Der Kanton Graubünden ist gesegnet mit vielen Openairs. Doch wie organisiert man eigentlich ein Openair? Vielfach wird unterschätzt, was alles hinter den Freiluftkonzerten steckt. Wir haben mit allen Bündner Musikfestivals gesprochen und einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gewagt. Herzlich willkommen zu Backstage Festivalsommer.

Name des Openairs: Burning Mountain Festival
Datum: 29. Juni – 2. Juli 2017
Ausgabe Nr.: 7
Gründungsjahr: 2011
Anzahl Bands 2017: circa 120
Programm 2017: siehe Website
Webseite: www.burning-mountain.ch
Fassungsvermögen Publikum: 10’000
Organisationskomitee inklusive Funktionen:
Verein Burning Mountain

Interviewpartner inklusive Funktion:
Dominique Lauber, Präsident

Wie entstand die Idee zu eurem Festival?

Wir wurden angefragt das Engadin Spirit Festival zu unterstützen, welches 2010 dort stattfand. Das Festival war so miserabel geplant, dass die Betreiberfirma Konkurs anmelden musste. Danach haben wir uns gesagt: Das können wir besser. Aus der Asche des Vorgängers entstand dann das Burning Mountain Festival.

Welches war euer bisher bestes Jahr?

2016. Man wird erfahrener. Im letzten Jahr hatte alles gestimmt.

Was sind die Highlights in diesem Jahr?

Wir haben eines der besten Progressive Psytrance Lineups in ganz Europa. Dazu kommen viele neue Kunstprojekte und eine komplett überarbeitete Pyroshow.

Wie viele Helfer sind vor Ort, wenn euer Festival steigt?

Circa 150.

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Gab es irgendwann auch mal ein Jahr, als die Durchführung auf der Kippe stand?

Im 2015 mussten wir über 100’000 CHF zusammenstreichen weil der Vorverkauf komplett unter den Erwartungen verlief. Das war sehr hart. Gleichzeitig war es aber auch ein Wendepunkt: Das OK wurde neu zusammengesetzt. Wir mussten uns von langjährigen Partnern trennen. Danach ging es wieder bergauf.

Wie viele Stunden sind die OK-Mitglieder mit der Organisation beschäftigt?

Über 2000. So genau wissen wir das nicht…

Welche schweren Fehler kann man als Openair in Graubünden begehen?

Viele 😊

Wir nehmen den Kanton aber als sehr fairen Partner auf. Fehler kann man überall machen. Das hat mit der Location wenig zu tun.

Wie steht es um euer Sicherheitskonzept, nach den Terrorangriffen auf Konzerte?

Wir machen Personenkontrollen am Eingang. Obwohl wir sehr viele internationale Gäste haben, gehen wir von einer geringen Gefährdung aus.

Habt ihr beim OK hauptsächlich die gleichen Personen involviert oder wechselt das häufiger?

Es gab schon Wechsel. Aber grundsätzlich setzen wir hier auf Erfahrung, Herzblut und Kontinuität.

Niemand redet gerne über Geld, aber wer war der bisher teuerste Act an eurem Festival?

Das verraten wir nicht.

Was macht euer Openair aus?

Die Mischung aus Kunst und Musik, gepaart mit viel Feuer. Dazu die einmalige Location. Wir sehen uns als eine leere Leinwand und laden alle Künstler ein sich zu involvieren. Das ist ihre Plattform. Zudem herrscht bei uns eine sehr lockere Stimmung. Jeder kann völlig sich selber sein. Wir haben keine Zuschauer, sondern Teilnehmer.

Warum gehen die Leute jährlich zu euch und nicht an andere ausserkantonale Openairs?

An unserem Weekend findet immer das Open Air St. Gallen statt. Anscheinend stehen nicht alle auf Charts, Schützengarten und besoffene Teenagers.

Welche Kosten werden zumeist unterschätzt von Organisatoren?

Die unsichtbaren, wie zum Beispiel Suisa, Steuern und Kurtaxen. Aber auch Kosten für die Infrastruktur und in der Schweiz speziell die hohen Löhne.

Wie rege ist der Kontakt unter den verschiedenen Openairs?

Wir sind vernetzt untereinander und helfen uns aus. Zumeist Events mit ähnlicher Ausrichtung. Mit Schlager-Events haben wir (noch) keinen Austausch.

Ist es ratsam in Graubünden ein weiteres Openair auf die Beine zu stellen oder sollte man besser die Finger davon lassen?

Das hängt von sehr vielen Faktoren ab. Für gewisse Musikrichtungen scheint der Markt gesättigt.

Wie geht es weiter mit eurem Openair?

Wir bringen jetzt erst diese Edition über die Bühne und danach geht es ans Planen der nächsten Edition. Das fängt meist mit der Suche nach einem Kunst-Thema an. Nach dem Festival ist vor dem Festival.

Burninig

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