Ich höre und erlebe es häufig, dass man folgendes zu mir sagt: Man könnte, man sollte und habt ihr nicht schon einmal daran gedacht, dass man dies und das machen könnte und weshalb macht ihr nicht…? Dies sind Aussagen, die vermutlich so mancher Tourismusverantwortliche schon gehört hat.

Grundsätzlich schätzen wir es sehr, wenn kreative und spannende Ideen an uns herangetragen werden. Solche Ideen sind bereichernd und können auch neue Projekte auslösen. Meiner Meinung sollte man immer offen für Neues sein. Offen für Neues müssen wir auch für unsere wunderschöne Churer Altstadt sein. Und genau für dieses Quartier erhalte ich natürlich immer wieder spannende Anregungen und Wünsche. Schliesslich ist die Altstadt das Herz unserer Alpenstadt und dementsprechend gebührt ihr eine besonders grosse Aufmerksamkeit. Viele haben sicher schon gehört, dass es anscheinend an Frequenzen in der Altstadt fehle oder diese zumindest rückläufig seien. Ist dies wirklich so? Und falls ja, was sind hier die Gründe? Ist eine autofreie Zone, welche wir seit einigen Jahrzehnten kennen, vielleicht doch nicht das goldene vom Ei? Wird das Richtige angeboten? Haben wir einen attraktiven Angebots-Mix? Sind das Outlet in Landquart und das Einkaufszentrum City West die Konkurrenz der Altstadt oder liegt der Hund eher im Online-Shopping begraben? Weiter hört man auch immer mal wieder, dass es schwierig sei, Bewilligungen für Events in der Altstadt zu bekommen. Doch was führt zu solchen Aussagen? Bringen mehr Events nicht auch mehr Frequenzen in die Altstadt und beleben somit ein Quartier und müssten daher besonders gefördert werden? Und falls ja, was sind die richtigen Events für unsere Altstadt? Oder scheitern die Events gar nicht bei der Bewilligung, sondern aufgrund anderer komplizierter Prozesse? Welche Interessen sollen priorisiert werden? Diejenigen der Altstadt-Anwohner, diejenigen der Veranstalter oder einfach die Interessen der Churer?

Solche Fragen und eben die am Anfang meines Berichts genannten Bemerkungen geben immer wieder viel Raum für Diskussionen. Wir von Chur Tourismus möchten hier natürlich nicht einfach tatenlos zusehen, sondern sind aktiv und möchten uns konstruktiv und lösungsorientiert einbringen. Hier ein kurzer Einblick.

Bei unserem nächsten Projekt für die Altstadt möchten wir näher bei den Kunden sein. Um dies umzusetzen haben wir uns folgendes überlegt: Wir werden in den Sommermonaten bei den Ladenlokalen aktiv im Geschäft mithelfen, zur Seite stehen und einfach den Puls der Altstadt spüren. Die Mitarbeiter von Chur Tourismus freuen sich auf spannende Begegnungen in der Altstadt. Und selbstverständlich möchten wir das dann nicht einfach stillschweigend machen, sondern eben tolle Geschichten daraus wachsen lassen, welche wir sowohl den Churern, den Bündnern und aber auch den Feriengästen der Region näherbringen werden. Wie das Ganze konkret aussehen wird, werden wir demnächst berichten. Es bleibt also spannend!

Weiter engagieren wir uns stark in der Projektgruppe «Runder Tisch Altstadt». Wir haben eine Gruppe aus verschiedenen Interessensvertretern der Altstadt eingeladen, um bei Workshops zum Thema Förderung Altstadt mitzuarbeiten. Als Ergebnis dieser Workshops werden wir seitens der Arbeitsgruppe demnächst der Stadtverwaltung konkrete Ideen und Forderungen unterbreiten, welche zum Ziel haben, dass unsere Altstadt sehens- und lebenswert bleibt und sich weiterentwickelt. 

Ein weiteres Thema sind die Events. Ich bin überzeugt, dass wir im Rahmen der Eventveranstalter auf dem Platz Chur noch zu wenig kooperieren und zu wenig voneinander profitieren. Jeder macht sein eigenes Ding und hat seine eigenen Prozesse. Jeder schlägt sich mit verschiedenen bürokratischen Aufgaben und Vorgaben herum. Doch das möchten wir langfristig ändern. Daher – pssst.. ist eigentlich noch geheim – werden wir von Chur Tourismus, quasi als neutrale Stelle, die verschiedenen Player zusammen trommeln und einen Austausch zwischen Veranstaltern und Stadt ins Leben rufen, wo sich alle Partner gegenseitig das Herz ausschütten können. Der Fokus liegt dabei auf künftig mehr Synergien und einfacheren Prozessen mit dem Ziel, dass unser Chur eine begehrenswerte und erfolgreiche Stadt ist. 

Und falls man nun genug gelesen hat, lohnt sich der Klick auf den folgenden Video-Link: Das VERRÜCKTESTE Dinner in Chur!  Bis zum nächsten Mal.

 

Die Tourismus-total-Expertenrunde von GRHeute berichtet und kommentiert einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.

Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Leonie Liesch, Direktorin Chur Tourismus.