Wenn im Frühjahr die Natur langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht, dann steht im Bergell bereits das erste kulturelle Highlight des Jahres an. Vom 13. bis 17. April findet zum ersten Mal das Event „ARTipasto culturale“ statt. Dabei ist der Name Programm: Fünf Tage lang dreht sich im Schweizer Gebirgstal alles um Kunst und Kultur – ein kleines antipasto, zu Deutsch „Vorspeise“, auf die Events im Sommer.

Das Bergell verbindet auf einzigartige Weise Natur, Kultur, Kunst und Geschichte. Dies stellt das Tal mit der neuen Eventreihe „ARTipasto culturale“ erneut unter Beweis. Vom 13. bis 17. April können Kunst- und Kulturinteressierte eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen besuchen – von Ausstellungen zeitgenössischer Künstler über Führungen auf den Spuren von Alberto Giacometti und Giovanni Segantini bis hin zur Theateraufführung. Das „ARTipasto“ gibt einen Überblick über das kulturelle Angebot des Bergells und einen Vorgeschmack auf die Highlights im Sommer.

Ein Blick hinter die Kulissen der großen Künstler
Am Donnerstag, 13. April, startet die Veranstaltungsreihe direkt mit einem Highlight: Patrizia Guggenheim, Tochter von Varlin, Kunsthistorikerin und Verwalterin seines Werkes, lädt zur Vorführung des Films „40 Jahre nach dem Tod Varlins, Varlins Atelier in Zürich“ ein. Im Film von Pio Corradi und Lydia Trüb geht es um die Wiederentdeckung eines fast vergessenen Kunstwerks. 1959 malte Varlin ein raumfüllendes Bild an die Nordwand seines Zürcher Ateliers, den Friedhof von Almuñécar. Als das Atelier 1972 weitervermietet wurde, verschwand das Bild hinter einer Spanplattenwand. 40 Jahre später entdeckte man es wieder. Ausgehend von dieser Entdeckung wird das Wandbild von den Filmemachern als Zeitdokument verstanden und führt zum Künstler sowie Personen, die ihn in seiner Zeit im Zürcher Atelier begleitet haben. Interessierte erhalten zudem Einblicke in das Leben und Schaffen von weiteren Künstlern, die eng mit dem Bergell verbunden sind: Am Freitag, 14. April, dreht sich alles um die Künstlerfamilie Giacometti. Bei einer von Marco Giacometti, Präsident der Fondazione Centro Giacometti, geführten Wanderung wird den Teilnehmern das Werk von Augusto Giacometti sowie seine enge Verbindung zum Bergell und dessen Einwohnern nähergebracht. Als ideale Abrundung besteht zudem die Möglichkeit das Atelier von Giovanni und Alberto Giacometti zu besichtigen. Einen Tag später führt Ragnhild Segantini, Ehefrau des Enkels von Giovanni Segantini, durch das ehemalige
Wohnhaus des Malers und gewährt sehr private Einblicke: Möbel, Bilder, Atelier und Essgeschirr stammen noch aus Lebzeiten Segantinis.

Das Bergell – Schauplatz für Kunst aller Epochen und Stilrichtungen
Neben den großen Künstlern aus vergangenen Tagen geht es beim „ARTipasto“ vor allem auch um zeitgenössische Kunst. Das Highlight in diesem Zusammenhang ist das Projekt „Arte Albigna“ des Vereins „Progetti d’arte in Val Bregaglia“. Dabei dient die Natur als Kunstraum unter freiem Himmel. Die verschiedenen Stationen führen von der Talstation der Albigna Seilbahn in Pranzaira hinauf zur Staumauer auf 2.096 Metern Höhe und anschließend zu den kleinen Seen über der Capanna da l’Albigna auf 2.336 Metern. Das Projekt wird am Samstag, 15. April erstmals offiziell vorgestellt und ist anschließend den gesamten Sommer 2017 für Interessierte zugänglich. Auch bei der ebenfalls am 15. April stattfindenden Multimediashow „Steil – schwierig – schnell“ von Dani Arnold, dreht sich alles um die Verbindung von Kunst und Natur. Die faszinierenden Bilder sowie Videos zeigen alpinistische Hochleistungen an den berühmtesten Steilwänden aus Schnee, Eis und Granit und geben Einblicke in die traumhafte, für viele unerschließbare Bergwelt. Der krönende Abschluss der Eventreihe im Bergell findet am Montag, 17. April, unter dem Motto „500 Jahre Reformation“ statt. Passend zum Thema wird in Soglio das Theater „Der Besuch des Pfarrers Florio“ aufgeführt. In diesem Stück geht es um zwei gegenüberwohnende Frauen, ihre erste Begegnung mit dem neuen Dorfpfarrer und ein Geheimnis, das die beiden Damen teilen.

 

(Bild: zVg.)

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