Man geht noch zur Schule und bald gilt es Ernst – sehr ernst. Wie ernst, vor allem in Bewerbungsgesprächen, hat die JCI Chur den Oberstufenschülern im Florentini-Schulhaus in Chur praxisnah gezeigt.

Noch niemand der anwesenden 48 Schülerinnen und Schüler aus drei Klassen der 2. Oberstufe des Florentini-Schulhauses in Chur hat eine Lehrstelle. Ein paar von ihnen waren schon in Schnupperwochen oder hatten bereits Vorstellungsgespräche. Ohne Erfolg.

Was ist denn das Geheimnis eines erfolgreichen Vorstellungsgesprächs? Die Junge Wirtschaftskammer Chur zeigte den Jugendlichen im Rahmen des nationalen Projekts «Fit4Jobs» anhand von Workshops die optimale Vorbereitung. Unterstützt wurden die Mitglieder der JCI Chur von Fachspezialisten – so beispielsweise durch Vertretern von Jobs Grischun und Müntener & Thomas AG.

Ganz wichtig dabei: Social Media. «Schaut, dass euer Profil eine gute Falle macht, keine Partyfotos, keine schlüpfrigen Bilder. Macht eure Profile für andere nicht einsichtbar», sagte Carlo Lanker von der JCI. Und zwar nicht erst am Tag des Gesprächs, denn da die Bewerbungen etwa alle gleich aussehen würden, täten Chefs ihre zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne googeln. Wer dann mit einem negativen Profil auffällt, hat bereits verloren.

Eigentlich keine neuen Erkenntnisse, doch lohnt es sich, diese immer und immer wieder herunterzubeten: Viele Jugendliche gehen all zu sorglos damit um. Lanker präsentierte den Fall einer Schülerin, die aufgrund eines Facebook-Posts, in dem sie sich über den angeblich dicken Hintern ihrer Lehrerin lustig machte, ihre Lehrstelle bei der Gemeinde wieder verlor.

«Der erste Eindruck zählt», sagte Lanker den Schülerinnen und Schülern. Er beschwor die zukünftigen Lernenden, sich Zeit für die Vorbereitung zu nehmen: Stärken und Schwächen aufzuschreiben, pünktlich zum Vorstellungsgespräch zu erscheinen, und bei Absagen nach Möglichkeit nachzufragen – um konstruktive Kritik für ein nächstes Mal zu bekommen.

Jan (14) will Koch werden.

Jan (14) will Koch werden.

Nach dieser theoretischen Einführung ging es in die Praxis – in Gruppen trainierten die Schülerinnen und Schüler Bewerbungsgespräche. Jan (14) will Koch werden; sein Grossvater ist Koch im Restaurant City West. Er hat auch schon ein paar mal in den Kochtöpfen rühren dürfen. Jetzt bewirbt er sich beim fiktiven Personalchef des Restaurants Va Bene, «gespielt» von Ex-Möbel-Stocker-Besitzer Rico Castelberg. «Wie vertragen sich deine Arbeitszeiten mit dem Unihockey?» Jan nickt: «Ich werde damit aufhören. Ich weiss, dass ich unregelmässige Arbeitszeiten haben werde, die sich nicht mit meinem Hobby vertragen.» Insgesamt schlägt sich Jan gut; er selbst meint danach: «Ich hätte mir meine Schwächen vorher noch besser überlegen sollen.»

Seraina (14) will das KV machen - als Vorbereitung zum Journalistenberuf.

Seraina (14) will das KV machen – als Vorbereitung zum Journalistenberuf.

In einem anderen Zimmer bewirbt sich die ebenfalls 14-jährige Seraina für eine KV-Stelle. «Ich will Journalistin werden. Da ist das KV eine gute Grundausbildung.» Seraina gibt ihren Mitschülerinnen auch Nachhilfe, wenn sie nicht mehr weiter kommen und behauptet von sich, dass sie ansonsten eher chaotisch ist. Auch sie schlägt sich gut durch das fiktive Bewerbungsgespräch. «Die Kanti vermittelt nur theoretisches Wissen. Mir ist Praxis viel lieber. Und das bekomme ich im KV.»

 

Die JCI führt diese Anlässe jedes Jahr durch; der nächste ist im April im Quaderschulhaus geplant.

(Bilder: GRHeute)

Keine Artikel mehr
Open Popup