Der HC Prättigau-Herrschaft hat dank einem 3:2-Sieg (3:0 in der Serie) im Halbfinal gegen Titelverteidiger Dürnten Vikings den 2.-Liga-Final erreicht. Die Eishockeyaner von Dusan Halloun treffen im Final ab Dienstag auf den SC Herisau. Mit der Final-Qualifikation ist ein grosses Ziel bereits geschafft: Der Aufstieg in die 1. Liga. Der Sieg kostete Nerven.

Der EHC Arosa darf sich auf Gesellschaft freuen. Nachdem der EHC Chur in die neue Swiss Regio League aufgestiegen ist, erhalten die Schanfigger einen neuen Liga-Konkurrenten aus Graubünden: Der HC Prättigau-Herrschaft feiert dank einem 3:2-Hitchcock-Sieg bei Dürnten  – wie schon im Achtel- und im Viertelfinal – ein blitzsauberes 3:0 in der Best-of-5-Serie und steht als Finalist als Aufsteiger in die 1. Liga fest.

Als Matchwinner durfte sich gestern Abend Damian Thöny feiern lassen, der den HCPH 245 Sekunden vor Schluss solo ins Glück schoss. «Wir waren bös unter Druck, das Tor kam fast aus dem Nichts», erinnerte sich der Siegesschütze nach Spielschluss. Thöny wurde in der 56. Minute von Andrin Siegrist über die Mitte lanciert und zog nach rechts ins gegnerische Drittel. Dort spielte er in einer 1-1-Situation den gegnerischen Verteidiger schwindlig, dass dieser die Balance verlor. Thöny krönte den schnellen Gegenangriff mit einem platzierten Schuss ins linke Kreuz.

(Handyvideo: Sandra Schmid)

«Es ist ein Supergefühl, ich habe eine Riesenfreude für die Mannschaft, für den Klub», strahlte der 27-Jährige verdientermassen. Nachdem die Bündner zwei Jahre in Serie im Final an Dürnten gescheitert waren, sind die Zürcher nun im Halbfinal out – und der HC Prättigau-Herrschaft wieder im Final. 

HCPH Jubel

Das grosse Zittern im Schlussdrittel

Lange schien der 9. Playoff-Sieg in Folge für die Prättigauer vor 412 Zuschauern auf sicheren Wegen zu sein: Die Mannen von Dusan Halloun führten nach Treffern der Topskorer Björn Depeder und Kai Kessler nach zwei Dritteln mit 2:0. Doch die Vikings aus Dürnten gaben sich nicht geschlagen und kamen mit enormem Druck aus der zweiten Drittelspause. Nach dem 1:2 in der 42. Minute wurde dieser noch grösser. «Sie haben nach dem Anschlusstreffer Riesendruck aufgesetzt. Wir konnten taktisch nichts mehr machen, nur noch hinten hineinstehen», so Thöny. Nach dem 2:2-Ausgleich in der 51. Minute nahm HCPH-Coach Dusan Halloun sein Time-out. Mit Erfolg: Zwei Minuten später liefen die Zürcher in das Break-away-Tor der Prättigauer, das den Unterschied ausmachen sollte. «Er hat das Team beruhigt, uns Hoffnungen gemacht und uns motiviert, den Sack zuzumachen», so Thöny auf die Frage, was Coach Halloun beim Timeout gesagt habe.

Vom Comeback zum Siegestor

Dass Thöny selbst einen solchen Moment – das «definitiv wichtigste Tor» in seiner Hockey-Laufbahn – überhaupt erlebt, ist eine klassisch schöne Geschichte, die nur der Sport so schreibt. Der 27-Jährige hatte beim HC Prättigau-Herrschaft seine Junioren-Laufbahn absolviert und spielte dann sechs Jahre nur noch zum Plausch. Als 24-Jähriger stieg er beim EHC Flims wieder ins Aktiven-Eishockey ein, auf diese Saison hin kam der Multimedia-Elektroniker zu seinem Stammverein zurück, um es nochmals zu versuchen. «Ich habe trainiert und wieder ins Spiel und zum Tempo gefunden», so Thöny zu seinem Comeback.

Thöny

«Wir wollen den Final gewinnen»

Die Bündner brachten den Sieg in einem spannenden Finale über die Zeit und stehen damit im 2. Liga-Final. Nicht nur das, der HCPH hat damit auch den Aufstieg in die 1. Liga definitiv geschafft – ein Riesenerfolg für die Gelb-Grünen, die sich nun auf Derbys gegen die Gelb-Blauen freuen dürfen. «Der Aufstieg war ein Ziel, das haben wir geschafft. In erster Priorität wollen wir aber den Final gewinnen», so Thöny, «halt auch, weil der HC Prättigau das noch nie erreicht hat. Auf dieses Ziel arbeiten wir hin.» 

Die Serie beginnt am nächsten Dienstag in Herisau, morgen in einer Woche (Donnerstag) kommt es dann zum zweiten Final-Spiel der Best-of-5-Serie in der Eishalle Grüsch.

 

(Bilder vom Samstagspiel: Erwin Keller/HC Prättigau-Herrschaft)

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