24 von 56 Poststellen im Bünderland sollen geschlossen werden. Damit würde der geplante Kahlschlag der Post den Kanton Graubünden als Bergkanton besonders treffen. Bei der Gewerkschaft Syndicom schrillen alle Alarmglocken: «Wenn die Politik nicht einschreitet, wird es zu spät sein.»

Im Kanton Graubünden hat syndicom auf ihrer Gefährdungskarte 38 Poststellen als gefährdet eingestuft. 24 Poststellen droht nun effektiv die Schliessung, und zwar die folgenden:

  • Bivio
  • Breil/Brigels
  • Brusio
  • Cazis
  • Celerina
  • Chur Lacuna
  • Churwalden
  • Davos Dorf
  • Küblis
  • Laax
  • Maloja
  • Obersaxen
  • San Bernardino
  • Sedrun
  • Silvaplana
  • Sta Maria
  • Val Müstair
  • Tiefencastel
  • Trimmis
  • Trun
  • Tumegl/Tomlis
  • Untersatz
  • Versam
  • Vals
  • Zuoz

Drei Poststellen (Maloja, San Bernardino, Trimmis) werden bereits in diesen Tagen geschlossen. Mit den geplanten weiteren Schliessungen würde Graubünden fast die Hälfte der Poststellen verlieren. Ein harter Schlag für den Service public. Bis zu 80 Arbeitsplätze sind betroffen.

Was die Post an alternativen Angeboten präsentiert, ist gemäss der Syndicom «untauglich»: «Sie decken jeweils nur einen ganz kleinen Teil der Services ab. Trotzdem präsentiert die Post diese als gleichwertige Zugangspunkte. Das ist reine Augenwischerei. Auch in Postagenturen wird nur ein stark reduzierter Service angeboten. Schlicht ein Hohn ist es, dass die Post die attraktiveren Öffnungszeiten anpreist: Es läge in ihrer Hand, die Öffnungszeiten von Poststellen an die Kundenbedürfnisse anzupassen.»

Gerade dieser Umstand wird in der Politik derzeit kritisiert. In einer Motion wurde unlängst gefordert, dass der Grundversorgungsauftrag neu definiert wird. Diese Position bekräftigte letzte Woche auch der Ständerat. «Die Reaktion der Post zeigt, dass die Post die politische Diskussion nicht nur missachtet, sondern ihre Pläne sogar noch beschleunigt», enerviert sich die Syndicom in einer Medienmitteilung, «das erfordert eine Reaktion der Politik. Syndicom fordert, dass der Bundesrat die strategischen Ziele der Post umgehend an den politischen Willen anpasst und die Post damit zwingt, die politischen Entscheide abzuwarten, statt Tatsachen zu schaffen.»

 

(Bild: GRHeute/Post)

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