Das Bündner Südtal Val Müstair will die vielfältigen Herausforderungen der nächsten Jahre geeint und mit einem ganzheitlichen Entwicklungsansatz anpacken. Die Gemeinde Val Müstair hat dazu einen Prozess in Gang gesetzt, an dessen Ende ein Masterplan mit konkreten Handlungsfeldern und Massnahmen für die Weiterentwicklung des Tals sowie des Naturparks Biosfera Val Müstair stehen soll.

Wenn es nach dem Willen des Gemeindevorstandes von Val Müstair geht, soll das Bündner Südtal zum «nachhaltig attraktivsten Naturort und Lebensraum der Alpen» werden. Die Vision «Val Müstair 2025» ist ein erstes Resultat aus der umfassenden Bestandesaufnahme und Analyse von Gemeinde, Naturpark und dem Tal als Gesamtsystem. Die vielfältigen Herausforderungen und teils ungelösten Probleme im Tal hatten den Gemeindevorstand von Val Müstair unter dem neuen Präsidenten Rico Lamprecht zum Jahresbeginn zu diesem Schritt bewogen. Mit dem Abschluss der Analysephase ist jetzt ein erster Meilenstein erreicht. 

Breit abgestützte Analyse 

Basis der Analyse bildete die qualitative, teilstandardisierte Befragung aller relevanten Akteure zwischen Februar und Mai 2017. Im Auftrag der Gemeinde Val Müstair wurden in diesem Zeitraum rund 40 Interviews mit Vertretern aus Politik, Handel, Gewerbe und Gastronomie, Tourismus, Industrie, Landwirtschaft, Kultur sowie mit Amtsstellen des Kantons und des Bundes geführt. Die Analyse wurde durch die Quant AG, Flims umgesetzt. «Bei der Befragung haben wir bewusst nichts ausgeklammert und alles hinterfragen lassen», sagt Gemeindepräsident Rico Lamprecht. Ergeben habe sich so ein Gesamtbild, das bestehende Schwächen und Probleme beim Namen nennt aber gleichzeitig auch die realistischen Stärken und Chancen des Tals auf den Punkt bringe. Als Kernprobleme wurden die fehlende Positionierung und Strategie des Tals, die Rolle und Ausgestaltung des Naturparks Biosfera Val Müstair sowie teilweise ungeklärte Schnittstellen zwischen Gemeinde, Naturpark, Schweizerischem Nationalpark, dem UNESCO Biosphärenreservat und der touristischen DMO TESSVM (Turissem Engadin Scuol Samnaun Val Müstair) identifiziert.

Gleichzeitig waren sich die Befragten über das enorme, bei weitem nicht ausgeschöpfte Potential des Tals als Natur- und Erholungsraum mit kulturellen Schätzen von Weltformat (UNESCO Welterbe Kloster St. Johann, Müstair) einig.

Klares Bekenntnis zu Naturpark und strategischen Partnern

Aufbauend auf den Resultaten und Erkenntnissen aus der Analyse hat der Gemeindevorstand von Val Müstair nun erste Grundsatzentscheide gefasst. Dazu gehört ein klares Bekenntnis zum Naturpark: die Biosfera Val Müstair soll bei der Weiterentwicklung des Tals eine zentrale Rolle spielen. Die Partnerschaft mit der DMO TESSVM soll im Weiteren auf der Basis einer neuen Leistungsvereinbarung gestärkt werden. Unbestritten ist sodann die Notwendigkeit einer klaren Positionierung und einer übergeordneten Strategie für die ganzheitliche Entwicklung des Tals. «Der Gemeindevorstand ist sich bewusst, dass das Vertrauen der verschiedenen Akteure sowie der gesamten Talbevölkerung in die Gemeinde-Exekutive der Schlüssel zum Erfolg ist», sagt Gemeindepräsident Rico Lamprecht. Die Behörde werde deshalb die Kommunikation intensivieren und über alle Schritte im Entwicklungsprozess proaktiv und transparent informieren.

Masterplan bis im Herbst 2017

Neben der verstärkten Information und Kommunikation steht in den nächsten Monaten die Erarbeitung des Masterplans Val Müstair 2025 im Zentrum. Darin wird die Umsetzung der Positionierung sowie der neuen strategischen Ausrichtung mit entsprechenden Handlungsfeldern und Massnahmen aufgearbeitet und festgehalten. «Der Gemeindevorstand ist überzeugt, mit diesem Vorgehen die Kräfte im Tal zu bündeln und das Val Müstair auf dem Weg hin zum ‹nachhaltig attraktivsten Naturort und Lebensraum› einen grossen und wichtigen Schritt weiterzubringen» sagt Rico Lamprecht.

(Bild: GRHeute)