Die FDP Graubünden greift Regierungsrat Martin Jäger wegen des «Kunstmuseum-Debakels» mit harten Worten an. 

Die Absetzung von Stephan Kunz als Direktor des Bündner Kunstmuseums, der Sistierung des Entscheids nach massivem Druck der Kulturlobby und der «Wiedereinstellung» Kunz‘ als Co-Direktor sorgt für Stirnrunzeln. In einer Medienmitteilung spart die FDP Graubünden nicht an Kritik am Bündner Regierungsrat. «Nach einer für Bündner Verhältnisse grandiosen Schelte und Einmischung in operative Entscheide durch die Kulturlobby hat EKUD Chef, Regierungsrat  Martin Jäger vor den Sommerferien seinen Entscheid in der causa Kunz zurückgezogen, und die von ihm unter mysteriösen Umständen eingesetzte Direktorin wieder abgesetzt», fasst die Partei das Geschehene zusammen, «in der Folge wurde ein externen Mediator beigezogen, um der Lage Herr zu werden. Nur gerade einen Monat später wurde an einer gross angelegten Medienkonferenz mit Stolz verkündet, man hätte eine ideale, Lösung „von allen Beteiligten gemeinsam getragen“, gefunden. Beide zur Diskussion stehenden Personen teilen sich nun im Co-Präsidium das Direktorium.»

Die Partei fragt sich, on der Bündner Steuerzahler jetzt zwei Direktorengehälter zahle oder ob beide auf die Hälfte verzichten. Und: «Hätte auf diese ausserordentliche Lösung nicht auch der  zuständige Regierungsrat selber  kommen können?» Die Bündner FDP fragt sich, worin der Unterschied zur ersten Lösung, die zu den massiven Protesten geführt hat, bestehe. Der einzige erkennbare Unterschied zur ersten Lösung sei, das sich der ursprünglich abgesetzte Direktor neu wieder Co-Direktor nennen darf, zusammen mit einer zweiten Co-Direktorin. 

«Der Steuerzahler wird sich freuen», schreibt die Partei, «kommt dazu, dass sich solche Lösungen mit geteilten Verantwortung und vielen, unklaren Schnittstellen nicht bewähren werden. Die nächsten Protestmärsche sind vorprogrammiert!» 

Beim verantwortlichen Regierungsrat und seinem Stab seien bei dieser Sommerlachnummer die Führungsqualitäten zu hinterfragen. Man könne hier durchaus von Verschleuderung von Steuergeldern und unnötiger Beanspruchung  kantonaler Ressourcen sprechen. «Nebst der ganzen ‚Aufregung‘ sagen wir es offen, um nichts, hätte durch kompetente Führung und klare, nachvollziehbare, transparente Entscheide verhindert werden können», schreint sie in Richtung von Regierungsrat Jäger.

 

(Bild: Regierungsrat Martin Jäger – zVg.)

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