Angeführt durch Vorjahressieger und Lokalmatador Vital Albin aus Tersnaus sowie Ötztaler-Siegerin Laila Orenos verspricht der Radklassiker Ilanz-Vals am Sonntag bereits zum Saisonstart der Bündner Bergrennen ein Gipfeltreffen der schnellsten Schweizer Bergfahrer.

Bike-Europameister Albin ist am Samstag ab 16 Uhr noch bei den BikeDays in Solothurn im Einsatz. «Ich fühle mich gut, die Form stimmt», so Albin. Für die Appenzellerin Orenos wird Ilanz-Vals der erste richtige Formtest in der Saison. «Eigentlich fahre ich ja lieber die ganz langen Rennen, aber so kurze Rennen tun auch mal gut und sind perfekt für die Vorbereitung.»

Der 19-Jährige Albin hatte sich vor Jahresfrist in Vals im Sprint einer siebenköpfigen Spitzengruppe durchgesetzt. Orenos, 33, konnte sich bereits bei Uors von den letzten Begleiterinnen absetzen. Beide erwartet am Sonntag auf den 21,5 Kilometern vom Bahnhof in Ilanz zum Schulhaus in Vals allerdings starke Konkurrenz. Albin trifft unter anderem auf den Alpen-Challenge-Sieger Matteo Badilatti aus Li Curt im Val Poschiavo, der auch 2014 die erste Neuauflage des «GP Vals» für sich hatte entscheiden können. Orenos muss sich unter anderem mit Nina Zoller aus Chur auseinandersetzen, Siegerin von Chur-Arosa und in Vals 2015 bereits Dritte.

«Die Besetzung verspricht spannende Rennen», sagt Judith Huonder, OK-Chefin für Ilanz-Vals und selbst im vergangenen Jahr noch Zweite in Vals. «Traditionell melden auch einige der Top-Fahrer noch recht spät an.» Die Online-Anmeldung für Ilanz-Vals läuft noch bis Freitag, 5. Mai. Am Renntag sind aber auch noch Nachmeldungen vor Ort möglich.

Für zusätzliche Spannung sorgen auf dem Weg aus der ersten Stadt an Rhein vor die Tore der Zumthor-Thermen in diesem Jahr zwei neue Sonderwertungen. Bei den Frauen gibt es eine Sprintwertung in Peiden Bad mit Prämien für die ersten drei Fahrerinnen, im Rennen der Männer werden an der Zwischenzeit in Uors Sonderprämien ausgefahren. «Damit möchten wir einen zusätzlichen Anreiz schaffen für starke Fahrerinnen und Fahrer, die vielleicht am Ende nicht ganz mit den Kletterspezialisten mithalten können», erklärt Huonder.

Lokalmatador Matthias Alig aus Vals lässt seinen Start bis zuletzt noch offen. Im Vorjahr in aussichtsreicher Fluchtgruppe im Finale noch abgefangen und am Ende Vierter, hat er mit seinem Heimrennen noch eine Rechnung offen, will aber über seinen Start erst kurzfristig entscheiden.

Nicht nur für die Spitzenfahrer ist Ilanz-Vals als erstes der grossen Bündner Bergrennen ein Test für die Saison. Der Klassiker lockt auch zahlreiche Hobbyfahrer aus der gesamten Schweiz nach Graubünden. «Wir liegen mit den Anmeldungen voll im Plan», sagt Judith Huonder. «Natürlich wünscht man sich als Veranstalter immer mehr Teilnehmer, aber ich denke, wir haben uns mit einem guten Schnitt wieder voll etabliert. Cool ist, dass wir in diesem Jahr mit Teilnehmern auch aus Deutschland, Österreich, Italien, Liechtenstein und den Niederlanden noch internationaler werden.» Für viele «Gümmeler» ist Ilanz-Vals so etwas wie ein Familientreffen zum Saisonstart. «Genau das ist unser Ziel: Ein richtiges Radrennen mit perfekten Bedingungen für die Spitze wie für die Hobbyfahrer, aber gleichzeitig ist Ilanz-Vals mit der kurzen Distanz von 21,5 Kilometern und ohne die ganz heftigen Steigungen auch perfekt für alle, die mal Rennluft schnuppern wollen und noch nicht so viel Erfahrung haben.»

 

(Bild: zVg.)