Am vergangenen Wochenende fand zum 3. Mal der UCI Mountainbike Weltcup auf der Lenzerheide statt. In den Disziplinen Cross Country und Downhill haben sich am vergangenen Wochenende über 500 Startende an schnellen Zeiten gemessen. Mit der Durchführung des Events fand eine rund 8 monatige Vorbereitungszeit eines Organisationskomitees sein Ende, welches emotionaler nicht hätte sein können.

Eigentlich wollte ich für GRheute eine digitale Video Story vom Aufbau und den Renntagen machen, jedoch machten mir Technik und der körperliche Event Modus einen Strich durch die Rechnung. „Emotional vergass Digital“ war mein Motto des Wochenends.

Am Samstag fanden die Downhill Rennen auf der verbesserten Downhill-Weltcupstrecke statt. Mit dem neuen Layout des Zielgebietes und dem neuen, rund 8 Meter hohen Zielsprung konnte wiederum eine Neuerung gegenüber dem Vorjahr gemacht werden. Es ist schon unglaublich, welche Emotionen auf verschiedenen Ebenen an so einem Event freigesetzt werden.

Bereits ab 08 Uhr Morgens finden sich Helfer und Rennläufer im Gelände ein und bereiten sich für den Grossevent vor. Ab 09 Uhr dann kommen die Fans, Fanatiker, Interessierte und Schaulustige. Welch buntes Treiben man von der Dachterrasse der neuen Graubünden VIP Lounge presented by Valbella Inn Resort beobachten kann. Dann die erste Nachricht der Verkehrszentrale, rund eine Stunde Fahrzeit von Chur nach Parpan, das heisst die erwartete Menschenmenge ist im Anmarsch! Junge und Alte, Dicke und Dünne, Familien und Singles, alle wollen die verrückten Typen auf Ihren Bikes sehen. Ausgerüstet mit Lärminstrumenten, von alten Felgen über Rahmen bis hin zu umgebauten Motorsägen, kostümiert als Hühner (Chicken Line), Bären oder einfach in coolen Klamotten, die Welt trifft sich zu einem friedlichen Happening auf der Lenzerheide. Als Teil des OK’s steigt natürlich während der Rennen der Puls an, gibt es keine Unfälle, wie verhalten sich die Zuschauer und ein Schweizer Podium als Wunsch, die Gemütslage geht auf und ab. Im Damenrennen holt sich die Schweizerin Emily Siegenthaler ihren zweiten Podestplatz, was für ein Abschluss dieses Rennens. Bei den Herren gibt’s ein Herzschlagfinale mit technischem Defekt, sodass bis zum letzten Fahrer Spannung herrscht! Und zur Rangverkündigung kommen Sie alle vom Berg, über 10‘000 sind’s gewesen, welche die Rennen angeschaut haben! Und bei der Rangverkündigung in 10‘000 lachende Gesichter zu schauen und die positiven Vibes zu spüren, einzigartige Momente als Dank für viele Arbeitsstunden von Helfer und OK.

Wer nun denkt, dass der Arbeitstag getan ist, liegt falsch. Während die Helfer mit den Infrastrukturverantwortlichen das gesamte Setup im Zielgelände von Downhill zu CrossCountry umbauen, mache ich mich auf den Weg zu einer Präsentation mit Journalisten, welche mit Schweiz Tourismus das Thema Biken vertiefen. Nach gelungener Präsentation reicht es noch kurz für eine Stipvisite bei der Premiere des neuen Nino-Schurter-Films sowie einem Handshake am Sponsorenanlass des Randon Teams von Ralph Näf. Zu guter Letzt an diesem Arbeitstag geniesse ich noch ein gutes Glas Wein mit Teammitglieder des SCOTT/SRAM Mountainbike Teams von Nino Schurter sowie einigen Sponsoren. Nach Mitternacht auf dem Nachhauseweg zu Fuss höre ich noch die laute Musik am Santa Cruz Corner, der Party-Station unserer Downhiller. Da es eh auf dem Nachhauseweg liegt, schaue ich noch kurz vorbei, ob es trotz kurzem Regenintermezzo noch Gäste an der Bar hat. Und unglaublich, über 500 Junge und Junggebliebene tanzen meist friedlich zu guter Musik. Endlich im Bett – die Uhr zeigt zwei Uhr an – lassen einen die Emotionen fast nicht einschlafen. Der erste Tag ist geschafft, der zweite steht bald an.
Eindrücke des ersten Renntages:

 

Die Tourismus-total-Expertenrunde von GRHeute berichtet und kommentiert einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden. Unverblümt und direkt von der Front. Heute: Bruno Fläcklin, Geschäftsführer der Ferienregion Lenzerheide.

 

Die Tourismus.total-Expertenrunde von GRHeute

 

(Bild: GRHeute)