Vor rund drei Jahren hat sich der Sportchef eines Churer Sportvereins nach der abschlägig verlaufenen GESAK-Abstimmung über die fehlende Lobby beklagt. Er hat dabei aber wohl vergessen, dass eine Lobby nicht einfach mir nichts dir nichts entsteht, sondern dass sich alle Beteiligten nicht nur für die eigene, sondern auch für die gemeinsame Sache einsetzen und auch etwas dafür tun müssten.

Nachdem sich Peter Philipp, Präsident von BTV Chur Leichtathletik, kürzlich an die Öffentlichkeit gewandt und sich dabei über die mangelnde Dialogbereitschaft des Churer Stadtpräsidenten Urs Marti beschwert und ihn im Zusammenhang mit der Planung und dem Ausbau der Sportanlagen auf der Oberen Au zu einer Denkpause aufgefordert hat, die von Urs Marti aber abgelehnt worden ist, ist der Churer Sport genau wieder an obigem Punkt angelangt.

Es tönt wie ein schlechter Scherz, dass die Churer Sportler ihren Sport fast ausnahmslos in der Hauptstadt Graubündens ausüben können, die seit Jahrzehnten an regionalen, nationalen und internationalen Anlässen die „Sportstadt Chur“ erfolgreich repräsentierenden Leichtathletinnen und Leichtathleten aber nach Landquart ausweichen und dort trainieren müssen, weil Chur als einziger Kantonshauptort der Schweiz immer noch nicht über eine Leichtathletikanlage mit einer 400-Meter-Bahn verfügt und eine solche im Frühjahr bekanntlich aus dem Masterplan „Sport- und Eventkonzept Obere Au“ gestrichen worden ist.

Die Leichtathletik gehört auch räumlich ins Konzept

Die Leichtathletik, die olympische Kernsportart Nummer 1, ist Trainingsgrundlage und Bestandteil vieler anderer Sportarten. Es wäre deshalb absurd, für die Leichtathletikanlage einen alternativen Standort zu suchen, denn in vielen Sport- und Trainingszentren steht sie im Mittelpunkt und wird da auch von Eishockeyanern, Fussballern etc. rege benutzt.

Es ist an der Zeit, dass die Behörden endlich über ihren Schatten springen und die Anliegen der Leichtathleten ernst nehmen. Allzu lange wollte man diese nämlich beschwichtigen, indem man ihnen anstelle einer Leichtathletikanlage mit einer 400-Meter-Bahn einen Sprintkorridor versprach. Dieser wurde ja inzwischen im Komplex City West auf privater Basis bereits erstellt.

Eine Denkpause wäre zweifellos angebracht. Zusätzlich müssten die Verantwortlichen der Churer Sportvereine zusammensitzen und gemeinsam die sportartspezifischen und auch -übergreifenden Bedürfnisse festlegen. Die Churer Sportler müssen endlich lernen, solidarisch zu denken und der Politik ihre Wünsche zu übermitteln. Was man dadurch erreichen kann, haben uns ja die Bündner Kulturschaffenden kürzlich vorgemacht.

 

(Symbolbild: Wikipedia)