Morgen Dienstag geht es los, der HC Davos startet in Zug in die Playoff-Halbfinals 2017. Arno Del Curto gab in einem Interview mit der Davoser Zeitung Einblicke in sein Gemütsleben in dieser lange schwierigen und jetzt sehr erfolgsversprechenden Saison. 

Arno Del Curto gab gegenüber der Davoser Zeitung zu verstehen, er sei sich nicht sicher gewesen, ob auch «der neue HC Davos erfolgreich werde», auch wenn er es erhofft habe: «Weil wie die Mannschaft so zusammenstellten, gut und intensiv trainierten und sahen, dass die Goalies immer besser wurden.»

Dass die Saison im Spätherbst alles andere als rund lief und der HCD länger als gewünscht um den Playoff-Strich herumtingelte, hat für den Engadiner seine Gründe.  «Uns fehlten im Herbst gleichzeitig bis zu neun Spieler. Wir traten mit einer jungen Mannschaft und jungen Torhütern an. Viele Partien verloren wir damals mit einem Tor Differenz, die wir aufgrund unserer Auftritte und Spielanteile eigentlich hätten gewinnen müssen.» Beunruhigt habe ihn dies deshalb nur bedingt. «Wir spielten phasenweise mit einer sehr jungen Truppe fast im Einbahnverkehr aufs gegnerische Tor, kassierten dann aber nach dummen Fehlern entscheidende Gegentore. Schon damals sah man aber eigentlich, dass das Team stark ist. Als dann immer mehr erfahrene Spieler aus Verletzungspausen zurückkamen, roch die Mannschaft Lunte.»

«Wir wollten keinen ausländischen Goalie»

Als Achillesferse des HCD wurden vor der Saison immer wieder die beiden jungen Goalies genannt. Immerhin war man in Davos von den Genoni-Jahren verwöhnt, viele konnten sich nicht vorstellen, dass die beiden zwar talentierten, aber unerprobten Gilles Senn und Joren van Pottelberghe nicht eine grosse Lücke in die Qualität der Mannschaft reissen würden. Kritisiert wurde beispielsweise die Verpflichtung eines ultradefensiven Verteidigers wie Daniel Rahimi anstelle eines ausländischen Goalies. «Ich wurde deswegen angefickt», erinnert sich del Curto, «für mich gab es jedoch keinen anderen Entscheid. Die Alternative wäre ein ausländischer Torhüter gewesen. Aber das wollten wir nicht. Senn und van Pottelberghe sind beide talentiert und grossgewachsen. Gleichzeitig zählte ich auf Marcel Kull, unseren Goalietrainer. Ich weiss, wie akribisch er arbeitet und dass er die Torhüter weiterbringt. Er ist gleich wie ich: Auch wenn es zwischendurch mal etwas bergab geht, stehen wir hinter den Spielern und arbeiten hart weiter.» Rahimis Engagement verteidigt del Curto immer noch vehement, auch wenn dieser noch kein einziges Saisontor erzielt hat. «Im Schweizer Eishockey ist es eine Schwäche, dass die gegnerischen Stürmer leicht vors Tor kommen und man sie dann fast nicht mehr wegbringt. Rahimi weiss, wie man sich in solchen Situationen als Verteidiger verhalten muss. Ich wollte, dass er das unseren jungen Verteidigern zeigt und beibringt», so del Curto im Interview mit der Davoser Zeitung, das auch auf der offiziellen HCD-Webseite nachzulesen ist. 

«Zug ist Topfavorit»

Für die morgen Dienstag startende Playoff-Serie gegen Zug stapelt del Curto – ganz seinem Naturell entsprechend – tief. «Die Ausgangslage ist noch immer die gleiche: Unser Torhüter ist jung, auch die Mannschaft ist jung und muss noch lernen. Es kann sein, dass wir sehr gut spielen, es kann aber auch sein, dass wir dreinlaufen. Es gibt viele Möglichkeiten. Aber meine Mannschaft wird ihre Haut bestimmt so teuer wie möglich verkaufen.» Den EVZ sieht er natürlich in der Favoritenrolle: «Zug und der SC Bern sind für mich die beiden Topfavoriten auf den Meistertitel.»

 

(Bild: Pascal Muller/EQ Images)