Der HC Davos steht mit einem Bein im Playoff-Halbfinal: Die Bündner siegten auch am Donnerstagabend in Lausanne mit 3:2 nach Penaltyschiessen und führt in der Serie nun mit 3:0. Am Samstag kann die Del-Curto-Truppe vor eigenem Anhang in der Vaillant Arena im Viertelfinal alles klar machen.

Es ging um viel in Spiel 3 der Serie, das wurde in der Patinoire de Malley am Donnerstagabend schnell klar. Lausanne und Davos fokussierten sich zu Beginn auf defensive Disziplin. Der HCD erspielte sich zwar leichte Vorteile mit physischen Vorteilen und dicken Chancen von Andres Ambühl und Enzo Corvi. Der Führungstreffer gelang schliesslich erst in der 36. Minute, als Mauro Jörg bei einem Konter auf Pass von Dario Simion zum 1:0 traf – das erste Playoff-Tor der Serie für den Churer. Die Freude währte nicht lange: Joel Genazzi gilch noch vor der zweiten Pausensirene im Powerplay aus. Bis dahin hatten beide Teams perfekt Boxplay gespielt, der HCD biss sich an der Lausanner Defensive um Goalie Christobal Huet allerdings je länger, je mehr die Zähne aus.

Arno del Curtos prophetisches Time-out

Im Schlussdrittel war es dann schnell vorbei mit der Disziplin: Beat Forster geriet schon nach wenigen Sekunden in einen Schwingkampf mit Johnny Kneubühler, kurze Zeit später sassen zwei andere Lausanner in der Kühlbox. Aber auch 85 Sekunden doppelte Überzahl halfen dem HCD nicht, um wieder in Führung zu gehen – und kassierten dafür im Gegenzug selbst wieder eine Zweiminuten-Strafe. Der HCD überstand diese zwar, geriet in der Folge aber bös unter Druck. Arno del Curto nahm – wieder einmal prophetisch – ein Time-out, um seine Jungs wachzurütteln. Mit Folgen: Direkt nach dem Timeout gewann Perttu Lindgren das Bully, Robert Kousal reagierte blitzschnell und stocherte die Scheibe zwischen Huets Schoners zum 2:1 durch – übrigens der erste HCD-Treffer in den Playoffs, der nicht von einem Bündner erzielt wurde. Auch für Kousal war es der erste Treffer in den Playoffs, er hat allerdings schon zuvor drei Assists auf seinem Konto. Der HCD blieb auch diesmal nicht lange vorne: 127 Sekunden später brachte HCD-Söldner Daniel Rahimi die Scheibe nicht weg, Thomas Deruns profitierte zum 2:2.

Nervenspiel in der Verlängerung

Davos drückte in der Folge zwar vehement auf den Siegestreffer, doch die Lausanner Hintermannschaft wie auch der überragende Goalie Christobal Huet verteidigten sich clever und effizient. Auch in der Verlängerung hatte der HCD etwas mehr Drive und setzte die Gastgeber unter Druck, Lausanne lauerte auf Konterchancen. Das Nervenspiel spitzte sich immer mehr zu, vor Huet herrschte oft Hektik bis Panik – nur der Abschluss fehlte. Marc Wieser, Perttu Lindgren und Andres Ambühl vergaben die besten Gelegenheiten. Nach 20 torlosen Minuten und fünf Minuten mit 3-3-Spielern musste das Penaltyschiessen entscheiden. Der erfahrene NHL-Veteran Christobal Huet gegen HCD-Rookie Gilles Senn: Wie das ganze Spiel schon zeigte HCD-Goalie erneut eine grosse Leistung und parierte alle fünf Versuche. Auf Seiten des HCD sorgte Topskorer Marc Wieser für den einzigen Davoser Treffer, der den vorentscheidenden Sieg in der Viertelfinal-Serie bedeutete. Am Samstag kann der HCD vor eigenem Publikum nun alles klar machen.

Solide Davoser Hintermannschaft

Einen überzeugenden Eindruck beim HCD machte einmal mehr die Verteidigung, die in den letzten neun Dritteln gerade mal drei Gegentore kassiert hat. Nicht optimal ist dafür die mangelnde Chancenauswertung der Bündner: Zwar hatte Davos insgesamt weniger Möglichkeiten als noch am Dienstag zuhause, allerdings vergaben die Bündner auch diesmal wieder zu viele Riesen-Chancen. Dies dürfte sich der HCD in den Halbfinals nicht leisten können. Aber bis dahin gibt’s ja mindestens noch eine Möglichkeit zu «üben».

 

(Bild: EQ Images)