Nach einem Jahr intensiver Bauprojekt- und Ausführungsplanung wurde gestern mit dem Spatenstich der offizielle Baubeginn des Neubaus für das Verwaltungszentrum «sinergia» lanciert. Die Realisierung des Bauwerks wird rund drei Jahre dauern. Im Frühling 2020 ist die Inbetriebnahme geplant.

In einer ersten Etappe des Projekts sollen 400 Arbeitsplätze in einem Neubau in Chur West zusammengeführt werden. Wie der Name vermuten lässt, zielt der Neubau darauf ab, Synergien optimal zu nutzen, Abläufe zu optimieren, die Flexibilität der Raumnutzungen zu erhöhen sowie den generellen Flächenbedarf zu reduzieren. Die Flächen und ihre Nutzungen beeinflussen die Investitionskosten massgebend und haben eine erhebliche Auswirkung auf die Betriebskosten. Geplant und realisiert wird das Bauvorhaben durch das Generalplanerteam Implenia Schweiz AG sowie Dieter Jüngling + Andreas Hagmann, Architekten aus Chur. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt rund 72 Millionen Franken.

Der notwendige Quartierplan «sinergia» wurde von der Stadt Chur am 17. Mai 2016 genehmigt. Die Baugenehmigung wurde am 1. Juli 2016 erteilt.

In enger Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten des Generalplanerteams, den zukünftigen Nutzern und dem Hochbauamt wurden während des letzten Jahres das Bauprojekt und die Ausführungsplanung erarbeitet. Die ersten öffentlichen Ausschreibungen dieses regionalwirtschaftlich bedeutenden Bauvorhabens erfolgten im Herbst 2016. Die Vergaben für den Rohbau und die Haustechnik fielen zum grössten Teil auf lokale Unternehmen.

Ausführungsprojekt
Das aus einem Planungswettbewerb siegreich hervorgegangene Projekt überzeugte das Entscheidungsgremium in funktioneller Hinsicht ebenso wie im architektonischen Ausdruck. Die Ausführung im Minergie-P-Eco Standard weise eine energieeffiziente und ressourcenschonende Bauweise auf. Insgesamt 14 verschiedene Organisationseinheiten (zwei Departemente und zwölf Dienststellen) sollen in das neue Verwaltungsgebäude einziehen. Die Arbeitsplätze werden mehrheitlich mit offenen Büroraumstrukturen nach den neusten Erkenntnissen in Bezug auf Akustik, Tageslichtnutzung und Arbeitsorganisation realisiert. Ergänzt werden sie mit Meetingzonen, Focusräumen und Servicezonen. Die Grundrissorganisation und der Doppelboden erlauben eine grosse räumliche Flexibilität, um zukünftige Veränderungen zu ermöglichen. Informationstechnologien können unproblematisch dem Stand der Technik angepasst werden. Selbst die Dienststellenfahrzeuge werden durch einen Fahrzeugpool mit möglichst elektrisch betriebenen Fahrzeugen ersetzt. Ebenfalls werden den Mitarbeitenden E-Bikes und Fahrräder für Dienstfahrten innerhalb der Stadt Chur zur Verfügung stehen.

Kantonale Immobilienstrategie setzt auf starke Regionalzentren
Die Realisierung des Verwaltungsgebäudes «sinergia» in der Kantonshauptstadt ist Teil der kantonalen Immobilienstrategie. Diese sieht die Bildung von insgesamt neun starken regionalen Zentren vor, welche über den ganzen Kanton verteilt sind. Durch Konzentration und zeitgemässe Raumstandards können ein verbesserter Kundennutzen sowie kostenrelevante Flächenreduktionen nachhaltig umgesetzt werden. In Ilanz, Roveredo, Thusis, Davos, Scuol und Landquart hat der Kanton bereits solche Zusammenführungen erfolgreich realisiert. Weitere Verwaltungszentren sollen innerhalb der nächsten Jahre auch in Samedan und Poschiavo entstehen.

Etappierte Umsetzung des Projekts
Das für den Verwaltungsstandort Chur vorgesehene Umsetzungskonzept «sinergia» sieht die Verlagerung von insgesamt 670 Arbeitsplätzen nach Chur West vor. Die Ausführung erfolgt gestaffelt in zwei separaten Ausbauschritten. In der ersten Ausführungsetappe werden die Organisationseinheiten mit dem grössten Handlungsbedarf in das neue Verwaltungsgebäude mit rund 400 Arbeitsplätzen an der Ring-/Salvatorenstrasse einziehen. In einer zweiten Etappe, welche für die Realisierung wiederum dem Parlament und dem Volk vorgelegt werden muss, sollen weitere 270 Arbeitsplätze erstellt werden.

 

(Bild: www.gr.ch)