Vor gut drei Monaten eröffnete Brian Amster an der Unterdorfstrasse in Igis die Bannwald Brewery, eine gemütliche Bar mit hauseigener Brauerei. Im Januar muss der Brauer und Gastronom ein neues Lokal suchen. 

«Viele Einheimische sind froh, dass es wieder etwas gibt in Igis. Es kommt wieder Leben ins Dorf», sagt Amster, der bis zur fünften Klasse in der Schweiz gewohnt hatte und danach mit seiner Familie – seine Mutter ist Igiserin, sein Vater Amerikaner – nach Massachusetts gezogen war. «Ich habe immer gewusst, dass ich irgendwann zurückkommen werde», so der bald 33-Jährige. 

Dass er eine eigene Brauerei und ein kleines dazu passendes Lokal eröffnen würde, das ahnte er allerdings lange nicht. Dieser Entschluss traf der gelernte Wirtschaftsingenieur eines Abends im Ausgang. «Überall gab es nur verschiedene Lager-Bier-Varianten. So habe ich einmal in einem Restaurant einfach das teuerste erhältliche Bier genommen – und es war nicht besonders gut», erinnert er sich an die Motivation für seinen grossen Schritt, «da habe ich mich entschieden, etwas Eigenes zu machen.» Sieben Jahre war er zuvor schon Hobbybrauer gewesen, und die Kunst des Bierbrauens hat für ihn so gar nichts mit dem klassischen, gängigen Lager-Bieren zu tun. «Ein Bier, wie ich es mir vorstelle, ist wie ein Wein, das muss man riechen, schmecken, geniessen», sagt Amster, der obergärige Biere – «Ales» – bevorzugt und braut. 

Bannwald Brewry

Die alte Bäckerei an der Unterdorfstrasse, die jahrelang leer gestanden war, entpuppte sich für Brian Amster als Glücksfall. Er konnte die Räumlichkeit günstig mieten und braut seither rund 200 Liter die Woche. «Hier habe ich früher als Kind immer Schleckwaren gekauft», erinnert er sich mit einem Lachen. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass die Igiser das neue Angebot schätzen. Derzeit hat Amster seine Bannwald Brewery jeweils am Mittwoch, Donnerstag, Freitag/Samstag ab 17 Uhr geöffnet, jeweils bis 22, bzw. 23 und 24 Uhr.  

Wer die kleine, gemütliche Bar betritt, sieht als Erstes zwei stolze Hörner eines Steinbocks, das Amster nach seiner Rückkehr im Wald gefunden hat. Für ihn sei da klar gewesen, dass diese im Lokal einen prominenten Platz erhielten. Ein Blick auf die Bier-Karte zeigt, dass hier Spezialitäten zu haben sind. Die Wahl fällt auf ein IPA, ein 7.5% starkes, eher bitteres Bier mit einer feinen süssen Note, die an Grapefruit erinnert. «IPA heisst Indian Pale Ale und geht auf englische Seefahrer zurück», erzählt Amster die Geschichte hinter dem Spezialbier, «als damals auf einer Überfahrt das englische Bier auf der Reise kaputt ging, haben sie in der Folge viel mehr Hopfen ins Bier reingeworfen, da man schon wusste, dass dieser antibakteriell wirkt. Und schon war das IPA erfunden.»

Bannwald Brewery Merch

Man merkt, dass da ein Mann mit Leidenschaft am Werk ist. Davon zeugt auch ein kleines Sortiment an Merchandising, das für seine Bannwald Brewery wirbt. Der Name stammt übrigens vom Namen des Hauses seiner Grossmutter in Igis, wo er all die Jahre in den Sommerferien weilte. Bier brauen und ein Lokal zu führen, sei mehr als ein Fulltime-Job, sagt Amster: «Ich möchte wirklich drauf setzen. Ich glaube, dass die Nachfrage nach Spezialitäten-Bieren immer mehr kommt.» Sein Whisky-Bier, das er vor einigen Wochen angeboten habe, sei beispielsweise «wahnsinnig gut gegangen.» So gut, dass es zurzeit nicht zu haben ist. Doch die nächste Charge ist gebraut, bis das Bier in den Fässern gärt und seine Kunden in den Genuss kommen, müssen sie sich allerdings noch gut Eine Woche gedulden. 

Bannwald Brewery Tafel

Amster wird zurzeit noch tatkräftig von seinen Eltern unterstützt, ehe sie in die USA zurückfliegen. So oder so wird sich der Jungunternehmer für die Zukunft aber etwas einfallen lassen müssen. Das alte Haus an der Unterdorfstrasse wird 2018 abgerissen und wahrscheinlich durch moderne Wohnungen ersetzt. Die Bannwald Brewery muss spätestens dann eine neue Bleibe suchen. «Es ist schwierig, eine passende Lokalität zu finden», sagt Amster, «ich will auf jeden Fall in Igis bleiben, aber es ist schwierig.» Das Bier wäre es jedenfalls wert, auch in Zukunft ausgeschenkt zu werden. Zumindest für jene Feinschmecker, die den Gerstensaft auch abseits des Schweizer Bier-Mainstreams mögen. 

 

(Bilder: GRHeute.ch)