Der UHC Alligator Malans ist im Superfinal in extremis an Wiler Ersigen gescheitert. Die Herrschäftler verloren am Samstagabend gegen Wiler Ersigen – trotz Dreitorevorsprung im Schlussdrittel – mit 5:6 nach Penaltyschiessen. Auch im zweiten Final ging Graubünden leer aus: Nach fünf Meistertiteln in Serie verlor Piranha Chur den Final diesmal gegen Dietlikon, und zwar gleich mit 2:7.

Alles schien gerichtet für die grosse Party, Alligator Malans führte knapp neun Minuten vor Schluss im Superfinal mit 5:2, dank eines fulminanten Mitteldrittels, in dem Jarkko Nurmela (2) und Remo Buchli drei Tore für die Malanser vorgelegt hatten. Die Herrschäftler schienen das Spiel über weite Strecken zu kontrollieren, liefen dann aber wie aus dem Nichts in eine noch «schlimmere» Triplette als Ersigen im Mitteldrittel. Gerade mal 45 Sekunden brauchte der Rekordmeister, um aus einem 2:5 ein 5:5 zu machen. «Wir sind einfach zu passiv geworden», haderte nach dem Spiel Alligator-Verteidiger Kevin Berry, «wir waren zu wenig clever.» In der Folge fingen sich Malanser zwar wieder und hatten ihrerseits die besseren Chancen, auch in der zehnminütigen Verlängerung, als die Bündner zwei-, dreimal brandgefährlich zum Abschluss kamen. Im Penaltyschiessen schliesslich fanden alle Bündner im Wiler Goalie Nicolas Wolf ihren Meister, während sich Alligator-Keeper Martin Hitz zweimal geschlagen geben musste. Und so feiert Wiler Ersigen seinen 11. Schweizer Meistertitel, während in der Bündner Herrschaft der Frust regiert. «Die Enttäuschung ist im Moment natürlich schon sehr gross», so Berry gegenüber SRF, «im Penaltyschiessen stehen die Chancen natürlich immer 50-50, aber wir haben es vorher verspielt.»

 

Auch im Finalspiel der Frauen gab es keinen Bündner Erfolg: Piranha Chur unterlag nach fünf Titeln in Serie dem UHC Dietlikon klar mit 2:7. Gegen den diesjährigen Liga-Dominatoren hielten die Churerinnen lang dagegen und waren im Schlussdrittel noch 1:2 dran. Den Piranhas wurde eine Doublette in der 46. Minute zum 1:4 zum Verhängnis. Zwar reagierten die Churerinnen prompt mit dem 2:4, zu mehr reichte es nicht: Das 2:5 vier Minuten vor Schluss war die Entscheidung, zwei Empty-Netter führten gar noch zu einem nicht dem Spielstand entsprechenden Resultatdebakel. «Wir kamen heute schlicht nicht auf unser Topniveau, Dietlikon dagegen schon. Der Anfang war noch in Ordnung, aber danach fanden wir nie richtig zu unserem Spiel», meinte Piranha-Stürmerin Priska von Rickenbach nach Spielschluss gegenüber unihockey.ch, «Vielleicht spielten wir etwas zu wenig clever und versuchten es zu oft mit Einzelaktionen. Alles in allem unterstützten wir uns ein bisschen zu wenig.»

Insgesamt war der Superfinal-Tag ein Riesenerfolg für die Schweizer Unihockeyszene: Die Eishockey-Meisterschaft bereits zu Ende, SRF2-Übertragung zur besten Sendezeit am Samstagabend, dazu ein volles Haus mit riesiger Stimmung in der Swissarena in Kloten und ein spannendes und hochstehendes Sport-Spektakel. Nur zwei Ausrufezeichen fehlten am Samstag aus Bündner Sicht. 

 

Telegramme

SV Wiler-Ersigen – UHC Alligator Malans 6:5 (2:2; 0:3; 3:0) n. Pen.

SWISS Arena, Kloten – 8011 Zuschauer – SR: Baumgartner / Kläsi

Tore: 08:25 Patrick Mendelin (Olivier Hirschi) 1:0, 12:10 Remo Buchli (Tim Braillard) 1:1, 16:15 Tim Braillard (Kevin Berry) 1:2, 19:45 Ville Lastikka (Patrick Mendelin) 2:2, 26:25 Jarkko Nurmela (Dan Hartmann) 2:3, 28:54 Jarkko Nurmela (Dan Hartmann) 2:4, 29:58 Remo Buchli 2:5, 50:58 Daniel Sebek (Deny Känzig) 3:5, 51:35 Patrick Mendelin (Ville Lastikka) 4:5, 51:43 Deny Känzig (Daniel Sebek) 5:5 

Strafen: je 1×2 Minuten.

SV Wiler-Ersigen: Nicolas Wolf; Daniel Sesulka, Dave Wittwer; Tatu Väänänen, Olivier Hirschi; Lukas Meister, Tobias Känzig; Matthias Hofbauer, Philipp Fankhauser, Marco Louis; Adrian Zimmermann, Ville Lastikka, Patrick Mendelin; Daniel Sebek, Claudio Mutter, Deny Känzig.

UHC Alligator Malans: Martin Hitz; Florian Tromm, Kevin Berry; Christoph Camenisch, Lukas Veltsmid; Patrick Künzli, David Koller; Claudio Laely, Remo Buchli, Tim Braillard; Joel Friolet, Jarkko Nurmela, Dan Hartmann; Nino Vetsch, Sandro Dominioni, Simon Nett.

 

UHC Dietlikon – Piranha Chur 7:2 (1:1; 1:0; 5:1) 

Swiss-Arena, Kloten. 6’811 Zuschauer. SR: Manser/Lehmann.

Tore: 6. Ulber (Spichiger) 0:1, 13. Gämperli (Pedrazzoli) 1:1, 25. Lundström (Gämperli) 2:1, 46. (45:21) Güttinger 3:1, 46. (45:49) Pedrazzoli (Gämperli) 4:1, 47. (46:16) von Rickenbach (Eigentor Sundholm) 4:2, 56. Gerig (Gämperli) 5:2, 59. (58:46) Gerig (ins leere Tor) 6:2, 60. (59:22) Rüegger (Zellweger/ins leere Tor) 7:2. 

Strafen: keine.

Dietlikon: Schmid; Lundström, Mertsalmi; Bürgi, Sundholm; Gerig, Gämperli, Pedrazzoli; Güttinger, Stella, Ackermann; Streiff, Zwissler, Zellweger.

Chur: Heini; Eskelinen, Gredig; Sgier, Marti; Dominioni, Ulber, Spichiger; Ludwig, von Rickenbach, Putzi; Zwinggi

Bemerkungen: 46. Time-Out Chur, 59. Time-Out Dietlikon. 38. Pfostenschuss Eskelinen, 59. Pfostenschuss Sgier. Chur ab 57:20 mehrheitlich ohne Goalie. Chur ohne Waldburger, Handl, Breu, Buchli, Kühne, Wieland, Cotti und Dellegiovanna (alle Ersatz). Dietlikon ohne Münger, Rieder, Walti, Eisenegger und Walter (alle Ersatz).

 

 

(Bild: Twitter/Screenshot SRF)

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