Not Carl war Grossrat, Standespräsident und langjähriger Gemeindepräsident von Scuol. Heute, mit 68 Jahren, könnte er es ruhiger angehen, den Dingen ihren Lauf lassen, doch von Ruhestand will der Jurist nichts wissen.

«Nein, das kann ich nicht, da würde ich krank», sagt Carl. Aktuell kämpft er als Präsident der Bündner Konzessionsgemeinden gegen die Senkung der Wasserzinsen. Bis zur Hälfte der 120 Millionen Franken, die jährlich von den Stromkonzernen nach Graubünden fliessen, seien bedroht, sagt er.

Noch immer habe er den Hang sich einzumischen, nicht nur bei diesem Thema. Mal setzt er sich gegen die Schliessung der privaten Mittelschule ein, mal für das Scuoler Nachtleben, mal für schnelles Internet in der Region.

In solchen Fällen greife er ein und nutze sein Netzwerk. Manche werfen ihm vor, es gehe ihm manchmal gar nicht um die Sache, sondern um persönliche Anerkennung. «Vielleicht ist es beides, das kann schon sein, doch der Erfolg war selten für mich alleine».

Not Carl ist kein Mann der leisen Töne, dies kommt ihm auch bei seinem Hobby, dem Alphorn blasen, zugute. Er spiele gerne, es tue ihm gut, vor allem wenn er sich aufgeregt habe.

In den letzten Wochen und Monaten, während den Wasserzinsdiskussionen, habe er das Alphorn denn auch häufig in die Hand genommen.

 

 

(Quelle: www.srf.ch)