Die Standeskanzlei des Kantons Graubünden hat gestern kommuniziert, dass zwei rätoromanische Medien-(Projekte) mit Geldern in sechsstelliger Höhe rechnen dürfen – darunter auch die private romanische Print-Zeitung «La Quotidiana».

Für die Realisierung des Fernsehfilms „Amur senza fin“ spricht die Regierung einen Beitrag von 100 000 Franken. Die Komödie habe hohen Unterhaltungswert und wolle die rätoromanische Sprache einem breiten Schweizer Publikum näher bringen. Es sei eine Alltagsgeschichte, welche Bündner Traditionen, wie beispielsweise die Hochwildjagd, aufnehme und sich mit ländlichen Entwicklungen auseinandersetze, schreibt die Standeskanzlei. Für die Produktion der Firma Zodiac Pictures Ltd. aus Zürich sind Kosten von rund zwei Millionen Franken veranschlagt. Zodiac Pictures Ltd. produzierte bereits erfolgreiche Filme wie „Heidi“, „Stationspiraten“ oder „Achtung, Fertig, Charlie!“.

Von der Regierung via Lia Rumantscha ins Medienhaus

Mindestens ebenso brisant: Die Regierung hat einen Beitrag in der Höhe von 50 000 Franken an das Projekt „Medien in rätoromanischer Sprache“ der Lia Rumantscha gesprochen. Der Dachverband aller romanischen Sprachvereine hat zusammen mit der Stiftung ANR die einfache Gesellschaft „Projekt Medien in rätoromanischer Sprache“ gegründet, um eine mögliche Einstellung der Tageszeitung „La Quotidiana“ zu verhindern. Somedia-Besitzer Hanspeter Lebrument, der die Quotidiana herausgibt, hatte im März damit gedroht, die Zeitung einzustellen, falls nicht mehr öffentliche Gelder flössen. 

Bund, Kanton und Lia Rumantscha sind sich gemäss Medienmitteilung einig, dass es «aus Sicht der Sprachförderung eine starke und qualitativ hochstehende Medienlandschaft in romanischer Sprache braucht». Deshalb erarbeitete die Lia Rumantscha den Beschrieb für ein Projekt „Medien in rätoromanischer Sprache ab 2019“. Es setzt sich zum Ziel, ein mit allen Beteiligten abgestimmtes Konzept für rätoromanische Medien zu entwickeln und in eine umsetzbare Form zu bringen.

150’000 Franken an die Lohnkosten einer Printzeitung

Damit „La Quotidiana“ nicht eingestellt wird, bevor dieses Hauptprojekt überhaupt erst zum Tragen kommt, trägt die Gesellschaft beschränkt auf das Jahr 2018 einen definierten Teil der Lohnkosten des Somedia-Produkts. Der Churer Medien-Grosskonzern erhält damit via dieser Gesellschaft 150’000 Franken, um dem Betrieb der Quotidiana weiterzuführen. Inwiefern sich dies auf die Finanzierung der Zeitung auswirkt, wurde nichts bekannt. GRHeute hatte gerade vor zwei Tagen über die mangelnde Kommunikation und Intransparenz beim Medienverlag berichtet.

Am Teilprojekt „Medien in rätoromanischer Sprache“ sind der Bund, der Kanton und die Lia Rumantscha in gleicher Höhe mit je 50 000 Franken beteiligt.

 

(Bild: GRHeute)