Graubünden Ferien hat an ihrer Generalversammlung entgegen aller Erwartungen keine neue Präsidentin oder keinen neuen Präsidenten gewählt. Klar ist nach diesem Tag nur: Ariane Ehrat wird es nicht.

Marcel Friberg, derzeitiger Präsident von Graubünden Ferien, stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. «Ich hätte es gerne anders gehabt.» «Anders» heisst in diesem Fall: Es wäre sein letzter offizieller Auftritt als Präsident von Graubünden Ferien gewesen, weil die Generalversammlung am Dienstagnachmittag im Saal des Marsöl in Chur seine Nachfolge bestimmt hätte.

Es gibt eine Nachfolge, sie wird an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 14. Mai einstimmig zu Wahl vorgeschlagen werden. Warum nicht heute? «Es war nicht erwünscht, dass die Wahl heute statt findet», sagte Friberg. «Aus Rücksicht auf die aktuelle berufliche Situation der Kandidatin oder des Kandidaten.» Damit scheidet die ehemalige Tourismus-Direktorin von St. Moritz, Ariane Ehrat, aus dem Rennen aus – für sie wäre diese Wahl kein Problem gewesen. Immerhin: «Es wird sich auszahlen, zuzuwarten», sagte Marcel Friberg.

Immerhin: Dass er nach eigener Aussage sein Amt gern ausgeführt hat, dürfte ihm in den nächsten sechs Wochen helfen. Neben der Nichtwahl einer Nachfolge für das Präsidium wurde Luis A. Wieser von Marcel Geschwend mit der bei Graubünden Ferien üblichen Methode «lautes Klatschen» quasi einstimmig in den Vorstand gewählt. Die gleiche Versammlung genehmigte sowohl die Jahresrechnung wie auch das Protokoll des letzten Jahres.

«Kein Selbstbefriedigungsprogramm für die ITG»

Vor der Generalversammlung von Graubünden Ferien hatte die Interessengemeinschaft Tourismus ITG unter der Leitung von Präsident Peter Engler und Geschäftsleiterin Yvonne Brigger-Vogel getagt. Letztere hatte das Jahr mit einer Eishockey-Mannschaft verglichen – «mit einer teilweise durchzogenen Saison». Die Treffsicherheit müsse noch geübt werden. Was das Protokoll und die Jahresrechnung betrifft, wurden auf jeden Fall zwei Goals erzielt.

«Ab und zu fühlte sich das Jahr an wie ein Hollywoodfilm, aber eigentlich will ich nichts als eine Love Story erzählen», sagte Yvonne Brigger-Vogel. Die Liebesgeschichte der Einwohner Graubündens zu ihrem Kanton – mit dem Motor des neuen ITG-Projekts, «Faszination Graubünden». Das vom Kanton teilweise finanzierte Impulsprogramm soll die Identifikation der Einheimischen mit dem Tourismus stärken. «Das Happy End wird geschrieben, wenn die dazugehörige Plattform am 1. Dezember online geht», sagte Yvonne Brigger-Vogel.

(Bild: Graubünden Ferien)

 

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