Der interregionale 2. Ligist Chur 97 hat am Samstag vor 150 Zuschauern auf dem Sportplatz Ringstrasse gegen den 1. Ligisten USV Eschen/Mauren eine auch in dieser Höhe verdiente 1:4-Niederlage erlitten. Nach einer desolaten Leistung in der ersten Halbzeit und einem 0:4-Rückstand schon nach 35 Minuten konnten sich die Einheimischen nach der Pause deutlich steigern und die zweiten 45 Minuten resultatmässig knapp für sich entscheiden, profitierten dabei aber auch vom spürbaren Nachlassen der Gäste, bei denen einige 4. Liga-Spieler zum Einsatz kamen.

Die stark ersatzgeschwächten Liechtensteiner, bei denen auf diese Saison hin neu der Ex-Churer Spieler und Trainer Thomas Waser das Zepter übernommen hat, mussten nur gerade eine Woche vor Meisterschaftsbeginn auswärts gegen den FC Mendrisio nicht nur auf die verletzten Giuseppe Coppola, Michael Bärtsch, Patrick Peters, Simon Kühne und Flavio Piperno, sondern auch auf die noch in den Ferien weilenden Ivan Quintans, Marco Fässler, Niklas Kieber, Manuel Willi und Aljaz Kavcic verzichten.

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Bei Chur 97 fehlten Marko Zuvic und Olcay Gür verletzungsbedingt sowie Sascha Meier, Lorenzo Cazzato, Arbes Dervishi und Armando Heeb wegen Ferienabwesenheit. Dagegen kam mit Abdül Samed Ipek ein Testspieler zum Einsatz, der über die gesamte Spieldauer einen guten Eindruck hinterliess.

Churer Fehler wurden brutal bestraft

Die Geschichte der Partie ist schnell erzählt. Nach 15 Minuten stand es 2:0, nach 35 Minuten 4:0 für den USV Eschen/Mauren. Der neuverpflichtete Marsel Stevic und Nicolò Pola profitierten von teilweise katastrophalen Fehlern in der Churer Defensive und scorten je zweimal. An drei der vier Gegentore war Pavel Pergl, der in dieser Saison eigentlich gar nicht mehr spielen, sondern für das Konditionstraining zuständig sein soll, mitbeteiligt oder der Hauptschuldige dafür. Es ist für einen Aussenstehenden nicht nachvollziehbar, warum der vermeintliche Transfercoup, dessen Leistung absolut unterirdisch war, überhaupt zum Einsatz gelangt, wenn auf der Bank sieben junge Spieler sitzen, die ihre sportliche Zukunft noch vor sich haben. Aber vielleicht war es ja auch nur ein ganz schlechter Scherz!  

Die Einheimischen kamen in der ersten Halbzeit nicht zu einer einzigen Torchance. Sie hatten zwar relativ viel Ballbesitz und liessen den Ball in der eigenen Spielfeldhälfte gut zirkulieren. Nach vorne lief aber überhaupt nichts!

Steigerung der Platzherren dank frischem Wind 

Nach dem Seitenwechsel konnte der Stadtclub nicht zuletzt dank einer offensiveren Ausrichtung und mehreren Wechseln das Spieldiktat übernehmen und kam in der Folge auch zu einigen guten Torchancen. Zuerst hatte aber Nicolò Pola Pech, der den Ball in der 49. Minute am Torhüter vorbei an den Pfosten spitzelte. In der 53. Minute verfehlte ein gut getretener Freistoss von Livio Krättli das Ziel nur knapp, während Nico Gruber in der 70. Minute mit einem Kopfball aus kurzer Distanz am gegnerischen Torhüter scheiterte. 

In der 72. Minute hatte Churs Aussenverteidiger Andri Probst Glück, dass er nach einem groben Foul an Nico Thöni vom sonst souveränen Schiedsrichter nur verwarnt wurde. Was da der Churer Trainer Jouke Faber zu reklamieren und was er in dieser Situation vor der Coachingzone des USV Eschen/Mauren zu suchen hatte, konnte leider nicht in Erfahrung gebracht werden, ist aber auch völlig unwichtig. Der nach der wirklich rüden Attacke stark hinkende Innenverteidiger der Gäste konnte jedenfalls trotz Pflege nicht mehr weiterspielen und musste ausgewechselt werden. 

Und der Ehrentreffer fiel doch noch

In der 76. Minute tankte sich Janique Gringer unwiderstehlich durch, brachte den Ball aber auch nicht an Boban Antic vorbei. Nur zwei Minuten später war es dann aber endlich soweit, denn der vorgerückte Innenverteidiger Miroslav Kral versenkte den Ball per Kopf unhaltbar im Lattenkreuz.

Die Churer bestimmten auch nach dem Ehrentor die Gangart, während von den Liechtensteinern rein gar nichts mehr kam. Luca Tino und Adnan Mutapcija verpassten aber in der Schlussphase der Begegnung eine durchaus mögliche Resultatverbesserung.

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Positiv in Erscheinung getreten sind bei den Platzherren neben dem Torschützen Miroslav Kral vor allem die quirligen Aussenverteidiger Gian-Luca Fahling und Abdül Samed Ipek, die im Mittelfeld agierenden Rahulan Sivalingam und Livio Krättli sowie die viel Zug nach vorne bringenden Adnan Mutapcija und Janique Gringer. Jindrich Stehlik dagegen wurde in der ersten Halbzeit trotz eines riesigen Laufpensums wohl Opfer der Taktik. 

Vor dem Saisonauftaktspiel am Dienstag, 15. August um 20 Uhr auf dem Sportplatz Allmeind in Niederurnen gegen den FC Linth 04 ist Chur 97 am nächsten Mittwoch noch auf dem Sportplatz Tiergarten zu Gast und trifft dort um 19:30 Uhr auf den regionalen 2. Ligisten FC Mels. Und am Sonntag, 6. August findet ab 14 Uhr auf dem Sportplatz Ringstrasse das Turnier um den Alpina Cup 2017 statt, an dem jede der fünf teilnehmenden Mannschaften 45 Minuten gegen jede andere spielt. Neben Chur 97 sind das noch Chur 97 2 (U20), der FC Ems, der FC Sargans und der SC Rhäzüns.                      

 

(Bilder: zVg.)