Der Alptraum der Winzer ist wahr geworden: Auf die Frostnächte 2016 folgten die Frostnächte 2017. Sie haben mehr Schaden angerichtet als im letzten Jahr.

Am Donnerstagabend hat Martin Donatsch vom gleichnamigen Weingut in Malans seinen Facebook-Status auf «traurig» gewechselt. «Der Frost hat letzte Nacht knallhart zugeschlagen», schrieb er und postete eine Collage von erfrorenen Traubentrieben. Je nach Lage sind 80 bis 100 Prozent der Triebe erfroren. «Wir können nichts mehr machen.» Martin Donatsch hat letzte Nacht keine Kerzen in seinem Weinberg aufgestellt. «Wir können nur noch hoffen, dass es nochmal austreibt.»

Erfrorene Reben von Martin Donatsch.

Erfrorene Reben von Martin Donatsch.

Noch vor Wochenfrist sahen die Prognosen besser aus. Die Temperaturen bewegten sich knapp über dem Gefrierpunkt. «Es ist unwahrscheinlich, dass es zwei Jahre hintereinander zu solchen Frostnächten kommt», hatte Martin Donatsch noch zuversichtlich gesagt. «Erst war 30 Jahre lang nichts, jetzt zwei Jahre hintereinander», sagte Weinbauer Georg Schlegel aus Jenins. In der Nacht auf Donnerstag ist er um zwei Uhr Nachts aufgestanden, nachdem der Himmel entgegen der Vorhersagen aufgeklart hatte.

Schlegel hat damit gerechnet. «Wir haben Frostkerzen für zwei Nächte», sagte Schlegel. Er hat sie noch im Landi in Landquart gekauft. Kurz danach waren die Kerzen ausverkauft. Trotz des Feuers  ist der Schaden gross. Genau beziffern kann ihn Schlegel noch nicht, er weiss nur: «Es ist mehr kaputt gegangen als letztes Jahr.» Die Natur ist wegen der Wärme der letzten Wochen zwei Wochen voraus.

Raphael Hug vom Weingut Wegelin in Malans war in der Nacht auf Donnerstag auf Zack. «Um zwei habe ich gesehen, dass ich die Sterne schon sehr gut sehen kann», sagte Raphael Hug. Um vier war er in Weinberg und hat Holzpellets und Holz angezündet. Seither hat er kein Auge zugetan. Auch letzte Nacht war er in den Reben. Er geht davon aus, dass 70 Prozent der Reben erfroren sind.

Wenn Sie das am Mittag lesen, wird Raphael Hug zur gleichen Zeit mit seinem Chef Peter Wegelin und den Helfern am Tisch sitzen und ein Glas Rotwein trinken. Danach geht er ins Bett und holt den Schlaf nach, den ihm Väterchen Frost die letzten beiden Nächte gestohlen hat. Bis dahin blieb ihm nur die Hoffnung.

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(Bilder: Stefan Hug, Martin Donatsch)