Der Kanton Graubünden ist gesegnet mit vielen Openairs. Doch wie organisiert man eigentlich ein Openair? Vielfach wird unterschätzt, was alles hinter den Freiluftkonzerten steckt. Wir haben mit allen Bündner Musikfestivals gesprochen und einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gewagt. Herzlich willkommen zu Backstage Festivalsommer.

Allgemein: Rap, Hip Hop, Graffiti
Name des Openairs: Polenta Jam
Datum: 14. – 16.07.2017
Ausgabe Nr.: 15
Gründungsjahr: 2002
Anzahl Bands 2017: 8
Programm 2017: Kool Savas, Möchtegang, Baze, Black Tiger, Shape, Hedgehog, Freezy, Hans Nötig
Webseite: www.polentajam.ch
Fassungsvermögen Publikum: circa 1000 pro Abend
Organisationskomitee inklusive Funktionen:
Marcel Schlegel – OK Präsident
Rocco Altavilla – Aufbau
Arnold Walter – F&B
Raphael Stierli – Marketing

Interviewpartner inklusive Funktion: Raphael Stierli (siehe oben)

Wie entstand die Idee zu eurem Festival?

Die Polenta Jam gibt es bereits seit 15 Jahren. Die damalige Crew Moshpit hat viele Parties in Landquart organisiert – daraus entstand die Idee, ein Open Air zu organisieren.

Welches war euer bisher bestes Jahr?

Schwierig zu sagen. Jedes Jahr ist für uns ein Highlight. Wir sind nicht gewinnorientiert und daher machen wir uns nicht so viel aus den Finanzen.

Was sind die Highlights in diesem Jahr?

Kool Savas.

Wie viele Helfer sind vor Ort, wenn euer Festival steigt?

Circa 35.

Gab es irgendwann auch mal ein Jahr, als die Durchführung auf der Kippe stand?

Nein.

Wie viele Stunden sind die OK-Mitglieder mit der Organisation beschäftigt?

Das haben wir (zum Glück) noch nie ausgerechnet. Es sind aber mindestens 500 pro OK Mitglied.

Welche schweren Fehler kann man als Openair in Graubünden begehen?

Wir stellen uns als OK nicht über andere und sehen uns daher nicht in der Rolle, Tipps oder Dos und Don’ts zu machen. Unser grösster Fehler wäre es, wenn wir das Konzept über den Haufen werfen.

Wie steht es um euer Sicherheitskonzept, nach den Terrorangriffen auf Konzerte?

Wir haben seit 2012 ein Sicherheitskonzept, welches von der Gemeinde jeweils abgenommen wird und Teil der Eventbewilligung ist. Wir schätzen das Thema Terror als keine Gefahr für die Polenta Jam ein.

Habt ihr beim OK hauptsächlich die gleichen Personen involviert oder wechselt das häufiger?

Seit 2012 immer dieselben.

Niemand redet gerne über Geld, aber wer war der bisher teuerste Act an eurem Festival?

Kool Savas.

Was macht euer Openair aus?

Klein aber fein, coole Stimmung. Viel Graffiti, günstige Preise für Eintritt und Verpflegung. Einfach locker und kein Mainstream.

Warum gehen die Leute jährlich zu euch und nicht an andere ausserkantonale Openairs?

Wer einmal bei uns war, kommt oft wieder. Das haben wir festgestellt. Wir denken, dass wir ein cooles Eventkonzept haben und die Leute das schätzen. Aber genau wissen tun wir das natürlich nicht.

Welche Kosten werden zumeist unterschätzt von Organisatoren?

Suisagebühren.

Wie rege ist der Kontakt unter den verschiedenen Openairs?

Eigentlich nicht – wir sind in dem Sinne nicht wirklich vernetzt. Wir pflegen viel lieber den Kontakt zu unseren Helfern – die sind extrem wichtig.

Ist es ratsam in Graubünden ein weiteres Openair auf die Beine zu stellen oder sollte man besser die Finger davon lassen?

Das soll jeder für sich selber entscheiden. Im Sommer gibt’s bereits viele Events und Open Airs. Schlussendlich entscheidet der Besucher, ob er weitere Open Airs besuchen will oder nicht. Und solange ein Event auch auf Anklang stösst, hat er seine Daseinsberechtigung.

Wie geht es weiter mit eurem Openair?

Wir feiern in diesem Jahr 15 Jahre Polenta Jam. Wir hoffen auf gutes Wetter und eine friedliche Stimmung ohne Zwischenfälle – letzteres ist bei uns nie das Problem. Wir entscheiden von Jahr zu Jahr wie wir mit dem Event weiterfahren – in dem wir nach der Jam ein Debriefing im OK machen und uns austauschen.

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