderung engagieren möchten. Ich bin überzeugt, dass diese Spiele bei allen Parteien und bei allen Bündnern auf ein positives Echo stossen. Aktuell finden die World Games übrigens in Österreich www.austria2017.ch statt. 

 

Die Tourismus-total-Expertenrunde von GRHeute berichtet einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden. Unverblümt und direkt von der Front.

 

(Bildlegende: Überraschende Begegnung an der Ski-WM in St. Moritz, Birgit Winter Ressort Helfer an den World Games, Leonie Liesch Direktorin Chur Tourismus, Jürgen Winter Präsident Special Olympics Österreich, sowie die Maskottchen der Winter World Games 2017 Lara und Luis. (v.l.n.r.)).