Die grosse Lebenslüge der Befürworter der Energiestrategie lautet: Alles was wir wollen, ist machbar. Dass sie sich dabei in Widersprüche verstricken und die Realität ausblenden, ist offensichtlich. Die Befürworter der Energiewende wünschen sich Solarstrom, Wasserkraft und Windenergie. Stromimporte und Kernkraftwerke wollen sie nicht. Auch Gaskraftwerke wollen sie keine bauen. Wenn wir in der Schweiz selber weniger produzieren, werden wir mehr importieren müssen als heute. So einfach ist die Rechnung. Anton Gunzinger, ETH-Professor und einer der treibenden Kräfte der Energiewende, sagte diese Woche in einem Interview, dass die vom Bundesrat versprochenen 40 Franken Mehrkosten für die Energiewende niemals ausreichen werden und die 3200 Franken der Gegner näher an der Realität sind. Weiter sagte er, dass der Benzinpreis mindestens auf fünf Franken pro Liter angehoben und sich der Preis für den öffentlichen Verkehr verdoppeln müsste, weil sonst die Energiewende nicht gelingen würde. Stellen sie sich vor, wie gravierend sich diese Preise auf die Wirtschaft auswirken würde, oder auf einkommensschwächere Haushalte. Da mir zudem niemand glaubhaft aufzeigen kann, wie ich bis 2035 meinen Energieverbrauch praktisch halbieren soll, werde ich das Energiegesetz am 21. Mai 2017 deshalb klar ablehnen.

Margrit Krauer, Chur

(Bild: GRHeute)