Ab diesen Samstag geht es beim DAVOS FESTIVAL sportlich zu und her. Die Organisatoren betiteln den Event zurecht einen „musikalischen Spielplatz“.

Unter dem Motto SPIELPLATZ lädt das DAVOS FESTIVAL vom 5.-19. August ein, Musik als verblüffend verspielte Kunst der Gegenwart zu erkunden: Dabei kann man schon mal spielerisch bei Bach aus den (wohlkonstruierten) Fugen geraten, eine persönliche Mozart-Komposition würfeln, Dirigenten als Schiedsrichter sehen, Karten spielen mit Schönberg und Schach mit Schumann…

Das Besondere macht das DAVOS FESTIVAL seit 32 Jahren aus. Konzertieren und experimentieren – das war schon 1986 die Idee des damals 24-jährigen Festivalgründers Michael Haefliger, heute Leiter des Lucerne Festivals. Seit 2014 entwirft Klarinettist und der „famose Programm-Spinner“ (NZZ am Sonntag, Christian Berzins) Reto Bieri die Programme, gespickt mit außergewöhnlichen Ideen und der Verknüpfung unterschiedlicher kultureller Sphären – einmalig und so nur in Davos zu erleben.

Es musizieren preisgekrönte Ensembles und etablierte Musiker Seite an Seite mit jungen Nachwuchstalenten – in stets neuen musikalischen Formationen, so dass ein einmaliges Festival mit inspirierendem Werkstattcharakter entsteht. Unter den Mitwirkenden befinden sich dieses Jahr u.a. das Aris Quartett (ARD-Musikwettbewerb), das Trio Imàge (ECHO-Gewinner), das Quartet Berlin-Tokyo  (ARD-Musikwettbewerb, Josef-Joachim-Preis), ausserdem das Monet Bläserquintett und das Pierrot Quartett sowie das polnische Ensemble Małe Instrumenty („Kleine Instrumente“), das nur auf Spielzeuginstrumenten musiziert. Das Schweizer Ausnahmetalent Chiara Enderle (Violoncello) debütiert gleich im Anschluss an das DAVOS FESTIVAL in Luzern. Davos war so schon manches Mal ein wichtiges Sprungbrett für Musiker, die heute auf den weltweit bekannten Bühnen konzertieren.

Viele Entdeckungen musikalischer und programmatische Art warten auf das Publikum. So errichtet das DAVOS FESTIVAL mit der lokalen Künzli Holz AG eine Miniaturspielstätte auf dem zentralen Bubenbrunnenplatz in Davos. Im Zeitalter der Superlative übt sich Davos im „Down-Sizing“ und der Konzentration auf die wesentlichen Qualitäten eines Konzerterlebnisses. Hier begegnen sich Künstler und Besucher 1:1 – intimer lässt sich Musikgenuss kaum erleben. „Der vielleicht kleinste Konzertsaal für das exklusivste Konzerterlebnis in der höchstgelegenen Stadt Europas“, wie es Intendant Reto Bieri auf den Punkt bringt.

Welches Stück zu hören sein wird, entscheidet der Zufall – Miniaturen aus György Kurtágs Klavierzyklus Játékok („Spiele“), eine Chopin-Etüde oder gar eine einmalige Uraufführung? Über 35 Komponisten haben mit Miniaturen zur Spielbox beigetragen, u.a.: Dieter Ammann, Kit Armstrong, Ruedi Häusermann, Thomas Demenga, Helena Winkelmann, Daniel Fueter, Beat Fehlmann, Bettina Skrzypczak, Valentin Silvestrov und andere. Die Spielbox klingt jeden Tag von 11-12 Uhr am Bubenbrunnenplatz. Der Eintritt ist frei, spontanes Vorbeikommen erwünscht. Ein Privatkonzert dauert fünf Minuten.

Sportlich wird es bereits beim ANSPIEL, wenn der Schweizer Sportmoderator Bernard Thurnheer als Redner des Eröffnungskonzerts fungiert. Und wenn in Moritz Eggerts „Heimspiel“ Fangesänge des Hockey Clubs Davos ertönen und der festivaleigenen Kammerchor antritt und wenn Schlagzeuger zu Schiedsrichter werden in Mauricio Kagels „Match für drei Spieler“. Selber aktiv werden kann man bei den musikalischen Wanderungen in die einmalige Davoser Berglandschaft und beim gemeinsamen morgendlichen Singen. Ausserdem findet im Rahmen des Jubiläumsjahres „100 Jahre Kirchner in Davos“ eine ein musikalischer Theaterabend im Kirchner Museum Davos statt. Und vieles mehr…

 

 

(Bild: zVg.)