Der für den Berner Schwingerverband startende Maienfelder Curdin Orlik hat am Unspunnenfest 2017 in Interlaken seinem Bruder Armon die Show gestohlen. Curdin qualifizierte sich nach starkem Auftritt überraschend für den Schlussgang, musste sich da aber nach einem fast 15-minütigen Schlussgang knapp dem Verbandskollegen Christian Stucki geschlagen geben.

Armons Orliks Bruder Curdin, der im Berner Schwingerverband kämpft, hat diese Saison eine erstaunliche Entwicklung hinter sich. Auch am Unspunnenfest zeigte er eine eindrückliche Leistung. Der Festsieger des Walliser Kantonalschwingfests startete mit drei Plattwürfen gegen Marcel Bieri, Michael Müller und den Eidgenossen Benji von Ah, ehe er sich nach grosser Gegenwehr dem Dominator Christian Stucki geschlagen geben musste. Im fünften Gang musste ein Plattwurf gegen Erich Fankhauser her, und Curdin tat genau das, als er seinen Gegner mit Gammen auf den Rücken legte. Der 24-jährige 22-fache Kranzsieger konnte sich also im Schlussgang nochmals gegen Stucki versuchen, durchaus nicht chancenlos, hatte Stucki in seinen letzten beiden Kämpfen doch viel Kraft gelassen. 

Curdin Orlik

Der Schlussgang startete verhalten, doch je länger der Kampf dauerte, desto stärker schien Curdin Orlik zu werden. Allerdings erwies sich Stucki als der bekannte Koloss, an dem fast nicht zu rütteln war. Am Ende ging es um alles – bei einem Unentschieden hätte Joel Wicki geerbt. Mit einem letzten Verzweiflungsangriff mit Kreuzgriff konterte Stucki eine Attacke Orliks erfolgreich und legte den Maienfelder nach kräftezehrenden 15 Minuten auf den Rücken. 

Kampf Orlik Stucki

Für die Familie Orlik eine Wiederholung der Geschichte: 2016 hatte Bruder Armon am Eidgenössischen nach heroischem Kampf im Schlussgang ebenfalls gegen einen Berner (Matthias Glarner) verloren. 

Armon Orlik startete stark ins Unspunnenfest, auch wenn er den ersten Gang gegen den Schwingerkönig von 2013, Matthias Sempach, stellte. Der Maienfelder hatte leichte Vorteile im Kampf und setzte seinen erneut starken Auftritt auch in der Folge fort.

Armon Orlik

Gegen Bruno Linggi und Christian Gerber gelangen ihm in der Folge zwei Plattwürfe, im Gang 4 drückte er den Schwingerkönig von 2010, Kilian Wenger, zum Sieg ins Sägemehl. Mit einem Sieg gegen Joel Wicki wäre der Bündner Sportler des Jahres 2016 für den Schlussgang qualifiziert gewesen, liess sich aber erwischen, verlor und verletzte sich dabei auch noch leicht. 

Unspunnen 2017 Orlik geschlagen

Im 6. Gang des letzten grossen Schwingfests der Saison ging es für den gezeichneten Orlik nur noch um die Rangierung. Nach dem grossen Schock zu Beginn der Saison mit der Nacken-Verletzung in Brugg kam der Maienfelder in der Folge stark in die Saison zurück, doch im letzten Gang am Unspunnenfest war die Luft beim angeschlagenen Orlik draussen und er musste nach langem Kampf letztlich aufgeben.

Den beiden weiteren Bündnern am Start gelang kein Exploit. Der Prättigauer Sandro Schlegel gewann seinen ersten Kampf, musste sich dann aber dreimal in Serie geschlagen geben. Auch der Heinzenberger Ursin Battaglia holte einen Sieg (gegen Remo Betschart im 3. Gang), verlor aber auch dreimal: Beide landeten am Ende mit 35.5 Punkten auf dem geteilten 19. Rang.

 

(Bilder: Screenshot SRF)