Im Bungert vom Schloss Reichenau feierte diese Woche das Freilichtspiel «Rohan und Jenatsch» Premiere in Anwesenheit des Bündner Kulturministers, Regierungsrat Martin Jäger. Die fein inszenierte Vorstellung fand grossen Anklang und erzählt von den schaurigen Machenschaften während den Bündner Wirren. Eine blutige und hasserfüllte Episode der Bündner Geschichte, die dann mit dem Tod von Jürg Jenatsch auch ein brutales Ende fand.

Der Stoff für das Freilichtspiel könnte dramatischer nicht sein, denn Jürg Jenatsch ist eine prägende und ebenso umstrittene Persönlichkeit der Bündner Geschichte. Ein Theologe, der zum Feldherrn mutierte; schon das lässt auf eine brisante Story schliessen. Es ist ein politischer Kampf auf höchster kognitiver Ebene, die Akteure handeln wie Schachspieler. Und genau diese feine, aber auch folgenreiche Entwicklung vermochte Regisseur Arthur Bühler aus Valendas szenisch umzusetzen.

Das Bühnenbild, der offene Wechsel der Requisiten: Wie bei einer Schachpartie.

Zug um Zug.

Detail um Detail.

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Gehirntraining.

Ein Genuss für die Augen, für die Ohren und ein kräftiges Gehirntraining; alles vermag man da beim einmaligen Zuschauen nicht erfassen. Und: Unverkennbar die Handschrift von Bühlers Lehrmeister Markus Schmid, der in Valendas das Theaterfieber zur Meisterschaft entfachte. Der leicht einsetzende Regen während der Premiere wurde von den Schauspielern professionell ertragen, ja, die Konzentration und Intensivität nahm sogar noch zu.

Es ist ein Stück ohne Happy End.

Ein leichter Schauer über die vergangenen Zeiten bleibt zurück, aber die aufgewühlten Emotionen werden neutralisiert und das Publikum vermag das Geschehene ruhig und staunend einzuordnen. Die Aufführung ist sicher auch für Kinder ein Gewinn, denn sie erleben schon früh, was es bedeutet, wenn eine Freundschaft verraten wird.

Insgesamt finden 13 Aufführungen statt, jeweils von Mittwoch bis Samstag. Die Dernière findet am Samstag, 2. September statt. Weitere Infos unter: www.theatergr.ch.

 

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung von www.musikpost.ch zur Verfügung gestellt.

An der Premiere: OK-Präsident Sepp Fischer und Regierungsrat Martin Jäger (l.).

An der Premiere: OK-Präsident Sepp Fischer und Regierungsrat Martin Jäger (l.).

 

 

(Quelle/Bilder: www.musikpost.ch)