Das Komitee «Gute Schule Graubünden» übergab gestern der Standeskanzlei Chur 8’000 Unterschriften der Doppelinitiative «Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen» und «Mitsprache bei Lehrplänen». Gemäss dem Komitee besteht in der Bevölkerung seit Längerem Unbehagen in Bezug auf die Entwicklung des Bildungswesens.

Seit vielen Jahren schreitet der von internationaler Ebene aus gesteuerte Umbau unseres Schulwesens voran, vorbei an den demokratischen Institutionen – ein Vorgang, der nie öffentlich diskutiert wurde. So zumindest schildert das Komitee «Gute Schule Graubünden» die hiesige Situation im Bildungswesen. Nun soll sich diese mit der Einreichung der Doppelinitiative«Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen» und «Mitsprache bei Lehrplänen» ändern.

Gemäss der Initiative soll der Grosse Rat in Zukunft grundlegende Lehrplanänderungen beraten. Dies jedoch nicht im Sinne zeitraubender Debatten über Details.

Die bereits in Gang gesetzte Neuausrichtung des Unterrichtes auf Kompetenzorientierung und Individualisierung sei nicht zielführend und andernorts (z.B. in den USA) bereits gescheitert. Darum will das Komitee mit der Gesetzesinitiative auch festhalten, dass Lehrpläne grundlegende Inhalte und Ziele des Unterrichts in den einzelnen Fächern und die Jahresziele der einzelnen Klassen verbindlich regeln. Der Widerstand der Initianten richtet sich also gegen den aufgedrängten Umbau unseres weltweit anerkannten Schulsystems.

Die Bildungshoheit liegt in der Schweiz bei den Kantonen. In Graubünden wurde der Beitritt zum Harmos-Konkordat von der Stimmbevölkerung abgelehnt. Damit habe Graubünden die Freiheit, die Schule auf kultureller und pädagogischer Grundlage weiterhin so zu gestalten, dass Jugend und Eltern, sowie die Berufswelt ihre Anliegen vertreten können. Mit der vorliegenden Doppelinitiative thematisiere das Komitee die Besorgnis erregenden Entwicklungen im Bildungswesen und ermögliche eine öffentliche Auseinandersetzung.

 

(Bild: GRHeute)