Ich habe schlecht geschlafen letzte Nacht. Ich weiss nicht, ob es eine böse Vorahnung war oder was auch immer. Doch kurz nach dem Aufstehen verstärkte sich das komische Gefühl in meiner Magengegend. In Manchester hat es einen Anschlag auf ein Konzert von Ariana Grande gegeben, bei dem bis zum aktuellen Zeitpunkt 22 Menschen ums Leben gekommen sind.

Ich bin sonst keiner, der öffentlich um jeden C-Promi trauert oder sein Profilbild mit Landesflaggen überfärbt, doch dieses Mal hat es mich schwer auf dem falschen Fuss erwischt.

Eigentlich wollte ich letzte Woche schon zu einer Lobeshymne auf die Veröffentlichungen 2017 ansetzen, doch dann nahm sich die Grungelegende Chris Cornell das Leben und ich war einfach nicht in der richtigen Stimmung. Doch was gestern Abend in England passiert ist. Für so einen Akt voller Hass und Zerstörung gibt es nicht genug abscheuliche Worte. Das ist nicht nur ein Angriff auf ein Konzert an dem es von Familien nur so wimmelt; es ist zugleich ein Angriff auf jeden Musiker, jeden Musikjournalisten und vor allem jeden Musikfan. Musik ist für mich der Mittelpunkt und Anker neben der Liebe. Musik verbindet Menschen aus verschiedenen Kulturen und Schichten. Es gibt keinen Hass, wenn Musik spielt. Und genau dieses verbindende Gefühl, das Musik auslöst, wollen uns diese Terroristen kaputt machen. Doch wir geben unsere Festung der Liebe niemals kampflos aus den Händen. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, heute diesen Artikel zu schreiben, als Protestaktion gegen Menschen voller Hass.

 

2017, du gefällst mir. Es ist kaum ein halbes Jahr her, als wir dich begrüssen durften und doch platzt mein CD-Regal jetzt schon aus allen Nähten. Es begann mit den grandiosen Werken von Ritschi und Lo & Leduc, dem Comebackalbum von May Day, sowie dem endlich erschienenen Debüt von Churer Gschichta, dann folgten ebenfalls endlich neue Töne von den Mundartlegenden Züri West, deren neue Songs ich verschlungen habe. Phasenweise war ich ein wenig im Verzug vor lauter neuer Tonträger, doch einige melancholische Poesiefetzen von Kuno Lauener haben mich dann doch sehr berührt.

Doch dann kündigten gleich einige meiner Lieblingsbands neue Sachen an und ich war auf Wolke sieben. Aktuell höre ich ziemlich viel das neue Album von Papa Roach, das Hitsingle an Hitsingle reiht.

Ursprünglich dachte ich Help wäre der Überhit, doch ein paar Nummern wie Periscope oder Born for Greatness zeigen neue Facetten, sind sehr innovativ und festigen den Ruf meiner Helden sicher weiterhin ein globaler Player zu sein. Crooked Teeth eine ganz grosse Kiste und Entdeckungsreise durch die verschiedensten Rocksphären. Ich als grosser, jahrelanger Anhänger der Band kann sogar sagen, dass es den Millionenseller Infest an Innovation um Längen schlägt. Schön, seid ihr wieder da.

Ebenfalls wieder zurück sind Rammstein, die ein episches Livealbum veröffentlicht haben. Das Kulturphänomen Rammstein in Wort zu fassen, ist schwierig, doch hier ein paar Ausschnitte aus Live in Paris:

Livealben sind nicht nur bei Rammstein ein Erlebis, auch die Böhsen Onkelz sind live grandios. Aus diesem Grunde haben sie zum 20. Jubiläum ihrer Kultlivescheibe Live in Dortmund nochmals in Dortmund gastiert und eine Live-CD aufgenommen. Ich bin sehr gespannt und voller Vorfreude, die neuen Songs ‚live‘ zu hören.

 

Am allermeisten freue ich mich aber auf das neue Album von Mr. Big. Meine Lieblingsband seit gut 20 Jahren bringt wieder mal ein neues Album raus und die Band wird einfach wie Wein von Jahr zu Jahr besser. Beim ersten neuen Lied nehmen sie gleich auch ihren Welthit To be with you auf die Schippe, was einfach herrlich ist.

Eben wie gesagt, dieses Jahr kommt so viel gute Musik raus und ich lasse mich gerne auch von neuen Sachen überraschen.

Wir lassen uns diese wundervolle Musik, atemberaubende Konzerte und magische Momente von niemandem kaputt machen.

Make music, not war!

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