Bergün und Filisur sagen nach mehr als zweijähriger Vorbereitung JA zur Fusion.

Am vergangenen Freitagabend wurde in den beiden Gemeinden des oberen Albulatals über eine Fusion beider Gemeinden auf den 1. Januar 2018 abgestimmt, und das Ergebnis ist sehr deutlich. In Bergün wurde die Fusion mit 131 zu 17 Stimmen angenommen – in Filisur waren es 111 zu 55 Ja-Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug in Bergün 44,7 Prozent, in Filisur 51,5 Prozent, wie die beiden Gemeinden mitteilten. Die neue Gemeinde wird in Zukunft 950 Einwohner haben, und bis im kommenden Juni sollen die neue Gemeindeverfassung, das Wahl- und das Steuergesetz ausgearbeitet werden.

Am Jahreskonzert der Musikgesellschaft Bergün am Samstag war die Fusion das Thema des Abends, und die Stimmung diesbezüglich war und ist sehr positiv – die Einwohner sind optimistisch und freuen sich auf die gemeinsame Zukunft mit den Nachbarn. Im Schulwesen beispielsweise machen die Bergüner und Filisurer bereits gemeinsame Sache, und aus den ehemaligen Verkehrsvereinen entstand „Bergün Filisur Tourismus“. Und wie in einer guten Ehe teile man sich eben in Zukunft auch noch die Schulden – weil das ist auch allen bewusst, eine Fusion löst die vorhandenen Probleme nicht, aber zumindest kann man in Zukunft gemeinsam kämpfen, und gemeinsam ist man bekanntermassen stärker.

Weitere Stimmen zu Fusion (je später der Abend wurde, desto mehr darf man sie nicht ganz so ernst nehmen): „Nun dürfen Bergüner und Filisurer Paare auch bei Tageslicht schmusen.“ „Wir sind froh, dass es durchgegangen ist, und dann noch so deutlich! Das ist ein Erfolg für uns!“ „Wenn ich gewusst hätte, dass Jenisberg im dem Paket auch mit dabei ist, dann hätte ich dagegen gestimmt.“ „Wie heisst denn dann die neue Gemeinde? Filigün?“ „Also vor 50 Jahren hätte sich das noch niemand vorstellen können, dass wir mit denen da oben gemeinsame Sache machen.“ „Filisur wollte ja eigentlich gerne mit der Gemeinde Albula fusionieren, aber die wollten sie nicht, jetzt haben wir sie an der Backe.“ „Die können ja nicht mal romanisch!“ „Die können ja nicht mal richtig deutsch!“ „Super, endlich haben wir jemanden der unsere Schulden bezahlt.“

Die Frage, warum in Filisur deutlich mehr gegen die Fusion gestimmt haben als in Bergün konnte oder wollte niemand so recht beantworten, und letztendlich spielt es auch keine Rolle mehr. Es wird fusioniert – und darüber wird sich im oberen Albulatal gefreut!

 

(Bild: GRHeute)

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