EHC Chur gewinnt Saison-Premiere gegen Prättigau-Herrschaft

Nur gerade zwei Wochen nach dem ersten Eistraining standen sich am Samstagabend im ersten Vorbereitungsspiel auf die Mitte September beginnende Eishockey-Meisterschaft der 1. Liga Aufsteiger HC Prättigau-Herrschaft und die in die MySports League aufgestiegenen EHC Chur Capricorns gegenüber. Dabei setzten sich die Gäste vor 456 Zuschauern in der winterlich kalten Eishalle Grüsch nach einem phasenweise auf erstaunlich hohem Niveau stehenden und bis zuletzt abwechslungsreich verlaufenen Spiel trotz grosser Gegenwehr ihres Gegners knapp, aber nicht unverdient mit 5:4-Toren durch.

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Die Platzherren mussten im ersten Derby unter anderem auf den Kanada-Rückkehrer Flurin Hobi, dessen Saisonvorbereitung derzeit allerdings noch durch die Rekrutenschule beeinträchtigt wird, und auf den nach einer Kreuzbandoperation noch rekonvaleszenten Stefano Raganato verzichten. Dafür kamen bei den Prättigauern mit Roland Durisch, Nico Casanova, Marc Naef, Jann Däscher, Lukas Willi und Casey Hemopo die anderen neuverpflichteten Ex-Churer Spieler zu ihrem ersten wettkampfmässigen Einsatz.

Auch bei den Steinböcken, bei denen bis zur Spielhälfte Roman Bearth und anschliessend Leon- Vincent Sarkis das Tor hüteten, fehlten nebst den verletzten Patric Schwab und Lukas Sieber aus verschiedenen Gründen diverse weitere Spieler. 

Die Strafenflut entschied wohl die Partie

Obwohl die Begegnung durchwegs fair verlief, sprach Schiedsrichter Thomas Rüegg aufgrund der neuen Regelauslegung, die vor allem jegliche Stockfouls rigoros ahndet, nicht weniger als zwölf 2- Minuten-Strafen gegen die Einheimischen und deren vier gegen die Churer aus, was sich auf den Spielfluss logischerweise nicht gerade positiv auswirkte. Vor allem wenn die Gäste zwischendurch einmal aufs Tempo drückten und das Spieldiktat übernahmen, mussten die Prättigauer den Stock zu Hilfe nehmen, um grösseren Schaden zu verhindern.

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Das Spiel begann sehr animiert und mit einem anfänglichen Chancenplus für den HCPH. Als dann aber in der 10. Minute Nico Casanova und Silvio Mazza innert Kürze gemeinsam auf die Strafbank geschickt wurden, liess sich Fabian Morandi in der 11. Minute in doppelter Überzahl auf Pass von Andreas John die Chance nicht entgehen und brachte den Stadtclub mit 1:0-Toren in Führung. In der 17. Minute landete der Ablenker von Pierino Bigliel nach einem Konterangriff nur am Pfosten, sodass der Eintore-Vorsprung für die Churer nach dem ersten Drittel durchaus in Ordnung ging.

In der 24. Minute knallte der Churer Neuzuzug Dennis Urech die Scheibe im Powerplay nur an die Querlatte des von Jamal Kotry ausgezeichnet gehüteten Kastens, bevor sich Lukas Willi in der 27. Minute unwiderstehlich durchsetzen und Roman Bearth im Tor der Gäste mit einem satten Schuss erstmals bezwingen konnte. Der 1:1-Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient, weil die Gäste deutlich zurückgesteckt hatten und etwas fahrig wirkten. Lukas Willi nützte das resolut aus und erzielte in der 35. Minute nach einem bilderbuchmässig vorgetragenen Konter auf Zuspiel von Roman Peterhans sogar das 2:1 für sein Team. 

Plötzlich in Rückstand liegend reagierte der vermeintliche Favorit dann zwar vehement, hätte aber in der 38. Minute in Überzahl durch den wieselflinken und dadurch brandgefährlichen Kai Kessler beinahe noch den dritten Gegentreffer kassiert. Die Strafe gegen Lukas Willi dauerte noch knapp eine Minute, als Michael Schaub einen Weitschuss von Dennis Urech zum 2:2-Ausgleich ablenken konnte. Und kurz vor der zweiten Pause doppelte Dario Horber nach, indem er einen Abpraller im gegnerischen Netz versenkte und den EHC Chur wieder mit 3:2-Toren in Führung brachte.

Der Krimi geht auch im Schlussabschnitt weiter

Zu Beginn der letzten 20 Minuten kassierte das Team von Dusan Halloun eine 2-Minuten-Strafe wegen Spielverzögerung, bevor Marc Naef und Gian-Marco Schumacher nacheinander jeweils für Stockschlag die Strafbank aufsuchen mussten. Alban Rexha nützte in der 45. Minute die zweite Überzahl aus und vergrösserte den Vorsprung der Gäste auf Pass von Curdin Lampert auf zwei Tore. Die Platzherren gaben aber nicht auf und Gian-Marco Schumacher erzielte in der 49. Minute während einer Strafe gegen Dario Hober mit einem schönen Solo den 4:3-Anschlusstreffer.

So blieb die Spannung erhalten, denn die Churer dominierten zwar das Spiel, die Einheimischen blieben mit ihren Kontern aber stets gefährlich. Dann profitierte Luca Bossi wiederum von einem Abpraller und scorte in der 50. Minute zum scheinbar vorentscheidenden 5:3 für die Hauptstädter. In der 54. Minute vergab Kai Kessler vorerst die grosse Chance, die Prättigauer wieder bis auf ein Tor heranzubringen, holte das aber in der 56. Minute mit einem Shorthander nach. Nun wog das Spiel hin und her, bis Dario Horber in der 59. Minute natürlich wegen Stockschlags nochmals in die Kühlboxe musste. Das war die Chance für den HC Prättigau-Herrschaft, den Ausgleich doch noch zu bewerkstelligen. 

Trotz eines Timeouts 27 Sekunden vor der letzten Sirene und dem Ersetzen ihres Torhüters durch einen sechsten Feldspieler gelang dies aber nicht mehr, sodass die Gäste das Spiel mit 5:4-Toren für sich entscheiden und ihrer Favoritenrolle doch noch gerecht werden konnten. Bis zum Beginn der Meisterschaft gibt es aber für das Team von Marcel Habisreutinger noch einiges zu tun, zumal die Konkurrenz in der MySports League wohl mehrheitlich ein anderes Kaliber aufweisen wird. Die Partie in Grüsch war aber vor allem auch dank der unerwartet guten Leistung des HCPH äusserst unterhaltsam und weckte somit Appetit auf mehr.

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Weitere Informationen unter www.sihf.ch 

 

 

(Bilder: GRHeute)

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