«Glaspass – Ein Berg im Fluss»

Am 25. Juni wird am Heinzenberg der Erlebnisweg «Glaspass – Ein Berg im Fluss» mit einem kleinen Volksfest offiziell eingeweiht. Das Projekt des Tourismusverbandes Oberheinzenberg mit den Gemeinden Tschappina, Urmein und Flerden, wurde in Kooperation mit dem Naturpark Beverin, der Regionalentwicklung Viamala und Viamala Tourismus realisiert. Es macht die faszinierende Geschichte der Hangrutschungen am Heinzenberg für Gross und Klein erlebbar.

Knappe sechs Wochen vor der offiziellen Eröffnung in Form eines kleinen Volksfestes laufen die Arbeiten am neuen Erlebnisweg am Heinzenberg auf Hochtouren. Ein grosser Teil der Elemente, welche den Wanderern zwischen Glaspass und Obergmeind künftig die einmalige Geschichte der Heinzenberger Hangrutschungen bildhaft erzählen sollen, sind bereits montiert. Die Informationsbroschüren und der Online-Auftritt, welche die Detailinformationen vermitteln werden, stehen kurz vor der Vollendung. Damit neigt sich ein rund siebenjähriger Entwicklungsprozess seiner Vollendung entgegen (GRHeute berichtete).

Am Anfang stand ein Heustall

Die Geschichte des neuen Erlebnisweges am Heinzenberg begann in Tschappina im Jahre 2010 mit der Idee, einen ausgedienten Heuschober, das Härdställi, von seinem ursprünglichen Standort, ein paar hundert Meter weiter zur Postauto-Haltestelle auf dem Glaspass zu verschieben und ihn künftig als Informationsraum für Touristen zu nutzen. Die Umsetzung dieser Idee erwies sich als schwierig. Zudem wuchsen Zweifel, ob mit diesem Vorhaben die angestrebte touristische Attraktivitätssteigerung am Heinzenberg erreicht werden könne.

Neustart mit neuen Ideen

Anfangs 2013 wurde eine neue Arbeitsgruppe mit Vertretern des Tourismusverbandes Oberheinzenberg mit den Gemeinden Tschappina, Urmein und Flerden, der Regionalentwicklung Viamala, dem Naturpark Beverin und Viamala Tourismus gebildet. Mit der zentralen Zielsetzung vor Augen, am Glaspass eine neue Attraktion zu schaffen, welche Einheimische und Touristen an den Glaspass bringen soll, wurde nach Themen und Inhalten gesucht, welche ortstypisch sind und sich möglichst als Alleinstellungsmerkmale nutzen lassen. Im kreativen Austausch und unter Beizug der Firma Erlebnisplan GmbH, kristallisierte sich das Thema der Heinzenberger Hangrutschungen mit all seinen Facetten als ideale Basis für das Vorhaben heraus.

Ein tosender Wildbach und ein trockengelegter See

Im Zentrum steht dabei ein riesiges Hangrutschgebiet am oberen Heinzenberg, zwischen den beiden Tschappiner Fraktionen Glas und Obergmeind. Dieses ist aufgrund seiner Natur- und Kulturgeschichte absolut einzigartig. Es wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts urbar gemacht. Dabei musste die Bergwildnis einer typisch walserischen Streubesiedelung weichen. Doch der Berg stemmte sich mit aller Gewalt gegen die menschlichen Eingriffe. Die Schieferhänge gerieten in Bewegung und der Wildbach Nolla verschaffte sich einen schrecklichen Ruf, indem er mit seinen gewaltigen Ausbrüchen im Tal regelmässig für Angst und katastrophale Verwüstungen sorgte, mit Auswirkungen entlang des ganzen Alpenrheins bis hinunter zum Bodensee. Bis heute versucht der Mensch, sich gegen die Folgen dieser «Rache der Natur» zu wehren. Das trockengelegte Seebecken des Lüschersees, die weiten Aufforstungsgebiete am Glaspass und die unzähligen Sperrbauten im Flussbett des Nolla zeugen davon. Im kreativen Entwicklungsprozess wurde die Projektgruppe unter der Leitung von Remo Kellenberger von den Spezialisten der Erlebnisplan GmbH aus Luzern unterstützt. Aus dem reichen Fundus aus Teilaspekten zum interessanten und sehr komplexen Hauptthema der Hangrutschungen wurden die spektakulärsten ausgewählt.

Säumerspielplatz, Schwemmholzkugel, Bootsteg und auch das Härdställi

Das Spektrum beginnt allerdings bei der Säumergeschichte am Glaspass, um sich dann der besonderen Geologie des Heinzenbergs zu widmen, welche erst die Voraussetzungen schuf, das der Heinzenbergs ins Rutschen kam und die Menschen in der Folge zwang, verschiedenste Massnahmen – von Wildbachverbauungen über Aufforstungen bis hin zu Seeentleerungen – zu ergreifen um später wieder aktiven Nutzen daraus zu ziehen. Beispielsweise in der Landwirtschaft oder im Tourismus. Es sind authentische Hintergründe, welche auf dem Erlebniswanderweg «Glaspass – Ein Berg im Fluss» facettenreich vermittelt werden. Jeweils an den Eingangsportalen Glaspass und Obergmeind bieten Infotafeln einen generellen Überblick. Ein Säumerspielplatz auf dem Glaspass, ein «drive-in-Hofladen» in der Obergmeind und die noch nicht fertiggestellten Elemente des vom Skisport inspirierten Spielplatzes in der Obergmeind und des zum Spielraum umfunktionierten Härdställi sind Bestandteile des Gesamterlebnisses. Dazu gehören auch die Infostelen entlang des Weges, auf denen Personen zu Wort kommen, welche über ihren persönlichen Bezug zum jeweiligen Thema berichten. Zudem erleichtern spezielle Konstruktionen wie eine überdimensionale Schwemmholzkugel auf dem Glasergrat, ein zur Grillstelle umfunktionierter Bootssteg am trockengelegten Lüschersee oder kopfüber eingepflanzte Bäume in den Aufforstungen den Zugang zu den Themen. Detaillierte Zusatzinformationen werden den Wegnutzern in Form einer Broschüre vermittelt und pünktlich zur Eröffnung vom 25. Juni wird «Glaspass – Ein Berg im Fluss» unter www.erlebnisweg-glaspass.ch auch online im Internet verfügbar sein.

 

(Bilder: zVg.)

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